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Starkregen: Kanal ist voll

Stadtmitte Starkregen: Kanal ist voll

Heftiges Unwetter sorgte für Überschwemmungen / Stadt arbeitet an Entwässerungskonzept

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Feuerwehrmänner halfen vom Wasser eingeschlossenen Autofahrern trocken „an Land“ zu kommen.

Quelle: Fotos: Stefan Tretropp (4), Ove Arscholl

Stadtmitte. Kurz, aber heftig prasselte der Regen am frühen Freitag auf Rostock nieder. Das reichte aus, um die bekannten Problemstellen wieder unter Wasser zu setzen: die Straßen am Holbein- und am Goetheplatz sowie in der Parkstraße. Dabei hatte die Stadt schon vor drei Jahren ein Konzept vorgelegt, damit genau das nicht mehr passieren kann. „Wir haben nie gesagt, dass das schnell umzusetzen ist“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Bündnis 90/Grüne).

Drei Achsen zur Entwässerung

Für die Innenstadt sind drei zentrale Entwässerungsachsen geplant, an denen auch die drei Problemstraßen liegen. Kernpunkt ist die Trennung von Schmutz- und Regenwasser, das dann zum Teil über alte Bachläufe direkt in die Warnow fließt. „Wir müssen das schrittweise abarbeiten“, erklärt Holger Matthäus. Eine dieser Achsen ist der Kaymühlengraben von der Hans-Sachs-Allee über Holbeinplatz und Werftdreieck zur Warnow. Mit der Bebauung des Areals soll auch das Entwässerungskonzept umgesetzt werden, kündigt Matthäus an. Die alte Hasenbäk spielt ebenso wie der Kaymühlengraben eine zentrale Rolle, um Überflutungen in der Innenstadt zu verhindern. Hier führt die Achse über Thierfelder- und Parkstraße sowie den Ulmenmarkt zur Warnow. Aus Sicht von Matthäus kann der Hochwasserschutz mit dem Bebaungsplan Thierfelder Straße und der Umgestaltung des Ulmenmarkts greifen. Wie die L 22 trocken bleibt, soll mit der Planung für den Stadthafen und die Straßensanierung festgelegt werden – auch in enger Abstimmung mit dem Umweltamt. „Die drei genannten Achsen müssen für Starkregenereignisse ertüchtigt werden, indem die verschiedenen Akteure zusammen planen, finanzieren und abgestimmt bauen“, beschreibt Matthäus die Notwendigkeit.

Noch keine Lösung für Südring

Noch keine wirkliche Lösung kann der Umweltsenator für den Südring unter den Bahngleisen präsentieren. „Vielleicht bekommen wir da mit dem Bebauungsplan Groter Pohl etwas hin.“ Fortschritte seit dem großen Hochwasser 2011 konnten in den Bereichen des Laak-Kanals, Schmarler Bachs und Stromgrabens in der Rostocker Heide mit neuen Gräben, Brücken und Schöpfwerken erzielt werden, beschreibt Matthäus die Aktivitäten der vergangenen Jahre.

Fünfmal mehr in Kläranlage

Völlig klar sei, dass es auch in Rostock häufiger Starkregen-Ereignisse geben wird, erklärte Holger Matthäus gestern am Rande einer Konferenz zum Klimawandel. Allein könnten die Kommunen die Probleme nicht lösen. „Wir brauchen auch Geld von Land und Bund.“ Und bis die Konzepte greifen, müssen sich die Rostocker auf überflutete Straßen einstellen.

„Zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens sind 23000 Kubikmeter im Zulauf der Zentralen Kläranlage gemessen worden“, beschreibt Eurawasser-Sprecherin Gabi Kniffka die Dimension des Starkregens am Freitag. Normal seien 5000 Kubikmeter in einem solchen Zeitraum. „Die öffentliche Kanalisation ist auf bestimmte Regen-Ereignisse ausgelegt. Bei Unwettern aber mit Niederschlagsmengen, die deutlich über den Werten liegen, kann es zu Überschwemmungen kommen“, sagt Gabi Kniffka.

Unterführungen liefen voll

Die Folgen spürten Autofahrer und Feuerwehrleute. 28 „Wasser-Einsätze“ gab es zwischen 2.27 und 10 Uhr, berichtet Brandrat Jörg Bauschke. Wasser musste aus Wohnungen und Kellern abgepumpt werden, aber vor allem Unterführungen und Tunnel an den genannten Problemstellen liefen voll. Das hielt so manchen Fahrzeug-Lenker aber nicht davon ab, dennoch hineinzufahren. Für einige war es das letzte Manöver mit ihrem Auto. Denn diese soffen nicht nur im wahrsten Sinne ab, manche schwammen sogar auf und trieben ab.

Autos aus Wasser gezogen

In ihrer Not blieb den Fahrern nichts anderes übrig, als auf die Dächer ihrer Fahrzeuge zu klettern und auf Hilfe zu warten. Die kam kurze Zeit später in Form der Feuerwehr. Die Männer zogen sich Wathosen an und nahmen dann die Gestrandeten huckepack mit „zum sicheren Ufer“. Die Autos wurden später per Seilwinde geborgen. Neben dem Auto- kam auch der Straßenbahnverkehr zeitweise zum Erliegen. Noch zum einsetzenden Berufsverkehr gab es Behinderungen.

Stefan Tretropp und Thomas Niebuhr

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