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Studium mit Kind: Rostocks Uni plant Familien-Büro

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Studium mit Kind: Rostocks Uni plant Familien-Büro

Der Studierenden-Ausschuss Asta fordert mehr Bewusstsein für Probleme junger Eltern an der Hochschule / Kritik an „Auslandspflicht“ und fehlenden Betreuungsmöglichkeiten

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Vorbildliche Ausnahme: Universitätsbibliotheksmitarbeiterin Anne Kranhold zeigt das Kinderzimmer, in dem Studenten mit ihren Kindern arbeiten können.

Quelle: Ove Arscholl

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Fehlende Wickelmöglichkeiten und keine Kindertagesstätte der Uni für Studierende: Die Rostocker Universität ist zwar seit sieben Jahren als familienfreundliche Hochschule zertifiziert – doch es gibt noch einige Hürden beim Studieren mit Kind. Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) fordert daher mehr Bewusstsein für das Thema und mehr Kontinuität.

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Der Studierenden-Ausschuss Asta fordert mehr Bewusstsein für Probleme junger Eltern an der Hochschule / Kritik an „Auslandspflicht“ und fehlenden Betreuungsmöglichkeiten

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„Alle drei Jahre treffen sich Unimitglieder aus verschiedenen Bereichen, um neue Ziele für das Zertifikat zu vereinbaren“, erklärt Simon Broß, Asta-Referent für Soziales. In diesem Jahr spielte vor allem die hochschulinterne Kommunikation eine wichtige Rolle. „Es gibt jedoch Punkte, die gar nicht erst in die Vereinbarung hineingenommen werden, weil sie in ihrer Umsetzung unrealistisch erscheinen.“ Damit will sich der 25-Jährige nicht zufriedengeben. Eines dieser Themen ist die Schaffung einer unieigenen Kita. „Die Universitätsmedizin besitzt solch eine Einrichtung“, sagt Uni-Rektor Wolfgang Schareck. Diese werde von vielen Mitarbeitern genutzt.

„Und das ist der Punkt“, sagt Broß. Es gehe oftmals nur um die Mitarbeiter der Universität, nicht um die Studierenden an sich. „Dabei gibt es viele Fälle, bei denen der Studienabschluss in Gefahr ist, weil die Eltern keine passenden Betreuungsmöglichkeiten finden.“ Nicht jeder habe das Glück, Großeltern in der Nähe zu haben, die sich kümmern.

„Ich weiß auch, dass wahrscheinlich Geld fehlt, um in eine weitere Einrichtung zu investieren“, so Broß. Langfristig solle das Thema aber nicht in Vergessenheit geraten. Ein weiteres Problem für Studierende mit Kind sind Veranstaltungszeiten von Seminaren und Vorlesungen. „In einigen Studiengängen finden einige nach 17 Uhr oder gar am Wochenende statt.“ Das sei ein großes Hindernis für Familien, um diese überhaupt wahrzunehmen. Das wiederum gefährde auch die Regelstudienzeit. In einigen Studiengängen gehört die Absolvierung eines Auslandssemesters oder -praktikums zum Plan. „Dort gibt es zwar Sonderregelungen, die es ermöglichen, dieses auszusetzen“, erklärt Lehramtsreferent Michael Ganse. Ein Kind zähle aber nicht zwingend dazu. „Dabei ist es eine Zumutung, vor allem mit einem Kleinkind ins Ausland zu gehen.“ Viele Prüfungsordnungen nehmen wenig Rücksicht auf die Situation der Studierenden. „Und oft liegt es an der Willkür der berarbeitenden Person, ob ein Antrag genehmigt wird oder nicht“, so Broß.

Ganse sehe in Bezug auf die Familienfreundlichkeit generelle Probleme in fehlenden Zuständigkeiten. „Es gibt einfach keine Stelle, die Studierende mit Kind berät und auch vertritt“, sagt der 27-Jährige. Doch das soll sich ändern. Die Uni plant die Einrichtung eines Familienbüros. „Das wäre ein großer und sinnvoller Schritt“, so Broß.

Außerdem soll das nicht barrierefreie „Grüne Ungeheuer“ in der Parkstraße 6 bald einen Fahrstuhl erhalten. „Das Vorhaben dauert nur etwas, weil das Gebäude denkmalgeschützt ist“, so Schareck. Bei den Neubauten der Uni seien Barrierefreiheit und auch Wickelmöglichkeiten stets bedacht. „Das ist super“, sagt Broß. Momentan gäbe es solche Möglichkeiten aber meist nur auf Frauentoiletten. „Das ist nicht zeitgerecht.“

Bessere Verständigung

5000 Euro wurden in zwei „Kind-Eltern-Spiel-Studier“-Zimmer investiert. Die Räume befinden sich auf dem Ulmencampus und in der Südstadtbibliothek.

Seit 2009 führt die Rostocker Universität das Zertifikat für eine familienfreundliche Hochschule.

3 Jahre dauert es, bis neue Ziele für das Zertifikat von verschiedenen Mitgliedern der Universität vereinbart werden. In diesem Jahr war die Verbesserung der hochschulinternen Kommunikation ein wichtiger Punkt.

Pauline Rabe

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