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Stau im Schwimmbad: Neues Einlass-System sorgt für Ärger

Hansaviertel Stau im Schwimmbad: Neues Einlass-System sorgt für Ärger

Seit Jahresanfang müssen sich alle Besucher des Neptun-Hallenbades aufwendig registrieren / Vereine und Besucher stehen nun Schlange vor der Kasse

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Hansaviertel. Wer dieser Tage in der Neptun-Halle schwimmen will, der braucht vor allem eines: Geduld. Insbesondere dann, wenn ganze Schulklassen oder Kita-Gruppen ins Bad wollen, wird es eng. Allerdings nicht erst in den Umkleiden oder im Becken, sondern schon am Eingang. Der Grund: Die Stadt hat zum 1. Januar ein neues Einlass-System für die Neptun-Schwimmhalle eingeführt. Und das funktioniert, so räumt selbst Sportsenator Steffen Bockhahn (Linke) ein, suboptimal. Vor allem Schulen und Sportvereine sind genervt – von langen Schlangen an der Pforte und einem enormen bürokratischen Aufwand.

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Seit Jahresanfang müssen sich alle Besucher des Neptun-Hallenbades aufwendig registrieren / Vereine und Besucher stehen nun Schlange vor der Kasse

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Nur zwei öffentliche Hallenbäder in Rostock

Räumt die Probleme mit dem neuen Einlass-

System ein: Sportsenator Steffen Bockhahn.

Einlass in das größte Hallenbad der Stadt wird seit Beginn des neuen Jahres nämlich nur noch mit einer elektronischen Eintrittskarte gewährt. Doch um die überhaupt ausgehändigt zu bekommen, müssen sich die Besucher zuvor an der Kasse registrieren – mit Name und Adresse. Der Vorgang kostet Zeit: „Vor allem am frühen Nachmittag stehen die Leute vor der Pforte Schlange“, klagt beispielsweise Andreas Blümel, Vorsitzender des Wassersportvereins SV Olympia. Sportler, Schüler und auch „normale“ Badegäste müssen dann bis zu 20 Minuten anstehen. „Aber die Kinder kommen doch zum Schwimmen – und nicht um irgendwelche Zettel auszufüllen“, so Blümel. Auch im Hanse Schwimmverein gibt es Ärger wegen der neuen Technik: Der Vorstand hat sich eigens zu dem Thema mit einem Schreiben an alle Mitglieder und Eltern gewandt.

Dass es überhaupt ein neues System gibt, hat nach Angaben des zuständigen Senators einen einfachen rechtlichen Hintergrund: „Wir sind dazu verpflichtet, dass wir zu jeder Zeit genau wissen, wie viele Menschen sich im Bad aufhalten“, sagt Steffen Bockhahn. Das sei vor allem im Notfall wichtig: „Wenn es zu einem Unglück im Hallenbad kommt, können wir der Berufsfeuerwehr sofort sagen, wie viele Menschen sich im Gebäude aufhalten. Diese Info ist im Notfall extrem wichtig“, so der Senator. Mehr als 10 000 dieser neuen Einlasskarten seien für diesen Zweck programmiert worden und werden nun nach und nach ausgegeben.

Bockhahn räumt die Probleme mit der neuen Technik ein: „Wir haben vor allem mit Schüler- und Kita-Gruppen noch Probleme.“ Denn während Dauernutzer – Leistungssportler zum Beispiel, die mehrmals die Woche in der Halle trainieren – einmal eine Karte erhalten und damit immer wieder ohne Aufwand reinkommen, müssen alle Tagesgäste – und zu denen zählen auch Schulklassen - sich jedes Mal wieder aufwändig registrieren. „Wir arbeiten an einer Lösung. So wie es im Moment läuft, soll und darf es kein Dauerzustand bleiben“, sagt Bockhahn. Gestern wurde bereits eine provisorische Lösung eingeführt: „Wir verzichten vorerst auf Namenslisten.“

Die neue Einlass-Technik sorgt aber noch aus einem anderen Grund für Wirbel – und das sogar in der Stadtpolitik: Die Grünen sorgen sich um den Datenschutz. „Mal davon abgesehen, dass das neue System hoch kompliziert und nervig für alle Beteiligten ist: Wir verstehen nicht, warum jeder Besucher sein genaues Geburtsdatum, Name und Anschrift angeben muss“, sagt Fraktionschef Uwe Flachsmeyer. Was wolle die Stadt mit diesen persönlichen Infos der Schwimmer, wie lange werden sie wo gespeichert und wer garantiert, dass sie nicht missbraucht werden? Auf diese Fragen will er nun offizielle Antworten der Stadtverwaltung. „Früher als Kind habe ich meinen Schüler- oder Vereinsausweis vorgezeigt und bin reingekommen. Ich verstehe nicht, warum das heute nicht mehr so einfach gehen soll“, so Flachsmeyer. Senator Bockhahn versucht, zumindest die Datenschutz-Bedenken auszuräumen: „Das ist alles sauber. Die Datenschutz-Beauftragte der Stadt hat das abgesegnet.“

Von den Verein kommt indes ein Vorschlag, wie das Chaos im Hallenbad kurzfristig beendet werden kann: „Wir sehen ja ein, dass die Erfassung der Besucher notwendig ist“, sagt SV Olympia-Chef Blümel.

Aber: „Nur Dauernutzer sollten die neuen elektronischen Karten nutzen und sich registrieren müssen.“ Für Tagesgäste seien die alten Chip-Münzen nach wie vor ausreichend. „Das geht ohne Registrierung, schnell und die Stadt hat trotzdem einen Überblick, wie viele Leute in der Halle sind.“

10000

neue Einlasskarten hat die Hansestadt Rostock zum 1. Januar für das Neptun-Bad programmieren lassen.

1955 eröffnete das Hallenbad nach dreijähriger Bauzeit. Es galt damals als eine der modernsten Schwimmhallen

Europas.

6 Euro Eintritt zahlen Erwachsene für eineinhalb Stunden im Bad. Kinder kommen für die Hälfte rein. Infos zu Öffnungszeiten auf www.rostock.de

Andreas Meyer

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