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Traditionsschiff steuert in stürmische See

Rostock Traditionsschiff steuert in stürmische See

Die Crew zu alt und die Kassen klamm: Das Traditionsschiff „Santa Barbara Anna“ wurde 2014 von Joey Kelly in die Hände des gemeinnützgen Bramshot e.V. gelegt. Seither hält sich der Dreimast–Topp-Segler über Wasser, aber die Zukunft ist ungewiss.

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v.l.: Skipper Gerd Simonn und Vorsitzender Erik Fährmann haben Sorgen, wie das Schiff der Kelly-Familie die nächsten Jahre überdauern kann.

Quelle: Moritz Naumann

Rostock. Es ist viel zu tun in der Werkstatt am alten Fischereihafen: Die Vereinsmitglieder packen mit an, sortieren die vom Schiff gesicherten Materialien, lagern diese ein und beschriften jedes Tau um auch sicher zu sein, dass es seinen angestammten Platz auch ja wiederfindet. Schon hier ist zu sehen, dass der Altersdurchschnitt der ehrenamtlichen Helfer zum Teil weit über fünfzig liegt. „Schauen sie“, sagt Skipper Gerd Simonn, „ich bin schon 77 Jahre alt. Das ist das beste Zeichen, dass wir junge Leute brauchen.“ Der Bramschot e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die traditionelle Schifffahrt für nachfolgende Generationen zu erhalten. „Das ist wirklich ein tolles und abenteuerliches Hobby“, sagt der zweite Vereinsvorsitzende Erik Fährmann. Der ehemalige Kriminalpolizist wollte sich nach seiner Pension nicht auf die faule Haut legen: „Ich hatte schon immer eine Begeisterung für Segelschiffe wie die Santa Barbara Anna und seither lebe ich diese aus.“

 

Im Moment zählt der Verein etwa 101 Mitglieder, doch nur dreißig davon sind aktiv am Werk um zu helfen. Die Beiträge belaufen sich auf jährliche 50 Euro. „Mitgliedsbeiträge sind gut und wichtig, aber wir können mehr helfende Hände gebrauchen, die auch flexibel einsetzbar sind.“ Die Zielgruppe? Studenten! „Gerne aus Maschienenbau oder Nautik, aber man benötigt keinerlei Vorkenntnisse.“ Der Verein bildet nämlich aus, zeigt wie ein Traditionsschiff von dieser Größe gehandhabt wird und gibt Interessierten alles an die Hand, um im Rahmen einer Crew einen Dreimaster sicher in und aus dem Hafen zu führen.

Doch es gibt nicht nur Bedarf an tatkräftiger Unterstützung, auch die finanzielle Zukunft bereitet dem Verein Sorgen. Im Januar wird ein neues Schiffsicherheitszeugnis benötigt. „Da die Richtlinien für ein solches Zeugnis gerade überarbeitet werden, ist noch nicht abzusehen, wie wir jene erfüllen und was das für unsere Zukunft bedeutet“, sagt Simonn besorgt. Es gibt alle 5 Jahre einen Werftaufenthalt, bei dem das Segelschiff gründlich untersucht wird. Beim letzten Mal kostete dies den Verein 60 000 Euro. Gerd Simonn geht beim nächsten Aufenthalt 2020 von einer Verdoppelung des Betrages aus. „Wir müssen jetzt schon beginnen, Rückstellungen zu bilden, um die fast 120 000 Euro aufzubringen.“

Die vergangene Saison mit ihren 3154 Seemeilen hat Spuren hinterlassen: „Eigentlich müssten wir den kompletten Decksbelag austauschen, aber dafür ist kein Geld da“, sagt Erik Fährmann. So wird die Crew versuchen nach besten Gewissen die Mängel auszubessern,.um Geld für die anstehenden Aufgaben parat zu haben und das Schiff auch im Jahre 2018 wieder für Ausfahrten mit Schulklassen, als schwimmende Bühne bei den Warnemünder Port-Parties oder Ausbildungstörns verwenden zu können. „Jeder, der Lust hat, ein Abenteuer auf einem großen Segelschiff zu erleben, ist herzlich eingeladen mal bei uns vorbei zu schauen.“ sagt Skipper Gerd Simonn, während er mit seiner Crew versucht, die Rettungsboote für den Winter einzuholen.

Moritz Naumann

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