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Yachten schweben als Luftfracht ins Winterquartier

Warnemünde Yachten schweben als Luftfracht ins Winterquartier

Warnemünder Vereine schließen sich alljährlich zu einer Slippgemeinschaft zusammen / Im Yachthafen holen sie so kostengünstig gemeinsam ihre Boote aus dem Wasser

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Die zwölf Meter lange und neun Tonnen schwere Yacht „Nobody“ wird per Autokran an Land gehoben. Fotos (2): Thomas Sternberg

Warnemünde. Schaulustige finden sich immer im Yachthafen ein, wenn Anfang November ein großer Autokran die Schiffe aus dem Wasser an Land hebt. „Die schweben regelrecht und sehen in der Luft gar nicht mehr so groß aus“, sagt Kathrin Wengler (66) aus der Nähe von Brandenburg.

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Warnemünder Vereine schließen sich alljährlich zu einer Slippgemeinschaft zusammen / Im Yachthafen holen sie so kostengünstig gemeinsam ihre Boote aus dem Wasser

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Doch die „Nobody“ ist stattliche zwölf Meter lang und neun Tonnen schwer. Für den Autokran ist das allerdings keine Hürde, denn der hebt Lasten bis zu 100 Tonnen. Größer ist da schon die Herausforderung, die Yachten zentimetergenau auf Trailern oder Gestellen zu parken. Doch alle fassen mit an, jeder hilft jedem.

Für die Vereine wäre es zu teuer, einen Autokran zu mieten, darum schließen sie sich zu einer Slippgemeinschaft unter Federführung des Akademischen Segelvereins Warnemünde (ASVW) zusammen. So gehört die „Nobody“ beispielsweise zum Hanseatischen Segel-Verein Hohe Düne. Auch drei Boote vom Warnemünder Segel-Club (WSC) sind dabei. Die Eigentümer beginnen im Regelfall sofort, ihre Schiffe winterfest zu machen. „Jeder Eigentümer bezahlt die Zeit, die für sein Boot benötigt wird“, benennt Peter Bartelt (77) das bewährte Prinzip. Er führt genau Buch. Der Ehrenvorsitzende des ASVW organisiert seit Jahren das Auskranen. Durch die gesperrte Holzplattform müssen alle Boote auf der Betonfläche überwintern. Sie wird dem Verein vom Landessportbund, Betreiber des Yachthafens, zur Verfügung gestellt.

Weil der Platz seit einem Jahr so sehr begrenzt ist, weichen viele Bootsbesitzer auf den Stadthafen aus. „Ich kann nach wie vor nicht verstehen, warum nicht durch Reparaturen eine Übergangslösung gefunden werden konnte“, sagt Bartelt. Für Rostock als Segelstandort sei die Situation am Yachthafen mehr als unerfreulich, so der erfahrene Segler.

„Es war insgesamt eine gute Saison, wir waren viel auf dem Wasser“, blickt Bartelt auf die vergangenen Monate zurück. Nur eine bessere Auslastung der drei Vereinsboote hätte er sich gewünscht. Doch der Nachwuchs fehle. „Wir suchen händeringend jüngere Mitglieder“, so Bartelt. Schüler und gern auch Studenten seien jederzeit willkommen. Besonders, wenn sie aus dem Warnemünder Fachbereich Seefahrt kommen. Dort liegen schließlich die Wurzeln des ASVW, der einst als Hochschulsportgemeinschaft (HSG) gegründet wurde. Im vergangenen Jahr ist die Neugründung ASVW 25 Jahre alt geworden. Torsten Hübner (53) führt den Verein.

Dann hebt der Kran die „Sleipnir“ aus dem Wasser. Die von Peter Bartelt 1989 selbst gebaute Segelyacht nutzt er zusammen mit seinen beiden Söhnen. Doch die seien in diesem Jahr oft auf schnelleren Booten unterwegs gewesen, so der Ehrenvorsitzende.

Vereinsflotte besteht aus 30 Booten

18 Frauen und Männer haben den ASVW vor 26 Jahren gegründet. Der Vorgängerverein war die Hochschulsportgemeinschaft der Ingenieurhochschule für Seefahrt in Warnemünde.

150 Mitglieder hat der Verein heute, der sich besonders bemüht, Schüler und Studenten für den Segelsport zu begeistern.

30 Yachten, es sind sowohl Vereins- als auch private Boote, gehören zur Flotte. Darunter die legendäre Segelyacht „Mutafo“, die einst zur Seefahrtsschule Warnemünde/Wustrow gehörte.

Thomas Sternberg

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