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Teilnehmer empört: Seniorenakademie schließt

Stadtmitte Teilnehmer empört: Seniorenakademie schließt

Universität Rostock opfert 22-jährige Erfolgsgeschichte mit 660 Teilnehmern der Bürokratie / Rektor sucht Verein, der die Angebote der Akademie fortsetzt

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18 für 660. Einige Teilnehmer der Rostocker Seniorenakademie bekundeten gestern vor dem Hauptgebäude der Universität ihren Unmut über die Entscheidung der Uni, das bisherige Modell zu beenden.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl (2), Bernd Wüstneck

Stadtmitte. Die Aufregung ist groß. Die Leiterin der beliebten Seniorenakademie der Universität Rostock, Rosina Neumann, hat den Teilnehmern auf der letzten Veranstaltung des Sommersemesters am 13. Juli mitgeteilt, dass die Seniorenakademie ihre Arbeit beendet. Cheforganisatorin Dana Lübcke wurde entlassen. Die Erfolgsgeschichte der Akademie mit mehr als 660 Teilnehmern, denen eine Vortragsreihe, Seminare sowie Arbeitskreise angeboten wurden, ist so beendet.

 

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Es ist ein Geben und Nehmen, denn viele Senioren aus der Akademie stehen der Uni für zahlreiche Studien zur Verfügung.“Erika Hannemann, Teilnehmerin

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„Das ist ein Unding“, fasst Wolfgang Schrumpf die Reaktionen der Teilnehmer zusammen. Denn die Universität koste das alles nichts. „Durch unsere Teilnehmergebühren konnte alles finanziert werden“, so Schrumpf. Er ist überzeugt, dass auch die vortragenden Professoren, das „sehr aufmerksame und sehr interessierte Publikum schätzen“. Die Zahl der Teilnehmer sei stetig gestiegen.

„Es ist ein Geben und Nehmen, denn viele Senioren aus der Akademie stehen der Uni für mehrere Studien zur Verfügung“, sagt Erika Hannemann, die zusammen mit ihrem Mann Klaus-Peter seit vielen Jahren die Vortragsreihen besucht. Die Begründung, Schuld sei eine neue Gesetzeslage, sei lächerlich, so Erika Hannemann.

Die Universitätsleitung verweist auf das Wissenschaftszeitvertrags-Gesetz. Das untersagt seit dem 1. März administrative Arbeit für Wissenschaftler, wenn sie nicht an eine konkrete Qualifikation gebunden ist. Das Gesetz ist als Schutz für den Nachwuchs gedacht. Jetzt wirkt es sich in einem Bereich aus, den der Gesetzgeber sicher nicht im Blick hatte.

„Ich möchte, dass die Seniorenakademie erhalten bleibt“, bekennt sich Universitäts-Rektor Wolfgang Schareck deutlich zu dem Angebot. Sie gehöre zum Konzept der Universität vom lebenslangen Lernen.

Doch das Gesetz zwinge die Universität keine „prekären Beschäftigungsverhältnisse“ mehr zuzulassen. Es müsse eine andere Lösung geben. „Ich kann mir gut vorstellen, die Seniorenakademie unter dem Dach eines Vereins anzusiedeln, so Schareck. „So schnell wie möglich.“ Er denke an den Verein „Rostock denkt 365 Grad“. Es gebe bereits Gespräche.

Doch solange es die neue Konstruktion nicht gibt, so lange gibt es auch keine Seniorenakademie. Das betrifft auch das Projekt „Partnership“. Dieses vermittelt Patenschaften. Senioren aus der Akademie begleiten ausländische Studenten während ihres Studiums in Rostock. Sie stehen ihnen bei Bedarf bei allen Angelegenheiten rund um Studium und Alltag zur Seite. Sie helfen beim Erleben und vor allem beim Verstehen der deutschen Kultur.

Rosina Neumann bestätigt, dass das Aus der Akademie auch das Aus für dieses Projekt bedeutet. Sie hatte die Leitung übrigens ehrenamtlich übernommen. Die Psychologin arbeitet in der Lehrerausbildung.

Stundenweise bezahlt wurde lediglich die entlassene Dana Lübke, die das Programm vorbereitet und abgesichert hat.

„Es ist typisch für die Uni, dass sie so unflexibel ist, sie sollen die Stelle einfach umbenennen, sie der Aufgabe anpassen, und alles ist gut“, sagt Erika Hanneman, die schon eine Unterschriftenaktion zum Erhalt der Akademie angeschoben hat.

Vorträge, Seminare und Kurse

Das Angebot der Rostocker Seniorenakademie besteht seit 1994. Mit der Zeit ist das Interesse so sehr gewachsen, dass sich für das Wintersemester 2015/2016 insgesamt 660 Senioren

angemeldet haben. Darunter waren

63 Neuanmeldungen.

Ein Hochschulabschluss oder ein

Mindestalter sind zur Teilnahme

an den Veranstaltungen der Seniorenakademie nicht erforderlich. Das Angebot ist für alle Interessierten zugänglich. Es umfasst wissenschaftliche

Vorträge sowie Seminare und Kurse.

Thomas Sternberg

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