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„Symbolpolitik“ für neues Landesmuseum

Stadtmitte „Symbolpolitik“ für neues Landesmuseum

Rostock soll eine eindeutige Haltung auf die Standortfrage für die archäologische Einrichtung vertreten

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Das ehemalige Schifffahrtsmuseum in der August-Bebel-Straße 1 gilt für viele als idealer Ort für das Landesmuseum.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Rostock soll sich geschlossen gegenüber der Landesregierung für ein Archäologisches Landesmuseum in der Hansestadt aussprechen. Zumindest will das der Kulturausschuss der Bürgerschaft empfehlen. Doch obwohl scheinbar alle der Meinung waren, dass nur Rostock der richtige Standort sei, löste der entsprechende Antrag der SPD bei den Teilnehmern Diskussionen aus.

 

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Mit dem Museum kann man das Gebäude in der August-Bebel- Straße retten.“Ingrid Bacher (SPD), Kulturausschuss

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Dieser Antrag schadet nicht, aber wirklich nützlich ist er auch nicht.“Susan Schulz (Grüne), Vorsitzende

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Mit dem Museum kann man das Gebäude in der August-Bebel- Straße retten.“Ingrid Bacher (SPD), Kulturausschuss

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„Das ist Symbolpolitik. Dieser Antrag hat mich geärgert“, sagt die stellvertretende Ausschussvorsitzende Lisa Kranig (Linke). Sie begrüße dennoch prinzipiell, die Einrichtung hier anzusiedeln.

Ähnlich sieht das die Vorsitzende Susan Schulz. „Dieser Antrag schadet nicht, aber er bringt auch nicht wirklich etwas“, so die Grünen- Politikerin, die sich ebenfalls für eine Befürwortung ausspricht.

„Es gibt nachweislich keinen besseren Standort als Rostock und hier keinen besseren Ort als das ehemalige Schifffahrtsmuseum“, sagt Ingrid Bacher (SPD). In der Beschlussvorlage ihres Fraktionsvorsitzenden Steffen Wandschneider soll durch diese eindeutige Stellungnahme „keine Verzögerung für die Errichtung eines Archäologischen Landesmuseums in Rostock“ zugelassen werden. „Die Diskussion schleppt sich dahin, wir müssen wohl warten, bis die Landtagswahl endgültig vorbei ist“, ergänzt Bacher. Daher solle die Bürgerschaft beschließen, dass die Kommune sich gemeinsam positioniere, denn nur so würde sie ein eindeutiges Zeichen nach Schwerin senden. „Und der Oberbürgermeister soll aktiv in diesem Sinne handeln“, fügt Bacher hinzu.

Zuletzt kritisierte Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) bereits, dass die neue Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag sich nicht zu dem Landesmuseum äußerte. Auch CDU-Mann Fred Mrotzek vom Kulturausschuss hätte gern gesehen, wenn es dort Erwähnung gefunden hätte. „Ich habe mal bei meinen Kollegen nachgefragt, es wurde wohl heftig in Schwerin über dieses Thema gestritten“, so Mrotzek.

Seiner Meinung nach wäre das Museum, wenn es denn in die Hansestadt kommen würde, ein großer Gewinn für Rostock.

Das sei auch das bisherige Ergebnis von den unabhängigen Expertenschreiben der Beratungsunternehmen „MuseoConsult“ und „Studio Kernland“. In den Gutachten sind die Vorteile von Rostock aufgezeigt worden. Die Initiative „Pro Archäologisches Landesmuseum“ steht dem positiv gegenüber. Auch auf der Internetseite der Initiative wurden mittlerweile mehr als 9100 Unterschriften gesammelt. Denn Rostock habe das größte Besucherpotenzial und es gebe zudem eine Verbindung zum Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte an der hiesigen Universität. „Diese besonders günstige Konstellation für die Zukunft des Landesmuseums muss unbedingt erste Priorität erhalten“, heißt es in der SPD-Beschlussvorlage von Wandschneider.

Doch andere sind noch etwas reserviert. „Wir haben vor einigen Jahren um ein Museumskonzept gerungen, doch was bedeutet das jetzt für die Mittelzuweisung für andere Museen?“, fragt Jobst Mehlan (UFR) in die Runde. Es gebe noch ganz viele offene Fragen, fügt auch Kathleen Arndt (Aufbruch 09) hinzu. „So einfach ist so etwas nicht zu klären.“

Für Ingrid Bacher ist der Standort des Museums in der August-Bebel-Straße 1 vor allem eine Chance, aus der Not eine Tugend zu machen. „Ich war sehr betrübt, als es hieß, dass die Stadt das ehemalige Schifffahrtsmuseum nicht sanieren kann und das Gebäude verkaufen will“, erinnert sich Bacher. Wenn nun das Land diese Kosten übernehme und ein weiteres Museum nach Rostock bringe, wäre das eine Erleichterung. „Es ist eine Möglichkeit, das Gebäude zu retten und als museale Einrichtung zu erhalten“, betont sie und stößt auf Zustimmung. Mit nur einer Enthaltung wurde der Antrag angenommen und soll nun demnächst der Bürgerschaft vorgelegt werden.

Zwei Gebäude – ein Tunnel

15 Millionen Euro kostet eine Sanierung des ehemaligen Schifffahrtsmuseums in etwa. Die Stadt stellt das Gebäude in der August-Bebel-Straße kostenlos zur Verfügung. Im Gegenzug soll das Land die Immobilie auf eigene Rechnung sanieren.

6Millionen Euro würde ein zusätzlicher Erweiterungsbau kosten, der am Rosengarten entstehen könnte. Hier wäre Platz für Sonderausstellungen, einen Shop und ein Cafe.

Beide Gebäude könnten mit einem Tunnel verbunden werden.

Johanna Hegermann

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