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Tatort-Star: „Rostock hat mich geprägt“

Stadtmitte/Berlin Tatort-Star: „Rostock hat mich geprägt“

Die Schauspiel- und Filmkarriere von Luise Heyer ist im Aufwind / Zuletzt war sie in der 1000. Tatortfolge zu sehen / Studiert hat die 31-Jährige vier Jahre lang an der HMT

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Im „Taxi nach Leipzig“, der 1000. Tatort-Folge, spielte Luise Heyer Nicki Lowkow, die Ex-Freundin des Taxi-Fahrers Rainald Klapproth (Florian Bartholomäi). Dieser fährt mit seinen Geiseln Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Klaus Borowski (Axel Milberg) nach Leipzig. FOTO: NDR/MEYERBROEKER

Stadtmitte/Berlin. In Rostock machte sie zwar nicht ihre ersten, aber die bislang wichtigsten Schritte ihrer Schauspielkarriere. Luise Heyer, die kürzlich in der 1000.

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Die Schauspiel- und Filmkarriere von Luise Heyer ist im Aufwind / Zuletzt war sie in der 1000. Tatortfolge zu sehen / Studiert hat die 31-Jährige vier Jahre lang an der HMT

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Tatort-Episode als Nicki Lowkow zu sehen war, hat in Rostock an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) studiert. „Diese Zeit war sehr prägend und das Studium sehr intensiv“, sagt die 31-Jährige.

Momentan lebt sie wieder in ihrer Heimat Berlin und arbeitet vor allem in Film-Produktionen mit. „Ich habe schon ein riesiges Glück“, betont sie. Ihre Filmkarriere bewege sich peu à peu nach oben, angefangen mit Studentenproduktionen, Kurzfilmen, Krimiserien bis hin zu Spielfilmen. „Es wächst beständig und schlägt nicht aus wie eine Sinuskurve.“ Sie sei momentan in der glücklichen Position, sich langsam ihre Rollen aussuchen zu können. „Als Freiberufler hat man immer die Angst, ob und wann der nächste Auftrag kommt. Aber diese Situation entspannt sich gerade etwas“, erklärt Luise Heyer.

Das gebe ihr eine gewisse Freiheit. Sie betrachte mit viel Freude und Demut, dass sie von der Schauspielerei leben könne.

Auch Hollywood hatte schon angeklopft. Für eine Rolle in der US-amerikanischen Serie „Homeland“ stand sie einen Tag lang vor der Kamera. „Das war sehr aufregend, aber der Regisseur hat mich nicht verstanden“, sagt Luise Heyer lachend. Da ihre Figur deutschsprachig war, hatte er auch nicht mitbekommen, dass sie sich in den Proben verhaspelte. „Er konnte nur mein Spiel beurteilen.“

Als Kind sei sie sehr schüchtern gewesen. Was sie dann in die Schauspielerei und ins Rampenlicht gezogen hätte, kann sie sich selbst nicht erklären. „Ich habe in der Schule einen Theaterkurs gewählt und bin einfach nicht mehr davon losgekommen.“ Die Bühne sei jedoch eine Art Schutzraum. „Dort ist man nie man selbst, sondern nur eine Figur.“ Und dadurch sei man nicht angreifbar. „Als Luise vor Menschen zu sprechen, fällt mir wahnsinnig schwer“, erklärt die Berlinerin. Immer wieder denke sie dann genau über ihre Worte nach. „Ich habe dann das Gefühl, sie sind in Stein gemeißelt.“

Für ihre jetzige Karriere sei Rostock sehr wichtig gewesen. Von 2006 bis 2010 studierte sie in der Hansestadt. „Ich bin jemand, der sehr emotional an seine Rollen herangeht, und die HMT ist eine Schule, die sehr viel Wert auf Handwerk legt“, erklärt Luise Heyer. Diese beiden Ansätze hätten der jungen Schauspielerin zu einem größeren Repertoire und zu einer gewissen Sicherheit verholfen. „Es hat einem gezeigt, dass Schauspielerei etwas ist, das man erlernen muss, aber auch kann.“ Persönlich habe sie diese Zeit ebenso vorangebracht. „Irgendwann im dritten Jahr habe ich verstanden, dass Spielkunst subjektiv ist.“ Es werde immer Leute geben, die ihre Darstellung nicht mögen werden. „Doch das ist nicht schlimm, im besten Fall kann man Menschen damit bewegen.“

In Rostock hat sie das erste Mal auf einer richtigen Bühne gestanden – im Volkstheater Rostock. Und genau das fehle ihr momentan. „Im Augenblick spiele ich nicht Theater, aber ich vermisse es sehr.

Es begleitet mich schon mein gesamtes Leben lang.“ Sie schätze dort die Probenzeit und die Möglichkeit, eine Figur auch über Stunden durchzuspielen. „Beim Film dreht man querbeet.“

Während sie in der Hansestadt wohnte, wurde die angehende Schauspielerin durch ihr Studium in Schach gehalten. „Ich glaub’, ich war in vier Jahren nur fünfmal am Meer“, gesteht sie. Sie sei so beschäftigt mit dem Studium und ihrem Nebenjob als Kellnerin gewesen, dass sie das Drumherum kaum wahrgenommen habe. Als sie dann im Anschluss daran zum Theater nach Dortmund zog, wollte sie erst schnell wieder zurück nach Rostock. Das Meer und die Weite hätten ihr gefehlt – und der frische Wind. „Nur durch das Atmen holt man sich ein Stückchen Freiheit“, schwärmt Luise Heyer. Ob sie eines Tages wieder dauerhaft nach Rostock kommen wird, weiß sie nicht genau. Aber, „für eine gewisse Zeit würde ich auf jeden Fall wiederkommen.“

Filmografie (Auswahl)

2016

Nachtschatten ARD; Detour ZDF; Die Glasbläserin ZDF

2015

Die Reste meines Lebens; Fado; Tatort – Taxi nach Leipzig ARD; Kommissarin Heller ZDF; Homeland Fox21

2014

Auf einmal; Härte; Polizeiruf 110 ARD, Der Fall Barschel ARD; Der Kriminalist ZDF

2013

Ein Geschenk der Götter; Jack, Bella Block – Ungelöst ZDF; Soko Leipzig – Liebesgrüße aus Moskau ZDF

2010

Westwind (Robert Thalheim)

Johanna Hegermann

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