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Studieren in Rostock ist gut und günstig

Stadtmitte Studieren in Rostock ist gut und günstig

Ein Afrikaner, eine Kanadierin und eine Kroatin erzählen über ihr Leben in der Hansestadt Rostock

Stadtmitte. Rostock ist eine beliebte Studentenstadt. Viele junge Leute aus dem Ausland nehmen an Austauschprogrammen teil. Für das Wintersemester 2016/17 hatten sich 1029 ausländische Studenten an der Universität Rostock eingeschrieben. „Die meisten kommen aus Asien“, sagt Ingrid Rieck von der Uni-Pressestelle. Auch die Hochschule für Musik und Theater ist international: 200 der 500 Studenten sind Ausländer.

 

OZ-Bild

Lana Bogojevic (23) aus Kroatien, Germano Mugambi (26) aus Kenia und Ingrid Takev (22) aus Kanada studieren in der Hansestadt Rostock.

Quelle: Foto: Axel Büssem

Drei von ihnen berichten im OZ-Gespräch, warum sie in Rostock studieren, wie sich das Studium hier von dem in der Heimat unterscheidet, wie schwer es war, Freunde zu finden, und ob sie anderen jungen Menschen empfehlen würden, hier zu studieren.

Germano Mugambi (26), Kenia, Maschinenbau

Germano Mugambi aus Kenia ist Masterstudent für Maschinenbau: „Deutschland ist für Maschinenbau bekannt. Als ich mit meinem Bachelor in Nairobi fertig war, suchte ich eine Universität für das Masterstudium. Die Uni Rostock antwortete mir am schnellsten.

Das Studium ist anders, die Professoren hier sind freundlicher und aufrichtiger, die Studenten haben ein ernsteres Verhältnis zur Ausbildung. In Kenia wird der Professor einfach wütend, wenn er eine dumme Frage hört. In Deutschland passiert das eher nicht. In Kenia braucht man fünf Jahre für den Bachelor, in Deutschland nur drei.

Am Anfang fiel es mir nicht leicht. Ich hatte keine Freunde und niemand wollte mir helfen, mich in Rostock einzuleben. In meiner Stadt ist es anders: Wenn du ein Neuling bist, sind die Menschen eifrig, mit dir zu reden und wertvolle Ratschläge zu geben. Außerdem, es ist egal, ob du reich oder arm bist – ein Freund kann für andere ohne Problem bezahlen. In Rostock kann man sich gut konzentrieren und sich auch am schönen Strand in Warnemünde erholen. Ich würde auf jeden Fall anderen empfehlen, hier zu studieren. Trotzdem werde ich nach dem Studium wahrscheinlich nach Kenia zurückgehen. Mit meiner Ausbildung kann ich in Nairobi einen guten Arbeitsplatz finden.“

Ingrid Takev (22), Kanada, Medizin

Ingrid Takev studiert seit zwei Jahren Medizin in Rostock und braucht noch vier Jahre bis zum Abschluss: „Ich wurde in Deutschland geboren. Als ich vier war, bekam mein Vater eine gute Stelle in Kanada. Mit meinen Eltern rede ich nur auf Deutsch. Das war einer der Gründe, weshalb ich mich entschieden habe, in Deutschland zu studieren. Außerdem ist das Studium in Deutschland deutlich günstiger als in Kanada. Dort müssen die meisten hohe Kredite aufnehmen. Der Gedanke, an der Ostsee zu wohnen, gefiel mir sehr.

In Kanada ist das Studium sehr anstrengend: Wegen der hohen Studiengebühren sind alle sehr angespannt und gestresst. Unterschiede gibt es auch bei den Prüfungen: nur schriftlich in Kanada, hier wird auch mündlich geprüft. Das war sehr gewöhnungsbedürftig für mich. Rostock ist eine sehr ruhige Stadt. Und genau diese Ruhe gefällt mir. Die Möglichkeit, fast immer mit dem Fahrrad zu fahren, schätze ich am meisten, weil in Kanada alle Menschen nur mit dem Auto unterwegs sind.

Die Mehrheit der Deutschen ist offen – sie äußern ihre Meinung ohne Zaudern. Einige Dinge sind noch ungewöhnlich für mich. Das Wetter ist viel zu kalt für den Sommer. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich für immer hier wohnen könnte. Aber in den nächsten vier Jahren kann sich meine Meinung natürlich ändern.“

Lana Bogojevic (23), Kroatien, Lehramt Deutsch, Englisch

Lana Bogojevic studiert an der Philosophischen Fakultät Zagreb und plant, Lehrerin für Deutsch und Englisch zu werden. In Rostock hat Lana ein Austauschsemester absolviert. „Ich hatte die Wahl zwischen Wien und Rostock. Ich habe Rostock gewählt, weil diese Stadt entfernter von meiner Heimat Zagreb ist. In Wien wäre ich jedes Wochenende nach Hause gefahren. Ich wollte aber ein neues Leben in einer neuen Stadt haben.

Mein Semester hier war interessant, aber leichter im Vergleich zu Kroatien. Ich hatte nur montags und dienstags Seminare, deshalb fing ich an, als Kellnerin zu arbeiten. Hier kann man mehr Geld in einem Café verdienen. Die Deutschen sind nett, aber sie laden ausländische Studenten nicht zu ihren Partys ein. In dieser Hinsicht sind Kroaten ganz anders: Sie unterhalten sich leidenschaftlich mit ausländischen Studenten und helfen ihnen.

Ich kam nach Rostock, um zu studieren und Deutsch zu lernen. Nach sechs Monaten kann ich ganz sicher sagen, dass dieses Austauschsemester erfolgreich war.

Rostock gefällt mir und ich könnte mir ein Leben hier vorstellen: Ich habe eine gemütliche Wohnung, wunderbare Mitbewohnerinnen und Arbeit. Trotzdem warten meine Familie und mein Freund.“

Veronika Batmanova

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