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Tessiner Fahrschul-„Veteran“ gibt das Lenkrad aus der Hand

Tessin Tessiner Fahrschul-„Veteran“ gibt das Lenkrad aus der Hand

Klaus Petermann war 1991 der erste Fahrlehrer in dem Ort und geht nun in Rente

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Klaus Petermann (l.) hört auf. Sein Nachfolger Detlef Wunderlich eröffnet Mitte März eine Fahrschule in Tessin.

Quelle: Foto: Robert Niemeyer

Tessin. Ende einer Ära: Klaus Petermann hat zum Jahresende 2016 seine Fahrschule in Tessin aufgegeben. Der 66-Jährige geht in den Ruhestand. Petermann war der erste Fahrlehrer in dem Ort, am 1. September 1991 siedelte er sich dort an, bildete in den vergangenen 26 Jahren Generationen von Tessinern hinterm Steuer aus. Petermann übergibt den Staffelstab an Detlef Wunderlich. Der 59-Jährige betreibt in Rostock, Bad Doberan und Güstrow bereits Fahrschulen. In Tessin am Aldi-Markt eröffnet er Mitte März die vierte Zweigstelle.

Etwa 10000 Menschen hat Petermann, der seit 1976 in Tessin lebt, nach eigenen Angaben in seiner Karriere das Autofahren beigebracht, vielen davon zu DDR-Zeiten bei der Nationalen Volksarmee

(NVA) in Sanitz, wo er Leiter der Fahrausbildung war. „In den letzten Dienstjahren hatte ich mir zum Ziel gesetzt, in Tessin eine Fahrschule aufzumachen“, erklärt Klaus Petermann. Schließlich gab es dort noch keine.

Die Entscheidung habe er nicht bereut, so wie viele Fahrlehrer nach der Wende. „Zu DDR-Zeiten musste man mehrere Jahre warten, bis man nach der Anmeldung zur Fahrschule zugelassen wurde“, erklärt Detlef Wunderlich. Dieser Fahrschülerstau wurde Anfang der 1990er Jahre durch immer mehr Fahrschulen abgebaut. „Es waren Milch- und Honig-Jahre. Wir kamen kaum aus dem Auto raus. An Urlaub war nicht zu denken. Vor der Wende hatten wir in Rostock 60 Fahrlehrer, danach auf einmal 200“, so Wunderlich. In den vergangenen Jahren habe sich die Zahl der Fahrschüler eingepegelt.

Bei den Fahrlehrern dagegen sei es schwieriger. „Es gibt immer weniger Fahrschulen, 55 Prozent der Fahrlehrer sind älter als 60 Jahre“, sagt Klaus Petermann. Nachwuchssorgen plagen also auch diese Branche. „Der Job ist anstrengend, man sitzt nur im Auto, hat keine Bewegung“, so Detlef Wunderlich.

Und wie das so ist, auch die Fahrschüler hätten sich im Laufe der Zeit verändert. „Zu Beginn waren die Schüler fleißig und haben alles gemacht, bis sie es gepackt haben“, so Petermann. Heutzutage sei der Drang nach Mobilität nicht mehr so groß. „Die jungen Menschen werden in Watte gepackt und haben andere Prioritäten.“

Die Prüfung jedenfalls sei nicht schwerer geworden. „Aber viele verkraften den Druck der Fahrprüfung nicht mehr“, sagt Petermann, der die Fahrlehrer in der Pflicht sieht, diesen Druck zu nehmen. Auch die Prüfer seien strenger geworden. „Geduld ist das Wichtigste in diesem Job.“

„Ich danke allen Fahrschülern und Eltern für das entgegengebrachte Vertrauen“, sagt Klaus Petermann zum Abschied. Während er sich nun auf seine ehrenamtliche Tätigkeit beim Sanitätsdienst des Deutschen Roten Kreuzes und seine Dozenten-Tätigkeit in der Fahrlehrerausbildung beim Fahrlehrerverband MV in Rostock konzentriert, freut sich Detlef Wunderlich auf die neue Aufgabe. „Ich und ein weiterer Top-Fahrlehrer werden dann hier arbeiten“, sagt der 59-Jährige.

Robert Niemeyer

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