Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Tschüs Werft — Hallo Ruhestand

Tschüs Werft — Hallo Ruhestand

Gestern Abend hat der langjährige Neptun-Werft-Geschäftsführer seinen Abschied im Warnemünder Kurhaus mit Freunden und Geschäftspartnern gefeiert / Die Belegschaft verrät seinen Spitznamen, er seine Zukunftspläne

Voriger Artikel
Kita-Gebühren: Eltern bitten Bürgerschaft um Hilfe
Nächster Artikel
Heidepflanze regelmäßig stutzen

Die Rostocker Neptun-Werft hat einen neuen Geschäftsführer. Eigentümer Bernard Meyer (v. l.) stößt mit dem alten und neuen Geschäftsführer, Manfred Müller-Fahrenholz, und Raimon Strunck im Kurhaus Warnemünde an.

Quelle: Ove Arscholl

Es ist ein Abschied auf Raten gewesen. Die Ankündigung seines Rückzugs schlug nicht wie eine Bombe ein. Bereits vor drei Jahren habe Manfred Müller-Fahrenholz bei Bernard Meyer angedeutet, dass es Zeit sei, einen Nachfolger zu finden. Gestern hat der Besitzer der Neptun Werft seinen Geschäftsführer entlassen — in den Ruhestand. Mit einer Feier für Geschäftspartner und Weggefährten im Warnemünder Kurhaus.

OZ-Bild

Gestern Abend hat der langjährige Neptun-Werft-Geschäftsführer seinen Abschied im Warnemünder Kurhaus mit Freunden und Geschäftspartnern gefeiert / Die Belegschaft verrät seinen Spitznamen, er seine Zukunftspläne

Zur Bildergalerie

ROS TALK

Claudia Tupeit berichtet aus

Rostocks Szene. ☎ 365410

rostalk@ostsee-zeitung.de

Der Neue, Raimon Strunck , steht bereit, hat monatelang an der Seite von Müller-Fahrenholz die Lenkung der Geschicke der Werft in Rostock kennengelernt. „So gut, dass manch einer in der letzten Zeit gar nicht gemerkt hat, dass er bereits Entscheidungen getroffen hat“, erzählt der Alte, der nach eigener Aussage mit einem guten Gefühl gehe. Und trotz der langen Vorbereitungszeit auf seinen Rückzug: Die Neptun Werft ohne ihn an der Führungsspitze mag sich noch keiner so recht vorstellen. Manfred Müller-Fahrenholz ist zu einer Art Urgestein geworden, der ungewöhnliche Familienname untrennbar mit der Neptun Werft und dessen Erfolgsgeschichte verbunden. „In meiner Heldenliste steht er ganz weit oben“, sagt Gunnar Tamms , der mit seiner Informationssystemefirma INR die Werft-IT betreut. Weil er integer sei. „Etwas sehr seltenes heutzutage, vor allem in dem knallharten Geschäft.“

Und während Tamms mit Herbert Blindzellner , Vize-Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt in Rostock, Kreuzfahrtschiffe auf der Ostsee betrachtet, fällt ihm ein, dass einer seiner Mitarbeiter dem scheidenden Werft-Geschäftsführer den Aufstieg zum Prokuristen zu verdanken hat. „Er hat mir beigebracht, nicht nur auf Einser im Zeugnis zu achten“, sagt Tamms.

„Sondern auch darauf zu gucken, wofür sich Angestellte begeistern können.“ Bei den über 500 eigenen Mitarbeitern und Azubis habe Müller-Fahrenholz das genauso gehandhabt.

Aus Holland ist Jan Houweling zu den Feiernden gestoßen. 51 Schiffe habe er mit der Neptun Werft gemeinsam gemacht. „Alles Flusskreuzliner.“ Was er am Ex-Geschäftsführer schätzt?

„Er tut immer das, was er sagt.“ Einer, auf dessen Wort man sich verlassen konnte, schiebt Kollege Thomas Bogler von den Viking River Cruises aus der Schweiz hinterher. Bei Müller-Fahrenholz hat er regelmäßig Schiffe fertigen lassen, die nun auf dem Rhein, auf Main oder der französischen Seine schippern.

Warum Müller-Fahrenholz nun ein sehr florierendes Unternehmen übergibt, in Zeiten, in denen andere Werften ins Schwanken geraten sind? Lars Clasen verrät seine Sicht dazu: „Er ist eben ein sehr angenehmer Geschäftspartner, der alles in Ruhe regelt“, sagt der ehemalige Gesellschafter der A-Rosa-Reederei, für die die Neptun Werft auch Schiffe baut. Frank Wölfel bezeichnet ihn gar als „genialen Chef“. Dem „Bereichsleiter Montage“ werde immer das offene Ohr von „Mü-Fa“ in Erinnerung bleiben. Von „Mü-Fa“? „Ja, wer über ihn spricht, nennt ihn so. Nur direkt hat ihn so niemand angesprochen.“ Über den Spitznamen schmunzelt „Mü-Fa“. Der 65-Jährige blickt eh entspannt in die Zukunft, will mit seiner „tollen Ehefrau Therese

eine neue Wohnung in Warnemünde beziehen, weitere und nähere Ziele bereisen, die Heimat neu entdecken. „Dafür hatte ich in den 15 Jahren hier nie Zeit.“ Und sich mit einem Buch zurückziehen. Er könne sehr gut mit sich allein sein. Wobei er auch zugibt, dass er auch den „Kontakt mit den Menschen“ sicher vermissen werde.

OZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Stralsund
Arbeiter bauen in der Werfthalle an einer Geländerkonstruktion für die Plattform.

Nach einer Wartezeit auf Genehmigungen wird bei der Edelstahl Stralsund GmbH Vollgas gegeben, um Deutschlands erste schwimmende Windkraftplattform aufs Wasser zu bringen

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Auto im Gleisbett: Molli fällt aus

Erneut Unfall am Alexandrinenplatz / Bäderbahn wird in Heiligendamm gestoppt