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Stromtausch in Bentwisch

Bentwisch Stromtausch in Bentwisch

Hochspannungsnetzbetreiber 50hertz investiert 132 Millionen Euro ins Umspannwerk

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50hertz-Mitarbeiter Bernd Ackermann (v.l.) erklärte gestern bei einem Informationsnachmittag im Börgerhus in Bentwisch Hanns Lange, Bürgermeister von Broderstorf, und Burkhard Grunow, ebenfalls aus Broderstorf, wie die neue Anlage im Umspannwerk Bentwisch aussehen soll.

Quelle: Fotos: Robert Niemeyer

Bentwisch. Der Hochspannungsnetzbetreiber 50hertz investiert in das Umspannwerk in Bentwisch. Auf dem Gelände vor den Toren Rostocks wird eine sogenannte Konverter-Kurzkupplung gebaut, untergebracht in einem 100 mal 50 Meter großen Gebäude. Kostenpunkt: 132 Millionen Euro. Die Anlage ist ein Teil des internationalen Projektes „Kriegers Flak – Combined Grid Solution“, mit dem eine weitere Stromverbindung zwischen Mecklenburg-Vorpommern und dem skandinavischen Land geschaffen wird. Gesamtkosten: Rund 300 Millionen Euro.

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Hochspannungsnetzbetreiber 50hertz investiert 132 Millionen Euro ins Umspannwerk

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„Mit der Verbindung wird unter anderem der Stromaustausch sichergestellt. Auch die Versorgungssicherheit wird erhöht“, sagt Teilprojektleiter Hans-Christian Seeliger. Überschüssiger Strom, etwa aus Windenergie, könnte so Speichern in Dänemark zugeführt werden. „Im Moment fließt viel Strom zu den Nachbarn ab. Die Leitungen sind ständig überlastet“, so Seeliger. Andersherum könnte über Dänemark bei einem Ausfall eines größeren Kraftwerks in Deutschland Strom in die Bundesrepublik transportiert werden. „Ein weiterer Effekt könnte eine preisdämpfende Wirkung sein“, so Christian Seeliger.

Eine Verbindung gibt es mit dem sogenannten Kontek-Kabel bereits seit Mitte der 1990er Jahre. In knapp zwei Jahren soll die zweite in Betrieb gehen. Die Kosten für das Projekt teilen sich 50hertz und sein dänisches Pendant Energinet.dk zur Hälfte.

Die Arbeiten am Umspannwerk in Bentwisch sind die einzigen an Land. Ein Kabel muss hier nicht verlegt werden. Genutzt wird nämlich die bestehende Kabelverbindung zu den Hochsee-Windparks Baltic I vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und Baltic II nördlich von Rügen. Die Dänen ihrerseits planen einen neuen Windpark namens Kriegers Flak, 30 Kilometer von Baltic II entfernt. Ein Unterseekabel soll beide verbinden und somit auch beide Länder.

Die Arbeiten in Bentwisch sollen in den nächsten Wochen beginnen. Mitte 2018 soll der deutsche Teil des Projektes fertig sein. Anfang 2019, so der Plan, soll die Verbindung stehen.

Die Anlage in Bentwisch ist erforderlich, weil die beiden Ländernetze nicht synchron arbeiten, also der dänische Strom quasi in deutschen Strom umgewandelt werden muss – und andersrum.

Das Gebäude passt komplett auf das Gelände in Bentwisch. Lediglich nördlich des Umspannwerks wurde für die Bauzeit eine Ackerfläche als Lager und Montagefläche gepachtet. Noch warten die Macher von 50hertz auf eine Genehmigung vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umweltschutz (Stalu).

Das Vorhaben ist von der Europäischen Kommission als „Projekt von gemeinsamem Interesse“ eingestuft worden. Solche Projekte seien besonders wichtig, weil sie Lücken im europäischen Verbundnetz schließen und zur Entwicklung eines gemeinsamen europäischen Energiemarktes beitragen. Finanziell gefördert wird das Projekt durch das Europäische Energieprogramm zur Konjunkturbelebung (EEPR ). Bis zu 50 Prozent Förderung sind möglich.

Während der Bauzeit werde es zu zwei kurzfristigen Sperrungen aufgrund von Transformator-Transporten kommen.

Kriegers Flak – Windpark soll Ostseeländer verbinden

Die „Kriegers Flak – Combined Grid Solution“ (CGS) soll die dänische Region Sjaelland und Mecklenburg-Vorpommern verbinden. Deutschland betreibt mit Baltic I und II bereits zwei Offshore-Windparks in der Ostsee. Dänemark bereitet derzeit den Bau des Offshore-Windparks Kriegers Flak vor. Dieser Windpark und Baltic 2 liegen weniger als 30 Kilometer auseinander. Beide Windparks sollen durch durch zwei Unterseekabel miteinander verbunden werden.

Die Frequenzen der Übertragungsnetze von Dänemark und Deutschland arbeiten mit leicht verschobenem Takt. Deshalb ist eine Anpassung erforderlich. Der dafür notwendige Konverter wird in Bentwisch gebaut. Der Bau an Land ist günstiger als auf einer Plattform auf See, wie es ursprünglich geplant war.

Robert Niemeyer

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