Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Gewitter

Navigation:
Studenten auf der Jagd nach Müll am Strand

NIENHAGEN Studenten auf der Jagd nach Müll am Strand

Sie sind junge Social Entrepreneurinnen – Visionärinnen, Unternehmensgründerinnen – die etwas bewegen wollen, eigene Ideen, haben und die möchten, dass die Ostsee ...

Voriger Artikel
Fronleichnam im Zeichen der Fusion
Nächster Artikel
Was heute in MV wichtig wird

Nina Bürklin (v.l.), Laura Engelhardt und Janine Heiner sammelten für eine Feldstudie am Strand von Nienhagen angespülten Müll.

Quelle: privat

Nienhagen. Sie sind junge Social Entrepreneurinnen – Visionärinnen, Unternehmensgründerinnen – die etwas bewegen wollen, eigene Ideen, haben und die möchten, dass die Ostsee auch zukünftigen Generationen erhalten bleibt. Die 29-jährige Janine Heiner sammelte im Rahmen einer Feldstudie zum Thema „Ocean Waste“ mit der 31-jährigen Laura Engelhardt und der 28-jährigen Nina Bürklin in Nienhagen am Strand Müll ein.

Seit ihrer Kindheit verbringt Janine Heiner ihre Ferien in der Wohnung ihres Großvaters und betrachtet Nienhagen als Heimat. Die Entwicklung der globalen Umweltverschmutzung beobachtet die Betriebswirtschaftlerin und Recyclingexpertin mit Sorge: „Unzählige Kippen, zahlreiche Plastikverpackungen und Reste von Fischernetzen – das ist die erschreckende Bilanz unserer nur 30-minütigen Feldstudie in Nienhagen“, so Janine Heiner. „Plastik benötigt bis zu 400 Jahre, bis es sich zersetzt, und landet über die Nahrungsaufnahme durch Fische wieder auf unserem Speiseteller.“ Vor allem ärgerte sich sich jedoch über die Kippen: „Eine einzige verschmutzt 40 Liter Wasser so stark, dass es zu einem toxischen Lebensraum für Fische wird.“

Dabei gibt es in Nienhagen an vielen Stellen kostenfreie Strandaschenbecher, die vom Fremdenverkehrsverein zur Verfügung gestellt werden. „Wir müssten die Aschenbecher vielleicht intensiver anbieten“, überlegt der Vorsitzende Frank Philipp. Um die acht Millionen Tonnen Plastik landen jährlich im Meer. „Falls sich daran nichts ändert, wird laut einer Studie der Ellen McArthur Stiftung 2050 gewichtsmäßig mehr Plastik als Fische im Meer sein.“ Die vier Frauen, zu der auch die 26-jährige Lena Friedmann gehört, die gerade Studien in Südostasien durchführt, suchen mit Fachwissen nach zukunftsfähigen Lösungen, wie mögliche Alternativen kompostierbarer Verpackungsmaterialien.

„Mehr Meer, weniger Müll“, nennen sie ihre Aktion. Kennengelernt haben sich die Modedesignerin und Marketingexpertin Nina Bürklin, die Ingenieurin und Innovationsstrategin Laura Engelhardt, die Beraterin und Biophysikerin Lena Friedmann und Janine Heiner im Oktober 2015 an der Social Entrepreneurship Akademie in München. Im Fokus der Akademie steht der Aufbau von innovativen Geschäftsmodellen, die gesellschaftlichen Mehrwert und unternehmerisches Handeln verbinden. „Wir wollen ein weltweites Netzwerk entwickeln, wo Leute, die sich selbst an kleinen Lösungen beteiligen, zusammenkommen, um gemeinsam Größeres auf die Beine zu stellen“, sagt Janine Heiner .

„Ich habe eine zeitlang in Kalifornien gelebt. Dort sind die Menschen offener für das Thema“, sagt die Studentin im Bezug auf Strand-Müllsammlung. „Hier scheint das weniger zu interessieren. Man wird belächelt.“ Aktuell arbeitet das Team an einer Kampagne, um die Gesellschaft zu sensibilisieren. Hierfür werden Kooperationspartner aus verschiedenen Bereichen gesucht. „Bei Interesse und zur Unterstützung der Aktion dürfen Sie sich gerne an followyournature@web.de wenden“, sagt Janine Heiner.

Sabine Hügelland

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel

Die Leser lieben Boltenhagen, die natürliche Schönheit der Wohlenberger Wiek und die Vielfalt der Insel Poel

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Basteln mit echtem Wir-Gefühl

Das Soziale Netzwerk Neubukow richtete am Wochenende den mittlerweile 9. Kreativtag aus