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„Streetdance“ – getanztes Lebensgefühl

Toitenwinkel „Streetdance“ – getanztes Lebensgefühl

Vier Teams aus Rostock treten bei der Berliner Meisterschaft an / Mannschaften arbeiten noch an Choreografie

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Die „Beat Crushers“ sind das Kids-Team der Streetdancer aus der Tanzschule Schimmelpfennig in Toitenwinkel. Sie treten am Wochenende bei der Berliner Meisterschaft an und wollen ganz oben mitspielen. Dafür trainieren sie hart. Foto (2): Philip Schülermann

Toitenwinkel. „Achtet auf die Arme“, „Denkt an den Abstand zueinander“, „Tanzt, als würde die Musik nur dadurch entstehen“ – Anika Preuss feilt mit ihren Schützlingen an den letzten Details ihrer Choreografie, ruft gegen die dröhnenden Bässe an. Am Wochenende fährt sie mit vier Teams zur Berliner Streetdance-Meisterschaft. Und dort wollen sie und die Tänzer nichts dem Zufall überlassen.

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Vier Teams aus Rostock treten bei der Berliner Meisterschaft an / Mannschaften arbeiten noch an Choreografie

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Streetdance ist schweißtreibend. Mit gemächlichem Schwofen und Schunkeln hat das nichts zu tun. Die Bewegungen sind schnell, die Schrittfolgen auch. „Man achtet auf die kleinsten Elemente in einem Song“, sagt Anika Preuss (29). Sie ist Tanzlehrerin und Hiphop ist ihre liebste Disziplin. „Das ist ein Lebensgefühl, eine ganze Kultur“, sagt sie. Und dieses Lebensgefühl drückt Streetdance aus.

Trainer und Tänzer müssen die Lieder genau kennen, zu denen sie tanzen. Jeder kleinste Ton oder Effekt wird in der Choreografie bedacht. „Die Kunst, jedes Detail des Songs zu vermitteln“, nennt Preuss das. „Ich mixe die Songs selbst.“ Denn: Zu einem Lied von Anfang bis Ende zu tanzen, mache man heute nicht mehr. Heute wechseln die Stücke in kürzester Zeit – wie bei einem Medley.

Die Formation „Sklaven des Beat“ hat bereits einige Wettkampferfahrung. Erst im Frühjahr haben die Rostocker Tänzer an der Deutschen Meisterschaft teilgenommen. Nur knapp haben sie dabei die Chance verpasst, in Las Vegas bei der Weltmeisterschaft antreten zu dürfen. Nun gilt: Jetzt erst recht!

Die „Beat Crushers“, das Kinder-Team, tanzt erst seit April zusammen. Zuvor haben die 10- bis 13-Jährigen in zwei Gruppen trainiert. Jetzt sind sie eine Mannschaft und haben Berlin vor der Brust. „Da sind sehr gute Teams dabei“, sagt Bennet (11). „Aber wir können oben mitspielen“, sagt er. Noch liegt etwas Training vor ihnen: Gesichtsausdruck, Fußstellung, den Kopf neigen – Trainerin Anika Preuss findet die kleinsten Unstimmigkeiten in der großen Gruppe.

Jetzt wird erst mal ohne Musik geprobt. Im Saal der Tanzschule Schimmelpfennig in Toitenwinkel gehen die Hiphoper Schritt für Schritt ihrer Choreografie durch. Dazu singt ihre Trainerin Teile des Songs an oder zählt laut im Takt mit. Hin und wieder baut sie gesungene Anweisungen ein. Aber wie merkt man sich die Bewegungen? Es müssen Hunderte sein. „Die hat man irgendwann einfach im Kopf“, sagt der elfjährige Lukas. Die festgelegte Choreografie üben sie abschnittweise ein, bis sie am Ende den ganzen Mix verkörpern.

„In diesem Jahr tanzen wir eine Kategorie höher“, sagt Anika Preuss. Das sei das Schöne an Berlin. Man könne sich innerhalb des einen Wettbewerbs steigern, weil es verschiedene Schwierigkeitsgrade gebe.

Die erfahrenen „Sklaven des Beat“ teilen sich nun in Gruppen auf, um Teile ihres Programms zu üben. Erst danach tanzen sie wieder gemeinsam. Momentan trainieren sie öfter – auch mal ohne Anika Preuss. Sie treten am Sonntag an, die jüngeren Tänzer zeigen bereits am Sonnabend, was sie können.

„Es ist das Feeling“, sagt Anika Preuss. Hiphop und Streetdance gingen „in den Körper über“. Und das sieht man: Gestik, Mimik und Körpersprache werden eins mit der Musik. „Tanzen lässt mich meine Sorgen vergessen“, sagt Nancy Buller, die bei „Sklaven des Beat“ tanzt und in der Tanzschule in der Ausbildung ist. Und die Atmosphäre bei den Auftritten sei immer atemberaubend, sagt sie.

Die „Beat Crushers“, „BEATelicious“, „Off Beat“ und die „Sklaven des Beat“ wollen in Berlin abräumen. Dazu trainieren sie noch mal jeden der Schritte, bis sie in Perfektion sitzen. Für Nancy Buller hat die Berliner Meisterschaft noch einen Reiz: Sie treffe dort Tänzer, die sie länger nicht gesehen hat. „Und ich liebe das Gefühl, mit meiner Crew einen Tag zu verbringen.“

Streetdance

Der Hiphop-Tanz gilt als Teil der Hiphop-Kultur, die ihren Ursprung in den Ghettos im New York der 1970er Jahre hat. Die Jugendlichen drückten in der Musik kreativ ihre Unzufriedenheit aus.

Streetdance lässt sich als Ursprung des heutigen Tanzstils verstehen. Mit ihm traten Gang-Mitglieder gewaltfrei gegeneinander an. Seine Wurzeln hat der Streetdance zum Beispiel im brasilianischen Capoeira.

Die 13. Streetdance-Meisterschaft findet am 9. und 10. Juli auf der „You“-Messe in Berlin statt.

Philip Schülermann

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