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Studentin legt Großes Kompositionsexamen ab

Östliche Altstadt Studentin legt Großes Kompositionsexamen ab

Seltenheit an der HMT / Jung-A Lim stellt Orchesterwerk mit Schlagzeugsolo vor

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Jung-A Lim (32) wurde 1985 in Seoul, Südkorea, geboren. Nach ihrem Abitur studierte sie Komposition an der Dan-Kook Universität in Seoul und nahm im Sommersemester 2013 ihr Masterstudium bei Professor Peter Manfred Wolf an der Hochschule für Musik und Theater Rostock auf.

Quelle: Foto: Pauline Rabe

Östliche Altstadt. „Denken, denken, denken.“ So lautet Jung-A Lims Geheimrezept für das Komponieren. Klingt einfach, ist es aber nicht. „Ich lasse mich bei meinen Werken oft von alltäglichen Dingen inspirieren. Bis eine genaue Vorstellung entsteht, dauert es jedoch eine Weile“, sagt die 32-Jährige. Bei ihrem aktuellsten Stück „Abhängigkeiten“ für Schlagzeug und Orchester war Lims Anfangsidee ihre plötzliche Erkrankung an Tinnitus. Anlass ist die Ablegung ihres Großen Kompositionsexamen – einer Prüfung, die nur selten an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) abgelegt wird.

„Ich freue mich sehr, diese Chance erhalten zu haben“, erzählt Lim. Das Konzertexamen ist ein Aufbaustudium für Studenten mit herausragender Leistung im Master. Dass die Südkoreanerin mal Komponistin werden würde, war dabei nicht immer klar: „Während bei den meisten ein inneres Bedürfnis dazu führt, war es bei mir vielmehr ein Zufall.“ Ihr großer Traum in Jugendtagen? Pianistin zu werden. Als Lims Klavierlehrerin ihr aber eröffnete, dass sie keine Begabung dafür hätte, musste ein neuer Plan her. „Ich wollte immer etwas mit Musik machen. Meine Lehrerin brachte mich schließlich auf das Komponieren und das war plötzlich viel interessanter.“

Nach ihrem Abitur studierte Lim Komposition an der Dan-Kook Universität ihrer Geburtsstadt Seoul. 2012 kam sie dann nach Deutschland. „Ich zog nach Essen, wo ich mich zunächst mit der Sprache auseinandersetzte.“ 2013 nahm sie dann ihr Masterstudium bei Professor Peter Manfred Wolf an der HMT auf. „Mein erster Eindruck von Rostock war positiv. Im Gegensatz zu Essen habe ich hier keine ausländerfeindlichen Erfahrungen machen müssen.“ Auch das Studium gefiel der 32-Jährigen stets: „Professor Wolf ist immer für einen da. Mit ihm als Unterstützung hat man wirklich großes Glück.“ Er gab auch Anreiz für ihr aktuellstes Werk, in dem sie sich mit den Gedanken von Johannes Brahms und Robert Schumann beschäftigt.

„Meine Ursprungsidee war der Tinnitus, unter dem ich seit einiger Zeit leide“, so Jung-A Lim. Obwohl dieser ständig vorhanden sei, mache er sich nur in ruhigen Situationen bemerkbar. „Das fasziniert mich.“ Doch die Komponistin merkte schnell: Die Darstellung ist zu schwierig. Also nahm sie den Vorschlag ihres Professors gerne an und „Abhängigkeiten“ entstand. Das Stück wurde mit Zitaten von Theodor W. Adorno und Eduard Hanslick ergänzt und zeichnet sich durch ein Schlagzeugsolo aus. „Dieses wird von Paul Wagner gespielt, der meine Vorstellung wirklich gut umsetzt.“ Sprecher des Textes ist Schauspielstudent Max Mehlhose-Löffler. „Die Arbeit mit dem Hochschulorchester der HMT macht wirklich Spaß.“ Lim verfolgte alle Proben. Gemeinsam mit den Musikern erarbeitete sie dabei die richtige Gesamtatmosphäre.

„Es ist schön zu sehen, dass die Verbindungen unter den verschiedenen Studenten im Haus so gut funktionieren“, ergänzt Angelika Thönes, Sprecherin der HMT. Für Lims Werk sei es außerdem zum Vorteil, dass auch die Studienbedingungen stimmen: „Das Schlagzeugsolo erfordert einen großen Bühnenaufbau, was ohne unsere Ausstattung kaum möglich wäre.“ Durch die Bereitstellung von Soft- und Hardware soll den Studenten die Möglichkeit gegeben werden, sich auszuprobieren. Und das nutzen Lim und ihre Kommilitonen.

Wie wird es für die Südkoreanerin nach dem Aufbaustudium nun weiter gehen? „Momentan ist das Leben wirklich schön. Ich möchte erstmal hier bleiben“, antwortet die Komponistin zufrieden. Derzeit arbeitet sie neben dem Studium als Musiklehrerin und gibt an der HMT Seminare für Musiktheorie. „Das gebe ich vorerst nicht auf.“ Davor stehe aber natürlich die Lust, weiter Werke zu kreieren.

Sechs Absolventen seit 1994

Das Konzertexamen ist ein Aufbaustudiengang nach dem Master.

9 verschiedene Richtungen sind an der HMT möglich: Streich- oder Blasinstrumente, Klavier, Klavierduo, Gesang, Schlagzeug, Harfe, Gitarre und Komposition.

Das Große Kompositionsexamen wurde bisher nur sechs Mal abgelegt. Für ihre Prüfung komponierte Jung-A Lim das Werk „Abhängigkeiten“ für Schlagzeug und Orchester, welches am 21. und 22. November im Katharinensaal uraufgeführt wird.

Pauline Rabe

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