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Zum Geburtstag: Förderkader jubelt in letzter Sekunde

Rostock Zum Geburtstag: Förderkader jubelt in letzter Sekunde

Verbandsligist krönt furiose Aufholjagd mit Treffer zum 3:3-Endstand in Schwerin / René Schneiders Fußballklub feiert zehnjähriges Jubiläum / Sportliche Leitung geehrt

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Doppeltorschütze Stephan Kalweit (Nr. 11) bejubelt mit Roberto Hampel (M.) und Philipp Berndt den späten Ausgleich.

Quelle: Dietmar Albrecht

Rostock. Es war ein Gänsehautmoment. Rund 200 Gäste erhoben sich am Samstagabend im Marmorsaal der Neptun-Schwimmhalle von ihren Plätzen und feierten drei Vorstandsmitglieder des FC Förderkader René Schneider mit stehenden Ovationen. Stephan Malorny, Henryk Pyritz und Namensgeber Schneider wurden für besondere Verdienste in der Fußball-Nachwuchsförderung geehrt. „Das ist ein besonderer Tag für uns alle“, zeigte sich der Vereinsvorsitzende Schneider sichtlich bewegt. „Ich merke nur an den grauen Haaren, dass schon zehn Jahre rum sind. Die Zeit vergeht wie im Fluge.“

Der FC Förderkader feierte am Wochenende das zehnjährige Bestehen des Vereins. Am 6. Januar 2006 hatte der ehemalige Bundesligaprofi und Nationalspieler Schneider, der mit Deutschland 1996 in England sogar Europameister wurde, zusammen mit Kumpel Pyritz seinen Klub für den Spielbetrieb angemeldet. Zum Jubiläum überbrachte der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfußballverbandes Warnow, Matthias Bastian, als Vertreter des Landesfußballverbandes (LFV) Schneider und Pyritz die LFV-Ehrennadel in Silber. Malorny, Cheftrainer der ersten Mannschaft, bekam sogar die Auszeichnung in Gold.

Der 57-Jährige ist ein Rostocker Trainer-Urgestein. Seit knapp drei Jahrzehnten betreut Malorny Mannschaften in der Hansestadt, seit sieben Jahren die Männer des FC Förderkader, mit denen der Coach seit 2009 fünf Aufstiege hintereinander und den Durchmarsch von der Kreisklasse bis in die Verbandsliga schaffte. Ein Ende seiner Trainerlaufbahn ist nicht in Sicht.

Sein Wochenend-Glück konnte Malorny kaum fassen. Bereits am Freitag sorgte sein aktuelles Team für mächtig Furore. Nach 0:3-Rückstand zur Pause beim FC Mecklenburg Schwerin (2.) drehten seine Mannen auf und markierten durch Doppeltorschütze Stefan Kalweit in der Nachspielzeit den umjubelten Ausgleich. „Wie unsere Mannschaft da aufgetreten ist, war spitzenmäßig. Das war ein gefühlter Sieg“, freute sich Malorny.

Lange Zeit hatte dem Förderkader nach der Hinspielniederlage (1:4) und dem Pokal-Aus im Viertelfinale (0:7) erneut ein Debakel gegen den Aufsteigsfavoriten gedroht. Doch nach dem Seitenwechsel steigerten sich die Rostocker und krönten ihre furiose Aufholjagd kurz vor dem Ende.

Positiv entwickelt hat sich beim Förderkader auch der Nachwuchs. Alle Mannschaften spielen in den höchsten Klassen des Verbandes oder Kreises. „Das ist eine Entwicklung, die wir so nicht erwartet hatten. Wir wollten leistungsorientierten Fußball anbieten, aber dass unsere Arbeit so früh solche Früchte trägt, da muss ich mich zwicken“, beschreibt René Schneider stolz.

Unterdessen hat der SV Pastow, Liga-Kontrahent des FC Förderkader, auch sein zweites Rückrundenspiel verloren. Gegen den MSV Pampow unterlagen die Rand-Rostocker 3:4 (1:1).

