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Hansaviertel Stadt will Eishalle modernisieren

Längere Saison und Hallennutzung im Sommer? Studie soll klären, was möglich ist

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Die Rostocker Eishalle wurde seit der Erbauung 1970/71 nicht komplett saniert.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Hansaviertel. Seit fast 50 Jahre steht die Eishalle in Rostock. Seitdem hat es keine grundlegende Sanierung des Betonbaus in der Schillingallee gegeben. Zuletzt wünschten sich auch die Teilnehmer der OZ-Aktion „Rostock – wünsch dir was“, dass hier etwas passiert. Nun scheint der Stein des Anstoßes ins Rollen zu kommen. „Dass die Eishalle saniert werden muss, das weiß jeder, der da mal drin war“, sagt Sigrid Hecht von der Kommunalen Objektbewirtschaftung (KOE). Die KOE hat nun eine Bauvoranfrage gestellt. „Wir sind in der Planungsphase für eine Studie“, erklärt die Chefin des städtischen Eigenbetriebs.

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Längere Saison und Hallennutzung im Sommer? Studie soll klären, was möglich ist

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Eiszeit

Die größte Eishalle in MV lädt von September bis April zum Schlittschuhlaufen ein. Jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag treffen sich hier Interessierte, um auf der 1800 Quadratmeter großen Eislauffläche ihre Runden zu drehen.

Momentan überlege der Objektverwalter, mehrere bauliche Veränderungen an der Halle vorzunehmen und den Bestand zu sanieren. Dafür gibt es schon jetzt verschiedene Varianten. Eine davon wurde in dieser Woche beim Ortsbeirat im Hansaviertel besprochen. „In dem Vorschlag von Inros Lackner geht es darum, die Nutzungsqualität zu erhöhen, die Halle architektonisch attraktiver zu machen und die Statik zu verbessern“, sagt Matthias Witte (CDU) vom Ortsbeirat. Auch die Gebäudetechnik solle auf den neuesten Stand gebracht und das Foyer erweitert werden. Man wolle die Lebensdauer der Halle um weitere 30 Jahre verlängern.

Dass die Eishalle wieder auf Vordermann gebracht wird, ist laut Ortsbeiratschef Karsten Cornelius (SPD) bitter nötig. „Wenn man wettbewerbsfähig sein will, muss man nachrüsten“, betont er. Als Ortsbeirat sei man jedenfalls froh darüber, dass etwas passiert. Daher gab es bei der vergangenen Sitzung viel Zuspruch für die Pläne der KOE. „Ich finde es gut, dass die Stadt Geld in die Hand nimmt, um die öffentliche Einrichtung zu erhalten und zu modernisieren.“ Schließlich gehöre die Halle auch zur Geschichte der Stadt.

Eisläufer warten seit 25 Jahren

Schon seit den 1990er Jahren haben gerade die Sportler der Halle ein Problem. Die Umkleidekabinen für die Mitglieder der vier Sport-Vereine liegen rund 300 Meter vom Eis entfernt. Alle – von der Jugend bis zum Profi – müssen bei jedem Wetter vor und nach dem Training oder dem Spiel diesen Weg gehen. „Diese Situation ist deutschlandweit fast einmalig“, sagt Mike Specht, Präsident vom Rostocker Eishockey Club (REC). Die Mannschafts- und Übungsleiter müssten penibel darauf achten, dass es nach dem Sport schnell ins Warme geht. „Das ist für jedes Immunsystem eine Herausforderung.“

Für Spiele der Deutschen Eishockey Liga oder der Europa-Liga mussten in der Vergangenheit eigens Container aufgebaut werden. „Wir wünschen uns neue Umkleiden und dafür mehr Platz. Ich denke, das ist überfällig.“

Konzerthalle im Sommer?

Doch die KOE möchte noch einen Schritt weitergehen. Mit der neuen Technik und einer besseren Wärmedämmung soll es möglich sein, die Eislaufsaison zu verlängern. „Teil der Bauvoranfrage ist auch, dass zukünftig Konzertveranstaltungen oder ein Diskothekenbetrieb ohne Sondergenehmigung gestattet ist“, sagt Matthias Witte. „Wir haben den Anspruch, dass das Gebäude nach einer Sanierung auch zwölf Monate im Jahr nutzbar gemacht wird“, bestätigt Sigrid Hecht. Wie diese Nutzung jedoch aussieht, das sei momentan noch völlig offen. „Wir haben keine Intentionen, eine Konzerthalle oder Diskothek daraus zu machen.“

Auch der Betreiber der Eishalle Andreas Häse kann sich das nicht vorstellen. „Im Sommer ist der Bedarf dafür doch gar nicht gegeben“, ist er sich sicher. Musikhallen gebe es in der Stadt schließlich schon genug. „Im Sommer spielt sich so etwas doch eher draußen ab.“ Die Verlängerung der Eislauf-Saison sieht er auch mit Vorsicht. „Sobald die Sonne scheint, geht niemand mehr aufs Eis.“ Nur für die Vereine sei es gut, wenn die Halle schon vor dem 1. September zum Training freigegeben wäre. „Es wird schwierig, die Halle im Sommer wirtschaftlich sinnvoll zu nutzen“, sagt Häse.

Umsetzung kann dauern

Sigrid Hecht mahnt vor vorschnellen Reaktionen. „Wir wollen jetzt erst einmal klären, was baurechtlich überhaupt umsetzbar ist.“ Man müsse auf Waldabstände, Verkehr, Lärmemissionen und viele weitere Faktoren achten. Daher handle es sich hier um eine mittelfristige Planung. „Wenn wir baulich nichts tun, würde die Eishalle in einem absehbaren Zeitraum von zehn oder 15 Jahren nicht mehr nutzbar sein.“ Dem wolle man entgegenwirken. Wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, kann die KOE-Chefin jedoch noch nicht abschätzen – zumindest nicht, solange das Ergebnis der Studie nicht feststeht. „Wir hoffen, dass wir über verschiedene Varianten für die Halle Mitte des kommenden Jahres in der Bürgerschaft diskutieren können.“

Johanna Hegermann

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