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Traumjob Tierpfleger — Ein Blick hinter die Kulissen

Rostock Traumjob Tierpfleger — Ein Blick hinter die Kulissen

47 Mitarbeiter kümmern sich im Rostocker Zoo um das Wohl der Tiere / Katrin Reimer ist für die etwa 40 Lebewesen im Südamerika- und dem Altweltaffenhaus zuständig.

Rostock. Sie ist Gärtnerin, Köchin, Fensterputzerin und Animateurin in einer Person: Katrin Reimer arbeitet im Rostocker Zoo und kümmert sich dort um die Kleinaffen.

 

OZ-Bild

Tierpflegerin Katrin Reimer verteilt das Obst für die WeißgesichtSeidenaffen im Südamerika-Haus.

Quelle: Fotos: Manuela Wilk
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Bartaffen-Mutter Jenny und ihre Tochter beim Fressen.

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Tierpflegerin Katrin Reimer verteilt das Obst für die WeißgesichtSeidenaffen im Südamerika-Haus.

Quelle: Fotos: Manuela Wilk

Die Kleine ist einfach zu niedlich.“Kartin Reimer (45)

Einen Moment hält die Tierpflegerin inne. Sie bleibt am Affenkäfig stehen und blickt durch die Gitterstäbe. Im Gehege hockt die Bart- affen-Mutter Jenny und hält ihr Baby im Arm. Es kuschelt sich in das schwarze, weiche Fell. Das Affenmädchen hat ein weißes Gesicht sowie helles Fell an Händen und Füßen. „Eigentlich habe ich keinen Liebling unter den Affen, aber die Kleine ist einfach zu niedlich.“ Viel Zeit zum Beobachten hat Reimer nicht, warten doch noch 40 weitere Tiere auf sie. Im Zoo kümmern sich 47 Pfleger um die ungefähr 4500 Tiere. „Der Job ist beliebt. Pro Jahr stellen wir zwei bis drei Lehrlinge ein“, sagt Personalerin Christina Graß.

Die Mitarbeiter bekommen feste Reviere. Reimer ist für das Südamerika- und das Altweltaffenhaus zuständig. Zur „alten Welt“ zählen Asien und Afrika. Die Tiere erkennen die Pflegerin mit den langen, krausen Haaren und der runden Brille sofort. Sie ist seit fast 29 Jahren für die Kleinaffen zuständig.

Heute bekommen die Tiere ein neues Spielzeug — frische Weidenzweige. Außerdem steht eine Tierbegegnung auf dem Plan. Dazu kommen noch die alltäglichen Arbeiten. Um 7.30 Uhr beginnt der Arbeitstag im Zoo.

Reimer fährt mit einem Elektroauto auf den Betriebshof und belädt den Anhänger mit Weidenästen. „Da werden sich meine Affen freuen.“ Sie legt einige Äste am Altweltaffenhaus ab. Dort leben zehn Wanderus, das sind die Bartaffen, und sechs Husarenaffen. Ihre erste Mahlzeit haben die Tiere hinter sich, meist gibt es Körner und Pellets. Jetzt werden Obst und Gemüse vorbereitet. In der kleinen, gefliesten Küche riecht es nach süßen Früchten. Durch zwei Fenster beobachten die Affen alles. Links sitzt ein junger Husarenaffe, rechts hockt Kalyan, der Chef der Wanderus. Etwa fünf Kilogramm Obst und 23 Kilogramm Gemüse vertilgen die Tiere täglich.

Bevor die Bartaffen ihr Futter bekommen, müssen sie den Käfig verlassen. Reimer zieht an einem der Metallhebel neben der Gittertür. „Außenschieber — rechtes Vorgehege“ steht an der gekachelten Wand.

Jeder Hebel ist beschriftet. Ein Blick reicht, um zu erkennen, dass alle Tiere draußen sind. Reimer betritt den Raum. „Es ist wichtig, dass ich mindestens so viele Futterstellen habe, wie Tiere im Gehege leben“, sagt sie und verteilt Äpfel, Orangen, Paprika, Salat und tote Mäuse. Danach öffnet die Tierpflegerin den Schieber erneut und die Affen laufen zum Futter.

Anschließend geht es zum Südamerikahaus. Die restlichen Weidenzweige draußen abgelegt — dann beginnt die Fütterung. Die 45-Jährige wird von hungrigen Kapuzineräffchen, Rothandtamarinen und Weißgesicht-Seidenaffen erwartet. Sie betritt die Gehege, ohne die Tiere auszusperren. Bei den Kleinen sei das nicht nötig. Reimer zwängt sich durch die einen Spalt breit geöffnete Tür. Sie muss sich bücken und immer wieder unter tief hängenden Ästen hindurchtauchen. Die Äffchen klettern über ihrem Kopf von Ast zu Ast und lassen sie nicht aus den Augen.

Reimer pendelt mehrmals täglich zwischen den Affenhäusern. „Meine Kollegen und ich bereiten mehrere Mahlzeiten vor, da Affen in der freien Wildbahn auch den ganzen Tag über fressen.“ Zwischendurch ein Kontrollblick ins Gehege und den Besucherraum. Jeden Morgen werden Futterreste und Kot aus dem Gehege gesammelt. Im Besucherbereich werden die Wege gefegt, die Scheiben geputzt. Dass gerade Kinder gern Gesicht und Hand dagegendrücken, stört sie nicht. „Dafür sind es Kinder.“ Auch die Affen springen von den Seilen und Ästen gegen das Glas und erschrecken die Gäste.

Ein Blick auf die Uhr. Die Tierbegegnung bei den Kapuzineraffen steht an. „Zwei Besucher haben dafür bezahlt, die Tiere einmal selbst zu füttern.“ Mit der Pflegerin betreten die Gäste das Außengehege. Die kleinen braunen Affen mit der schwarzen „Fellhaube“ schauen neugierig von Baumstämmen zu. Sie wahren einen Sicherheitsabstand. Erst dank der Mehlwürmer trauen sich die Tiere an die Fremden heran. Schnell klauen sie das Futter aus der flachen Hand und laufen davon. Eine halbe Stunde dürfen die Gäste bleiben.

Tierpflegerin zu sein, bedeute nicht nur, die Tiere für Besucher zu animieren. „Ich bin auch Gärtner, Koch und Gebäudereiniger“, sagt Reimer. Die Vielfalt mache die Arbeit zu ihrem Traumjob.

Am späten Nachmittag bekommen die Tiere eine letzte Mahlzeit. Die Weidenzweige werden im Gehege verteilt. Stolz und zufrieden schaut Reimer den Tieren beim Klettern und Spielen zu. Jetzt die Futterküche und die Personalgänge reinigen, dann ist Feierabend.

Der Zoologische Garten

4500 Tiere leben auf dem Gelände des Zoologischen Gartens. Bekannt ist vor allem Eisbär Fiete, der im Dezember 2014 geboren wurde.

47 Tierpfleger beschäftigt der Rostocker Zoo. Es gibt 13 Reviere, auf die sie verteilt sind.

8 Lehrlinge werden derzeit im Bereich Tierpflege ausgebildet. Jedes Jahr beginnen zwei bis drei Interessenten die drei Jahre dauernde Ausbildung. Der Job ist beliebt und 80 Bewerbungen sind für die Personalabteilung keine Seltenheit.

Von Manuela Wilk

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