„Wir haben im ersten Abschnitt gut mitgespielt, waren aggressiv in den Zweikämpfen. Daher ging das Remis zur Pause in Ordnung“, meinte Pastow-Trainer Andreas Seering (54). Nach dem Seitenwechsel offenbarte sein Team große Schwächen in der Defensive und geriet auf die Verliererstraße.

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Statistik

FC Förderkader: Tautenhahn — Meier, Hopfmann, Winkler, Sawitzki (84. Hampel), Jankowski — Tarra (41. Pagels), Billep, Dahnke, Gottschalk (81. Berndt) — Kalweit.

Tore: 1:0, 2:0 Kaminski (18./Foulelfmeter, 33.), 3:0 Friauf (41.), 3:1 Kalweit (63.), 3:2 Billep (74.), 3:3 Kalweit (90.).

Schiedsrichter: Marco Semrau (Neustadt-Glewe). Zuschauer: 215.

SV Pastow: Lange — Hickstein, Lex, Lindemann, Johl — Hapke (77. Mansour), Patzenhauer — Schmitt, Grahl, Schulz — Bormann (83. Felske).

Tore: 1:0 Bormann (7.), 1:1 Cherchenko (25.), 1:2 Pylypchuk (47.), 1:3 Cherchenko (54.), 1:4 Pylypchuk (68.), 2:4 Mansour (85.), 3:4 Lex (90. +2).

Schiedsrichter: Enrico Barsch (Rostock). Zuschauer: 88.

DREI FRAGEN AN...

1 Herr Malorny, der Förderkader feiert mit Ihnen als Trainer der ersten Herrenmannschaft 2016 den ersten runden Geburtstag. Wie beurteilen Sie die Entwicklung des jungen Klubs? Absolut positiv. Wenn man bedenkt, mit welchen Möglichkeiten wir uns zurechtfinden müssen, ist das schon etwas Besonderes. Wir sind im Vorstand sehr gut aufgestellt und ziehen alle an einem Strang. Das ist die Basis, um auch sportlich erfolgreich zu sein. Dazu möchte ich betonen, dass es ohne die Mitglieder, Trainer und Unterstützer nicht geht. Sie sind mit vollem Einsatz dabei und leisten einen wertvollen Beitrag zu unserer Entwicklung.

2 Was zeichnet aus Ihrer Sicht den Förderkader aus? Wir haben seit Kurzem einen Sponsoren, dessen Logo unsere Trikotärmel ziert. Der Leitspruch ist ‘Alles, außer- gewöhnlich‘. Das trifft es sehr gut. Wir haben es verstanden, mit den Gegebenheiten umzugehen, die sich uns bieten. Mir ist es sehr wichtig, dass wir Demut und Fair-Play vorleben. Das Miteinander ist das Entscheidende. Damit haben wir uns in den vergangenen Jahren viel Respekt erarbeitet und Freundschaften aufgebaut. Daher kommen für uns auch nur Spieler infrage, die Charakter haben, sich mit harter und spaßbetonter Trainingsarbeit identifizieren können und unseren Weg mitgehen wollen. Außergewöhnlich ist sicher auch, dass wir in der Verbandsliga den Spielern kein Geld zahlen. Wir wollen mit unseren Werten und der Trainingsarbeit überzeugen.

3 Das 3:3 in Schwerin war ebenfalls außergewöhnlich. Wie ordnen Sie dieses Spiel ein? Es war eine richtig gute Partie von uns. Ich habe sowohl vorm Spiel als auch in der Halbzeitpause betont, dass wir frei aufspielen können. Die Schweriner haben in der ersten Hälfte eiskalt ihre Tore gemacht. Das hat uns aber von unserer Linie nicht abgebracht. Es war beeindruckend zu sehen, wie sich die Mannschaft ins Spiel zurückgekämpft hat. Dieser Punkt sollte uns für die nächsten Spiele Auftrieb geben.rwa



René Warning

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