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„Städter“ ziehen ins Land-Tierheim

SCHLAGE „Städter“ ziehen ins Land-Tierheim

Nach der Schließung des Rostocker Tierheims sind Tiere und Angestellte in Schlage untergekommen / Mitarbeiter müssen sich auf exotische Neulinge einstellen

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Florian Mohs und Hündin „Fina“ sind aus Rostock gekommen, Aenne Dittmar und Katze „Karo“ sind Schlager Urgesteine.

Quelle: Fotos: Claudia Tupeit

Schlage. Alle zusammen auf dem Land: Seit das Tierheim Rostock geschlossen ist (die OZ berichtete), ist die Einrichtung auf dem Dorf in Schlage voll geworden. Sämtliche Tiere aus der Stadt sind umgezogen, auch die beiden festen Mitarbeiter sowie ein Lehrling aus der Hansestadt arbeiten nun auf dem Land mit.

OZ-Bild

Nach der Schließung des Rostocker Tierheims sind Tiere und Angestellte in Schlage untergekommen / Mitarbeiter müssen sich auf exotische Neulinge einstellen

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Besonders groß ist der Zuwachs in den Katzenhäusern. „Wir haben hier allein 150 Katzen, die aus Rostock sind“, sagt Regina Groß, Vize-Chefin des Schlager Tierheims. Darunter etliche kleine Tiere, die gerade erst im August geboren worden sind. Sie brauchen jetzt besonders viel Zuwendung. Aber auch in Schlage selbst sind in den vergangenen Monaten noch Jungtiere zur Welt gekommen. Mitarbeiterin Aenne Dittmar kümmert sich liebevoll um die Samtpfötchen. „Natürlich ohne einen Unterschied zwischen denen aus der Stadt und denen vom Land zu machen.“ Groß fügt hinzu: „Wir machen keinen Unterschied, alle Tiere gehören uns.“ Einzige Ausnahme sei die Vermittlung. Denn bei manchen Katzen, die für die Schlager Tierpfleger noch „neu“ sind, wird oft der aus Rostock stammende Kollege zur Hilfe dazugenommen. „Es ist nun mal so, dass sie sich mit den Tieren ganz genau auskennen, weil sie schon länger als wir mit ihnen zu tun haben“, erklärt Groß.

Zwar werden in Rostock seit der Schließung des Heimes keine Tiere mehr langfristig betreut, dennoch können gefundene oder nicht mehr gewollte Vierbeiner oder Piepmätze noch auf dem Areal der Tierklinik abgegeben werden. Wo vorher das Tierheim neben der Tierklinik war, ist heute noch eine Notauffangstation übrig geblieben. Dort bringt zum Beispiel auch die Feuerwehr gerettete Tiere hin.

Angelika Streubel, Ehrenamtlerin im Schlager Tierheim, fährt laut Regina Groß drei Mal pro Woche in die Stadt, um aus der Notunterkunft Tiere abzuholen und nach Schlage zu bringen.

Die Zusammenarbeit mit den „Städtern“ funktioniere gut, sagt Groß. Aufgaben, wie Saubermachen und Gassi gehen, seien ohnehin gleich. „Unterschiede gibt es zwar immer, die sind aber nicht schlimm“, sagt Groß. So werde im Tierheim Schlage mit Sägespänen gearbeitet; die Rostocker waren Katzenstreu gewöhnt. Und da es in Schlage keine Tierklinik nebenan gebe, seien die Pfleger auch intensiver mit der Versorgung kranker Tiere betraut: Sie geben Medikamente und Augensalben oder entwurmen auch.

Richtig neu seien für die Schlager hingegen exotische Tiere. „Wir haben jetzt auf einmal Schlangen und Schildkröten. Da müssen wir uns belesen, und Terrarien mussten wir auch erst mal kaufen“, sagt Groß und schmunzelt.

Der „Rostocker Export“ Florian Mohs (20), Azubi im dritten Lehrjahr, hat sich im Landtierheim, das hauptsächlich von Spenden lebt, gut eingefunden. Nur sein Arbeitsweg sei nun weiter. „Sonst konnte ich zu Fuß zur Arbeit, jetzt haben wir eine Fahrgemeinschaft.“

Ein bisschen Platz ist noch

150 Katzen stammen laut Regina Groß, Vize-Chefin des Schlager Tierheims, aus dem geschlossenen Tierheim Rostock. Sie gesellen sich zu den Samtpfötchen, die bereits in Schlage zu Hause waren. Die Katzenhäuser sind mittlerweile recht voll, vor allem viele Jungtiere sollen vermittelt weren.

3 Mal pro Woche fährt die Ehrenamtlerin Angelika Streubel nach Rostock, um dort Tiere abzuholen und nach Schlage zu bringen. In der Hansestadt gibt es nämlich weiterhin eine Notauffangstation für Fund- und Abgabetiere. Mit den Rostocker Hunden, Kleintieren und Vögeln kommt das Tierheim Schlage jetzt auf mehr als 400 Bewohner.

Claudia Tupeit

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