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Tempo in der Apotheke: Roboter bringt pausenlos Medikamente

Rostock-Südstadt Tempo in der Apotheke: Roboter bringt pausenlos Medikamente

Stählerner Kollege lässt sich im Südstadt-Center beobachten / „Jürgen“ hat seine eigene Ordnung / Team um Jürgen Brummert hat mehr Zeit für Gesundheit und Kunden

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Fachkraft Sarah Pottreck nimmt die bestellten Medikamente in der maritim umgestalteten Apotheke aus dem Ausgabeschacht.

Rostock-Südstadt. Er arbeitet „rasend schnell, pausenlos und hochpräzise“ – der neue stählerne Kollege in der Südstadt-Center-Apotheke. Seit einigen Monaten verstärkt der Roboter das 20-köpfige Team um Inhaber Jürgen Bummert (59). „Er ersetzt keine Helferin, aber er gibt uns mehr Zeit für die Gesundheit, für die Kunden“, sagt der Chef, der noch drei weitere Apotheken in Rostock (Südring, Paulstraße, Dierkow) betreibt, die alle unter dem Dach „HRO-Apotheken“ mit dem Leuchtturm, firmieren.

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Stählerner Kollege lässt sich im Südstadt-Center beobachten / „Jürgen“ hat seine eigene Ordnung / Team um Jürgen Brummert hat mehr Zeit für Gesundheit und Kunden

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Und so heißt der Neue im Maschinenraum, den Interessierte vom Center aus durch ein Bullauge bei der Arbeit beobachten können, offiziell auch „HRO1“. Die Kollegen in der Apotheke haben ihn jedoch liebevoll „Jürgen“ getauft. „Aber er ist schneller als der Chef“, gibt dieser lachend zu. Acht bis 30 Sekunden dauert es, bis das angeforderte Medikament in der Ausgabestelle im Laden landet.

Die pharmazeutisch-technische Assistentin gibt das Präparat im Computer ein und „Jürgen“ mit den Greif-Armen macht sich auf den Weg, immer den Strichcodes nach. 10000 Packungen von mehr als 4000 verschiedenen Präparaten lagern in den fast vier Meter hohen Regalen. Der Kommissionierer weiß, wo er hingreifen muss. Er hat sein eigenes „chaotisches“ System, das er ständig ändert. „Wenn er Zeit hat, oftmals nachts, sortiert er um“, erzählt Bummert. „Dann rückt er die meistverkauften Artikel vom Tag in die Nähe des Ausgabeschachts.“

Fünf- bis sechsmal täglich wird „Jürgen“ gefüttert. Bevor Elisa Baumann die neuen Lieferungen zum Scannen aufs Förderband legt, informiert sie ihren PC. „Der unterhält sich dann mit Jürgen, damit er weiß, was er noch zu tun hat“, erzählt sie. Nach dem Scannen der Medikamente lagert der Roboter den Nachschub in seinem Reich zwischen, bis er einen Arm frei hat zum Einräumen. „Wie er das macht, bleibt sein Geheimnis“, sagt Chef Bummert. „Auf alle Fälle ist es faszinierend, spannend“, ist sich Elisa Baumann mit den Kollegen einig. „Er putzt sogar regelmäßig die Regale.“

Mehr als 100000 Euro hat Apotheker Bummert in die vollautomatische Hilfe investiert. Gewonnen wurde vor allem Zeit – „vorher hatten wir ein aufwendiges Schubladensystem, in dem die Kolleginnen suchen mussten und weg vom Kunden waren“, erzählt Bummert. „Jetzt haben wir zweimal so viele Präparate.“ Die Lagerkapazität habe sich verdoppelt. „Der Roboter ist hammerschnell, hat keinen Urlaub, wird nicht krank und macht keine Fehler“, freut sich der Apotheker.

1993 kam Bummert aus Berlin nach Rostock, hat hier im Südstadtcenter die Apotheke, „die 19. in Rostock“, eröffnet. Inzwischen gibt es rund 50 Apotheken in der Stadt und zwei, drei weitere haben sich auch schon einen Roboter zugelegt. Vor zehn Jahren habe er die Kommissionierer noch als „Männerspielzeug“ abgetan, sagt Axel Pudimat, Vorsitzender des Apotheker-Verbandes MV: „Doch in den letzten 20 Jahren sind die Kinderkrankheiten überwunden, und es sind ernstzunehmende Kollegen.“

Am Bullauge können sich die Südstädter davon überzeugen. Aber: „Nicht reizen, nicht füttern, keine hektischen Bewegungen!“

Doris Kesselring

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