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Streik bei Rostocker Geldboten: Engpässe am Automaten?

Toitenwinkel Streik bei Rostocker Geldboten: Engpässe am Automaten?

Tarifstreit in der Werttransportbranche / Mitarbeiter wollen mehr Geld

Toitenwinkel. Bundesweit haben gestern Mitarbeiter von Geld- und Werttransportfirmen für höhere Löhne gestreikt. In Rostock war die Firma Prosegur betroffen. Etwa 50

Mitarbeiter machten vor dem Standort im Brückenweg auf ihre Forderungen aufmerksam. „Es liegt kein verhandelbares Angebot auf dem Tisch, deshalb der Warnstreik“, sagte Dieter Altmann, Fachbereichsleiter im Landesbezirk Nord bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (verdi).

Die Arbeitnehmer fordern 1,50 Euro mehr Stundenlohn. Das entspräche einer Steigerung von etwa 9,3 Prozent. Die Arbeitgeberseite, vertreten durch die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW), hatte zuletzt eine Lohnerhöhung von zwei Prozent pro Jahr mit einer Laufzeit von zwei Jahren angeboten. Das entspräche einem um 32 Cent höheren Stundenlohn. Seit Oktober vergangenen Jahres gab es zwei Verhandlungsrunden, am Montag findet die dritte in Hannover statt.

Nur drei von 21 Geldtransportern vom Rostocker Prosegur-Standort waren gestern unterwegs. Vonseiten der Firma wollte sich niemand zu dem Streik äußern. „An nur einem Streiktag ist die Bargeldversorgung nicht so massiv eingeschränkt. Dauert es länger, wird es ein Problem“, sagte dagegen BDGW-Sprecherin Silke Wollmann. Bankautomaten würden nicht mehr bestückt. Im Einzelhandel würden die Tageseinnahmen nicht mehr abgeholt. Auch die Versorgung mit Wechselgeld käme ins Stocken.

„Die Bargeldversorgung ist aber gesichert“, sagte gestern Cornelia Mai, Marketingleiterin der Rostocker Volks- und Raiffeisenbanken. Möglich seien Engpässe an besonders belebten Orten, etwa in Warnemünde oder im Hanse-Center in Bentwisch, „wenn die Automaten anderer Banken ausfallen und unsere Automaten übergebührlich genutzt werden“, so Mai. Auch an der Supermarktkasse schien es gestern keine Probleme zu geben. „Alles läuft wie es soll“, sagte beispielsweise Marko Maschurek, Geschäftsführer des Real-Marktes im Ostseepark-Center.

Möglich aber, dass ein längerer Streik droht, wenn die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebervereinigung erneut scheitern. „Auch dann ist alles gesichert“, so Marko Maschurek. „Wir haben in einem solchen Fall ein eigenes Notfallkonzept“, sagt auch Cornelia Mai. Geschäftsbanken werden von der Bundesbank, die auch eine Filiale in Rostock hat, mit frischem Bargeld versorgt.

Den Transport übernehmen Privatfirmen wie Prosegur. „Wir haben das Risiko. Dazu die körperliche Belastung und die vielen Überstunden. Wir sind nicht auf Rosen gebettet“, sagte gestern Mark Hauer aus dem Prosegur-Betriebsrat. Monatlich würden pro Mitarbeiter etwa 30 Überstunden anfallen. 130 Mitarbeiter sind bei Prosegur in Rostock beschäftigt. Die steigenden Lebenserhaltungskosten und die unterschiedliche Bezahlung in Ost und West seien weitere Argumente für eine Lohnerhöhung. In den neuen Bundesländern bekommen Geldboten einen tariflichen Stundenlohn von 11,24 Euro. In Schleswig-Holstein sind es 11,80 Euro, in Nordrhein-Westfalen sogar 15,73 Euro.

„Wir verstehen die Argumentation zum Ost-West-Angleich. Wir sind bemüht, das zu schaffen, aber in kleinen Schritten“, sagt BDGW-Sprecherin Wollmann und nennt dafür einen Zeitraum von mehreren Jahren.

Ein Streik sei völlig unangebracht. „Die Gewerkschaft versteht nicht, dass es der Werttransportbranche schlecht geht.“ Gründe dafür seien, dass es auch bei den Banken kriselt und zudem der Bargeldverkehr aufgrund von Online-Einkäufen oder vermehrter EC- und Kreditkartenzahlung abnehme.

Robert Niemeyer

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