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Statt Mathe und Deutsch steht Gärtnern auf dem Stundenplan

Südstadt Statt Mathe und Deutsch steht Gärtnern auf dem Stundenplan

In der Kleingartenanlage „Mooskuhle“ bewirtschaften Mädchen und Jungen der Jenaplanschule wöchentlich einen Schulgarten / Hilfe von den „alten“ Nachbarn

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Elias Jahn (l., 14) und Jonas Radisch (14) machen sich mit Hilfe von Lehrerin Marion Westphal bei den Kartoffeln ans Werk. Fotos (3): Claudia Tupeit

Südstadt. Rocco und Liam sind zwei Jungen, die anpacken können. Karl-Heinz Braatz hievt mit den beiden die neue Spüle in die kleine Ecke der Laube. „Habt ihr gut gemacht“, sagt Braatz und hebt den Daumen in die Luft. Der 78 Jahre alte Gartenbesitzer hilft so oft es geht mit , wenn sich die Jungen und Mädchen der achten und siebten Klasse von der Jenaplanschule in ihrem Schulgarten treffen. „Es macht mir Freude zu helfen, weil nur durch frühe praktische Erfahrungen Kinder heutzutage Lust auf Gärtnern bekommen“, erklärt Braatz sein Engagement.

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In der Kleingartenanlage „Mooskuhle“ bewirtschaften Mädchen und Jungen der Jenaplanschule wöchentlich einen Schulgarten / Hilfe von den „alten“ Nachbarn

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Und schließlich brauchen die Kleingärtner Nachwuchs.

Rocco Heusohn und Liam Hartmann grinsen nach dem Kompliment zufrieden und werkeln weiter mit Harke und Hammer. Jeden Mittwoch steht für sie und fünf Mitschüler statt Mathe oder Englisch der Projekttag im Schulgarten auf dem Stundenplan. Um acht Uhr morgens treffen sich alle in der Kleingartenanlage „Mooskuhle“ in der Schwaaner Landstraße am Gartenzaun mit Lehrerin Marion Westphal. Rocco (14) hat sein Longboard unterm Arm – auf dem Brett kommt er von daheim angerollt. Er kennt das Laubenleben schon von den Großeltern. Liam (13) radelt aus Huckstorf zur „Mooskuhle“, wo die Schule seit zwei Jahren eine Parzelle hat. „Der Schulverein übernimmt die Pacht und auch die Wasser- und Stromkosten“, sagt Westphal, die den Schulgarten leitet. „Den Rest finanzieren wir selbst.“ Zum Beispiel mit Ernteverkäufen und Elternspenden.

Vier stattliche Kohlrabis haben Karoline Werner (13) und Greta Zeisler (13) aus der Erde geholt. Die Mädchen machen sich gern die Hände schmutzig. „So ist man nicht immer nur drinnen“, findet Greta, eine Siebtklässlerin. Und Karo ergänzt lachend: „Es darf nur nicht zu heiß sein, dann ist das Arbeiten anstrengend.“ Vor der Laube kümmern sich Jonas Radisch (14) und Elias Jahn (14) um Kartoffeln und Tomatenpflanzen. Letztere drohten, als es jüngst so lange sehr heiß war, einzugehen. Holger Stengel, der schräg gegenüber sein Erholungsparadies hat, ist allerdings mit reichlich Wasser zur Stelle gewesen. „Wir sind froh, dass uns die Leute drumherum so gut unterstützen“, sagt die Lehrerin. Sie sieht in den wöchentlichen knapp fünf Projektstunden auch einen wissenschaftlichen Aspekt:

„Wir benutzen ökologische Schädlingsbekämpfung und Dünger.“ (Schul-)Bildung zwischen Beet und Hecke.

Zwei Mooskuhlen

500 Quadratmeter sind die Gärten in etwa groß, die zur länger existierenden Mooskuhle-Kleingartenanlage gehören. In drei Reihen wirtschaften und erholen sich viele ältere Rostocker, deren Eltern und Großeltern wiederum schon die Gärten besaßen. An die alten Gärten schließt sich die „Neue Mooskuhle“ an, wo etwa in den 1970er Jahren kleinere Parzellen dazu gekommen sind. Die Mooskuhle ist wegen des Hellbachs als Trinkwasserschutzgebiet ausgewiesen.

Claudia Tupeit

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