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Tierisch viel Arbeit mit Boa, Natter und Echse

Schlage Tierisch viel Arbeit mit Boa, Natter und Echse

Weil immer öfter Reptilien im Tierheim Schlage landen, muss die Auffangstation umbauen

Schlage. Heute ist Welttierschutztag. Um Hund, Katz’ und Kaninchen, die Fürsorge bitter nötig haben, kümmert sich das Tierheim Schlage. Weil die Einrichtung aber zunehmend zur Auffangstation für Exoten wird, muss sie umgebaut werden.

 

OZ-Bild

Immer häufiger muss das Tierheim Schlage Reptilien, wie etwa Kornnattern, aufnehmen.

Schildkröten, Kornnattern, Phytons und Leguane – früher die absolute Ausnahme – landen heute regelmäßig im Heim. „Für uns ist das eine enorme Herausforderung“, sagt Angelika Streubel, Vorsitzende des Tierschutzvereins. Amphibien und Schlangen seien kaum vermittelbar und darüber hinaus in der Haltung teuer und anspruchsvoll. Um die zwölf Wasserschildkröten, die momentan im Heim leben, artgerecht unterzubringen, werde gerade ein Teich und ein Innengehege angelegt. Zudem müsse eine Reptilienanlage aufgebaut werden, schildert Streubel. Für den Zustrom an Exoten macht sie Reptilienmessen und Onlinebörsen mitverantwortlich. Auf Letzteren seien Terrarientiere zu Spottpreisen zu haben. Das verführe so manchen dazu, sich Nattern und Echsen „völlig unüberlegt“ zu kaufen, kritisiert sie. Viele Besitzer seien mit ihrem Reptil schnell überfordert und setzten es aus. Ein besonders trauriges Schicksal musste eine Boa Constrictor erleiden. Sie wurde, völlig abgemagert, in einer Styroporbox gefunden. „Als sie zu uns kam, war sie in einem elenden Zustand. So etwas habe ich noch nie gesehen“, schildert Streubel. Für das Tier kam jede Hilfe zu spät, die Schlange verhungerte.

In punkto Tierschutz gibt es aus Sicht von Ordnungssenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) aber auch eine positive Entwicklung. Als „Erfolgsmodell“ habe sich die Zusammenarbeit des Tierheims mit der Rostocker Tierklinik erwiesen. Beide Einrichtungen hatten vor einem Jahr Arbeitsteilung vereinbart:Die Klinik in der Thierfelder Straße fungiert als Erstaufnahmestelle für Fundtiere, das Heim als Zuhause auf Zeit. 56 Hunde, 129 Katzen, 48 Kleintiere, 18 Reptilien und 35 Wildtiere sind seit September 2016 von Rostock nach Schlage gebracht worden. Die Kooperation käme allen Beteiligten zugute, bilanziert der Senator. „Die Wohnbebauung kann an die Tierklinik heranrücken, das Tierheim hat eine höhere Auslastung und die Tiere profitieren von den besseren Haltungsbedingungen dort.“ Ein Sparpaket sei das nicht. Die Stadt stehe zur politischen Vorgabe, den Tierschutz „jährlich mit mindestens einem Euro pro Einwohner, also aktuell mit deutlich über 200000 Euro, zu unterstützen“.

Der Senator wird auch selbst aktiv. Er habe die Patenschaft für ein im Heim lebendes Chamäleon übernommen, berichtet Angelika Streubel. Sie hofft auf tierliebe Nachahmer. „Das würde uns sehr helfen.“

Spenden für Tierheim: Ostseesparkasse, IBAN: DE94 1305 0000 0290 0015 01, BIC: NOLADE21ROS

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