Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Theater-Aufsichtsrat lehnt Kümmritz-Konzept vorerst ab

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Theater-Aufsichtsrat lehnt Kümmritz-Konzept vorerst ab

Der Volkstheater-Intendant möchte zehn Stellen im Orchester einsparen und das Schauspiel stärken / Kontrolleure verlangen genaue Zahlen

Voriger Artikel
Gestank der Rapsölmühle nervt Einwohner
Nächster Artikel
Bahnhofsbrücke zur Probe gedreht

Geht es nach dem Intendanten, sollen zehn Stellen im Orchester gestrichen werden.

Quelle: Bernd Schwarz

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Rostocks neuer Intendant, Joachim Kümmritz, stößt mit seinen Vorstellungen zur künftigen Struktur des Volkstheaters auf Gegenwind und muss nacharbeiten. Er möchte im Orchester zehn von 73 Stellen streichen, um Sparvorgaben zu erfüllen. Die dazu notwendige Änderung des Haustarifvertrags für die Musiker fand im Aufsichtsrat aber erst einmal keine Mehrheit.

Das Gremium habe dem, was der Intendant vorgeschlagen habe, „vorerst nicht zugestimmt“, sagte die Aufsichtratsvorsitzende Sybille Bachmann (Rostocker Bund) nach der Sitzung.

Durch die Reduzierung der Musikerzahl von 73 auf 63 lasse sich eine produzierende Schauspielsparte mit Erwachsenen-, Kinder- und Jugendangeboten absichern, heißt es hingegen in dem Papier, das Kümmritz vorgelegt hat. Gleichzeitig soll die Zahl der Schauspieler auf 14 erhöht werden. Die Zahl von Sängern und Tänzern solle nur gering verändert werden.

„Die Entscheidung über das Konzept wurde vertagt“, erklärt Sybille Bachmann, da es in der jetzigen Fassung nicht beschlussreif sei. Jetzt ist Kümmritz, der gestern Abend unmittelbar nach der Sitzung telefonisch nicht zu erreichen war, von Aufsichtsrat aufgefordert, seine Vorstellungen mit Zahlen genauer zu untersetzen. Er soll die künstlerischen, finanziellen und rechtlichen Folgen einer Orchesterverkleinerung darstellen.

Das bisher beschlossene Hybrid-Modell sah ganz im Gegensatz zum Konzept des neuen Intendanten Einsparungen beim Schauspiel, die Schließung der Tanzsparte ab 2019 und eine Stärkung des Musiktheaters vor. Der Intendant habe grundsätzlich das Recht, seine eigenen Vorstellungen einzubringen, sagt Aufsichtsratsmitglied Eva-Maria Kröger (Linke). Aber: Den Rotstift bei der Norddeutschen Philharmonie anzusetzen sei der falsche Weg. „Die Konzerte sind der Bereich, der mit Abstand am besten läuft“, so Kröger. „Ich glaube an den Klangkörper, und die Zahlen sprechen für sich. Es gib keinen Grund, da die Axt anzusetzen.“

Die Musiker hätten sich in einem „schwierigen Prozess“ auf einen Haustarif eingelassen und so bereits Bereitschaft zum Verzicht gezeigt. Bisher wurde des Orchester bewusst von Sparplänen ausgeklammert, weil Gutachten gezeigt hätten, dass die Einsparungen dort die größten Probleme bei der Umsetzung bringen, erläutert Eva-Maria Kröger – vor allem wegen der vertraglichen Regelungen im Haustarif.

Auch Orchesterdirektor Hans-Michael Westphal spricht von juristischen Folgen, wenn der Haustarif nicht eingehalten werde. Die Philharmonie sei ein Bereich im Volkstheater, der gut laufe. Die Streichpläne des Intendanten hätten bei den Musikern für Empörung gesorgt. Es mache keinen Sinn, die gesunden Teile rauszuschneiden, wenn man einen kranken Organismus gesunden will, sagte Westphal im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung.

Um die finanziellen Vorgaben von Stadt und Land einzuhalten, sieht Eva-Maria Kröger nur die Möglichkeit, beim Orchester oder beim Schauspiel zu kürzen. „Viel mehr Spielraum ist nicht.“ Der Zeitdruck, ein Konzept für zukunftsfähige Strukturen vorzulegen, kommt aber aus Schwerin. Der Aufsichtsrat muss in den kommenden Wochen noch einmal tagen, da das Bildungsministerium bis Mitte November verbindliche Aussagen zur neuen Struktur des Volkstheaters haben möchte. Sonst könnte eine Kürzung der Zuschüsse die Folge sein.

Thomas Niebuhr

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel

Acht Jahre Bürgermeister von Wolgast: Stefan Weigler (37/parteilos) bleibt unerschütterlicher Optimist

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rostock
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Cafe,Kultur,Freizeit,Tipps Teaser der den User auf die Seite Rostocker Geheimtipps führen soll image/svg+xml Image Teaser Rostocker Geheimtipps 2017-04-30 de Themenseite Rostocker Geheimtipps Junge Rostocker entwickeln im OZ-Labor frische Ideen für die OSTSEE-ZEITUNG. In der Serie OZ-Entdecker stellen sie ihre Geheimtipps für die Stadt vor.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Hier zählt besonders der Zusammenhalt

270 Mädchen und Jungen werden unterrichtet. Die Atmosphäre ist familiär. Der Fokus im Schulalltag liegt auf der Vorbereitung für das Berufsleben.