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Die Goalball-Profis Reno Tiede und Thomas Steiger begeistern Schüler der Kinderkunstakademie

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Erzählen vom Goalball: Trainer Christoph Görtz (l.) und die Profis Reno Tiede und Thomas Steiger (r.).

Quelle: Fotos: Ove Arscholl/philip Schülermann

Stadtmitte. Spitzensportler mit Fragen löchern und mit ihnen spielen, so eine Gelegenheit bekommen Kinder nicht oft. Die Schüler der Kinderkunstakademie haben am Montag hohen Besuch empfangen: Reno Tiede und Thomas Steiger, Goalball-Profis, standen ihnen Rede und Antwort – und haben ihnen gezeigt, was sie können. Dass sie zur Goalball-Elite zählen, haben sie bereits bewiesen. Sie fahren im September zu den Paralympics nach Rio de Janeiro.

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Die Goalball-Profis Reno Tiede und Thomas Steiger begeistern Schüler der Kinderkunstakademie

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„Jetzt eine 7-5-7! Sehr gut! Und jetzt eine 1-3-1“, ruft Trainer Christoph Görtz. Damit gibt er Reno Tiede und Thomas Steiger Anweisungen, von wo nach wo die Goaler den Ball zum Tor werfen sollen.

Mit bis zu 70 Km/h fliegen ihm die Bälle entgegen. Nicht alle kann er halten – obwohl er im Gegensatz zu den Profis sehen kann. Goalball wird blind gespielt, mit blickdichten Brillen. Müssen die Spieler verteidigen, hilft ihnen ihr Gehör. Laut prallt der Ball mindestens zweimal auf, drei Glocken klingeln in seinem Inneren. So lokalisieren die Sportler den blauen Gummiball, um ihn zu halten.

Fast synchron rutschen Tiede und Steiger zum Ball. Als Verteidiger sitzen sie, ein Bein von sich gestreckt, mit einem Arm aufgestützt und warten auf den Ball.

Thomas Steiger und Reno Tiede haben beide nur noch jeweils ein Prozent Sehkraft. „Wir wollen den Kindern den Sport näher bringen und sie sensibilisieren“, sagt Sportlehrerin Larissa Ritter. Das baue Barrieren ab, die sich häufig um ganz banale Alltagsfragen drehten. „Toll, dass sich die beiden Zeit genommen haben.“

Aus welchem Material ist der Ball? Und wie groß ist er? Wie lebt es sich überhaupt, wenn man nicht richtig sehen kann? Seid ihr berühmt? Die 88 Kinder haben mehr Fragen als Zeit bleibt, sie alle zu stellen. Und nein, wirklich berühmt seien sie nicht, sagt Reno Tiede. Teamkamerad Thomas Steiger stapelt nicht ganz so tief: „In Goalerkreisen schon, denke ich.“

Nachdem die Profis es vorgemacht haben, ist der Nachwuchs dran. Die Kinder dürfen werfen und blind versuchen, die Bälle zu halten. Jeder Treffer wird laut bejubelt, ansonsten – und das ist ganz wichtig – ist es still in der Halle, denn sonst könnten die Verteidiger den Ball nicht hören. „Quiet please“, dann ein Pfiff von Trainer Görtz, „Play!“ Konrad hat sich ins Tor getraut. Vor den Augen trägt der Achtjährige eine der schwarzen Brillen. „Man hört den Ball lange vorher, dann immer lauter“, erzählt er, wie es ist, im Tor nichts zu sehen. „Es ist trotzdem schwer, den Ball zu kriegen“, sagt er nach der etwas anderen Sportstunde.

„Wenn man die Ehre hat, zu den Paralympics zu fahren, gehört das dazu“, sagt Reno Tiede. „Wir wollen den Kids den Sport näher bringen.“ Goalball kann man schließlich auch spielen, wenn man gut sehen kann. Für gleiche Bedingungen sorgen die schwarzen Brillen. „Mir macht es Spaß, wenn ich sehe, wie die Kinder daran Spaß haben“, sagt Thomas Steiger. Den haben die Schüler: Ruhig verfolgen sie als Zuschauer jeden der Bälle, versuchen als Angreifer die drei Verteidiger zu täuschen. Und die Jungs und Mädchen im Tor? Sie konzentrieren sich ganz auf ihre noch übrigen Sinne.

Für die Kinder geht nach eineinhalb Stunden Goalball eine spannende Sportstunde zu Ende. Zum Schluss schreiben die Sportler noch fleißig Autogramme für die Schüler. „So viele wie wohl noch nie“, sagt ihr Trainer lachend.

Die Paralympics in Rio

Die Paralympischen Spiele sind die Olympischen Spiele für Menschen mit Handicap. An ihnen nehmen sowohl Menschen mit einer körperlichen, wie auch welche mit geistiger Behinderung teil. Wie auch bei Olympia gibt es Sommer- und Winterspiele.

In diesem Jahr finden die Paralympics vom 7. bis zum 18. September in Rio de Janeiro statt. Es gibt noch weitere Wettbewerbe für Menschen mit Behinderung: zum Beispiel die „Deaflympics“ für gehörlose Sportler oder das „Down Sportlerfestival“ für Menschen mit Downsyndrom.

Philip Schülermann

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