Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Stäbelow bekommt zwei Wind-Riesen

Stäbelow Stäbelow bekommt zwei Wind-Riesen

Anlagen sollen 30 Meter höher werden als vorgesehen / Einwohner sind empört und fühlen sich übergangen

Voriger Artikel
Wasserrohrbruch legt Verkehr lahm
Nächster Artikel
Betrunkener zerstört Auslage von Bäckerfiliale

Stäbelow. Höher, lauter, weiter sichtbar? Die Stäbelower sind entsetzt über die Pläne des Windkraftanlagenbauers Eno Energy, den Windpark in der Gemeinde um zwei besonders hohe Anlagen zu erweitern. Fünf Räder drehen sich bereits nahe Wilsen und Bliesekow: Nabenhöhe 123 Meter, mit Rotorblättern 170 Meter hoch. Nun sollen zwei weitere Windkraftanlagen der neuesten Serie „eno 126“ errichtet werden, die die bisherigen um 14 Meter in Nabenhöhe und 31 Meter bei den Flügeln überragen. „Noch mehr Dreck, noch mehr Lärm, noch mehr Beeinträchtigung für die Dörfer“, schimpfte ein Anwohner auf der Gemeindevertretersitzung am Mittwochabend in Stäbelow.

 

OZ-Bild

Zwei Windräder im Windpark Stäbelow: Die Anlagen sind insgesamt 170 Meter hoch (Nabenhöhe 123 Meter). FOTO: MATHIAS OTTO

Quelle:

Christian Schubert und seine Kollegin Waldschläger vom Windkraftanlagenbauer Eno Energy informierten über den Planungsstand des Windparks. Zwei neue Anlagen seien im August genehmigt worden. Da aber eine weitere Bebauung des Windparks in der Gemeinde fraglich sei – 13 Anlagen waren ursprünglich einmal geplant – schwenke Eno Energy nun auf größere Windräder an den genehmigten Standorten um. „Wir haben im Oktober einen entsprechenden Änderungsantrag eingereicht“, teilte Waldschläger auf der Gemeindevertretersitzung mit.

Der Widerstand der Naturschutzbehörden schließe eine weitere Bebauung aus. Auch zwei angedachte Windräder im Grünland der Gemeinde Stäbelow würden nicht genehmigt. „In naher Zukunft sind diese beiden Anlagen daher das Einzige, was möglich ist“, sagte sie. Deshalb strebe die Firma hier größere und leistungsstärkere Anlagen an. Die Bundesregierung will unterdessen den Windkraftausbau bremsen und gibt vor allem für Norddeutschland Leistungsbegrenzungen aus. Denn die Windparks im Norden produzieren weit mehr Strom, als genutzt werden kann, weil Strom-Trassen in Richtung Süden fehlen.

Anlagenproduzent Eno Energy hält an seinen – genehmigten – Plänen in Stäbelow fest. „Wir sind ein wirtschaftliches Unternehmen, das 200 Arbeitsplätze in der Region geschaffen hat, und wir haben die Energiewende nicht erfunden“, erklärte Schubert.

„In den Niederungen haben die Dinger nichts zu suchen“, reagierte Gemeindevertreter Martin Schoen auf die Pläne. Für Verwirrung sorgen die unterschiedlichen Standorte der genehmigten und nun neu geplanten Windräder. „Wir haben die Anlagen in den Jahren, in denen das Projekt läuft, mehrfach verschoben“, antworteten die Eno-Energy-Mitarbeiter. Die Flächen habe sich das Unternehmen durch Verträge mit mehreren Grundstückseigentümern gesichert.

„Alles über unsere Köpfe hinweg“, ärgerte sich Gernot Migga aus Wilsen, Vorsitzender der „Bürgerinitiative Region Stäbelow“ (BIRS). Er erinnerte an eine Umfrage 2009, als sich 84 Prozent der Bewohner gegen Windräder vor ihrer Haustür ausgesprochen hatten. „Aber darauf wurde und wird keine Rücksicht genommen.“

Es sind der Lärm, die Landschaftsverschandelung, gesundheitliche Gefahren durch Infraschall, verminderte Wohn- und Lebensqualität und touristischer Wertverlust, die die Einwohner der Gemeinde aufregen. „Die Anlagen sind richtig laut, nachts um ein Uhr hört man es rattern“, sagte Ines Rosenfeld aus Wilsen. Sie wollte wissen: „Was passiert, wenn der Änderungsantrag nicht durchgeht?“ „Dann werden die kleineren Anlagen gebaut, für die wir die Genehmigung haben“, so Schubert.

„Wir sagen nicht generell Nein, aber man muss nicht den letzten Wohnstandort mit Windrädern ruinieren“, ärgert sich Thomas Knopp aus Kritzmow. Seine Gemeinde habe Windkraftanlagen lange abgelehnt, nun werde ihr eine untergejubelt – als Forschungsprojekt deklariert. Ihren Protest wollen die Bewohner der Gemeinden heute Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) in seiner Bürgersprechstunde in Bargeshagen übermitteln.

Doris Kesselring

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Utopien und Illusionen
Christa Wolf 2010 in Berlin.

Dokumente eines deutschen Lebens und ein kleiner Epochen- und Briefroman. Zum fünften Todestag der Schriftstellerin Christa Wolf erscheinen bisher unveröffentlichte Briefe.

mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Landkreis würdigt Ehrenamt im Sport

Landrat Sebastian Constien verleiht Ehrenmedaillen an engagierte Sportler im Kreissportbund / Rund 100 Gäste nehmen an Hafenrundfahrt teil