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Stresstest für Windpark durch Anwohner

Warnemünde Stresstest für Windpark durch Anwohner

Weltweit einmalige Visualisierung macht Anlagen realitätsnah erlebbar / Warnemünde ist Pilotprojekt

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Wir sind niemandem verpflichtet und kein Bestandteil von Planungen.“Gundula Hübner, Projektleiterin Uni Halle

Warnemünde. Entlang der Ostseeküste sind Offshore-Windparks geplant, relativ küstennah. Über sie wird leidenschaftlich und kontrovers gestritten. Damit sich Anwohner und Urlauber überhaupt vorstellen können, was da möglicherweise entsteht, ist eine völlig neue Anschauungsvariante entwickelt worden. Vom 5. bis bis zum 7. August gibt es auf der Warnemünder Promenade beim Leuchtturm eine weltweit einmalige Visualisierung.

 

OZ-Bild

Wie in einem großen 180-Grad-Kino erlaubt das Zelt ungewöhnliche Meeresblicke mit Windenergieanlagen.

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„Wir bauen ein Iglu, einen Visualisierungsdom auf, in dem die Küste mit den geplanten Windparks erlebt werden kann, vergleichbar mit einem 180-Grad-Kino“, sagt Professorin Gundula Hübner von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Erstmals in Deutschland wird die von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich entwickelte Visualisierung gezeigt.

Das Dom-Projekt und die begleitende Befragung von Besuchern durch Studenten ist Teil eines großen Forschungsvorhabens. Gemeinsam wollen die Universität Halle, die ETH Zürich und die Technische Universität München wissen: Wie ist die soziale Akzeptanz von küstennahen Windparks? Hintergrund ist die befürchtete negative Auswirkung auf den Tourismus und die Lebensqualität. „Um die Debatte über mögliche Folgen zu versachlichen, soll empirisch verlässliches Wissen bereitgestellt werden“, erklärt Gundula Hübner.

Die Professorin betont, dass alle Beteiligten völlig neutral seien. Es handele sich um keine Auftragsforschung, man sei niemandem verpflichtet und auch nicht Bestandteil irgendwelcher Planungsprozesse.

An dem Projekt sind so viele hochkarätige Wissenschaftseinrichtungen beteiligt, weil man am Beispiel der Offshore-Windparks zeigen könne, wie es generell bei technischen Großprojekten mit der sozialen Zustimmung oder Ablehnung bestellt sei. Die Idee wurde in Zürich und München entwickelt. Als Koordinatorin wurde Gundula Hübner ins Boot geholt. Die Forschung wird gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Ministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung in Schwerin. Kooperationspartner sind der Tourismusverband, das Wind-Energy Network und das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung.

„Wir wollen wissen, wie ist die Akzeptanz unter Anwohnern und Urlaubern“, bringt Gundula Hübner die Zielstellung auf den Punkt. Zu ihrem Team gehört auch Johannes Pohl, der 2000 eine Schattenwurfstudie für Windräder erarbeitete. Im Ergebnis gibt es die heutige Regelung, dass nicht länger als 30 Minuten pro Tag ein Windradschatte auf ein Wohngebiet fallen darf.

„Das Ergebnis unserer Studie liegt im Frühjahr 2017 vor, es wird für alle frei zugänglich sein“, verspricht die Wissenschaftlerin.

„Der Ausbau der Erneuerbaren Energie kann nur gemeinsam mit der Bevölkerung erreicht werden. Wir wollen einen übertragbaren Beitrag zur möglichst konfliktarmen und nachhaltigen Planung von Großprojekten leisten“, so Hübner weiter. Darum sei die Meinung der Anwohner, nachdem sie die Visualisierung gesehen haben, so wichtig. Die Wissenschaftler würden sich freuen, wenn vor allem jüngere Anwohner vorbeikommen, denn sie müssen künftig damit leben, was heute gebaut wird.

Küste auf einen Blick

Das Zelt , ein Visualisierungsdom, ermöglicht nicht nur ein 180-Grad-Landschaftspanorama, sondern die Projektion erlaubt zusätzlich, tageszeitabhängige Lichtverhältnisse, Wetterbedingungen sowie Geräusche zu simulieren.

Durch die zur Verfügung stehende Software kann auch die energetische Effizienz der geplanten einzelnen Windanlagen bestimmt werden. Dieser Dom wurde erstmalig im September 2014 auf einer Veranstaltung in Lublin, Polen, präsentiert. In Deutschland hat er in Warnemünde seine Premiere.

Thomas Sternberg

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