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Umzug in neun Stunden: Krankenhaus Doberan wird 20

Bad Doberan Umzug in neun Stunden: Krankenhaus Doberan wird 20

Das Krankenhaus Kühlungsborn wurde 1996 nach Bad Doberan verlegt

Bad Doberan. Kurz vor Weihnachten vor 20 Jahren befanden sich viele Utensilien des Kreiskrankenhauses in Kühlungsborn in Kisten und Kartons. Am 21. Dezember 1996 zogen Mitarbeiter samt Betten und Instrumenten bei laufendem Betrieb innerhalb von neun Stunden in den Neubau am Rand von Bad Doberan. Das hat die Belegschaft vor kurzem im Upstalsboom in Kühlungsborn gefeiert – dort stand früher das Kurhaus Brunshaupten, das 1954 zum Krankenhaus umfunktioniert wurde. An den Umzug können sich Sozialarbeiterin Korinna Lembke und Krankenschwester Sylvia Hermann noch gut erinnern.

„Das Kurhaus wurde im Mai 1908 eröffnet, war Hotel, Lazarett, Flüchtlingsheim, dann Krankenhaus“, erzählt Chefarzt Michael Arndt. Auch wenn Umbauten vorgenommen, Balkone abmontiert worden seien, der Sanierungsbedarf stieg mit den Jahren. „Es war als Hotel gebaut, nicht als Krankenhaus. Es war nicht mehr zeitgemäß.“ Uwe Borchmann, Geschäftsführer des Krankenhauses Bad Doberan. „Ebenso war unter Versorgungsgesichtspunkten der Standort nicht optimal, da einerseits eine Unterversorgung der Region des südlichen Landkreises herrschte und anderseits das Krankenhaus im Einzugsgebiet durch die Ostsee begrenzt wurde.“ Daher sei ein Standort in Richtung Süden notwendig gewesen und mit der Kreisstadt Bad Doberan gefunden. 90 Millionen Mark hat der Neubau an der Schwaaner Chaussee gekostet.

Damals war Korinna Lembke in der Ausbildung zur Krankenschwester. „Wir waren für den Umzug des Lehrkabinetts verantwortlich.“ Im Unterrichtsraum hätten die Schüler Katheter legen und Bettenmachen geübt. Ihr erster Dienst im neuen Haus war eine Nachtschicht. „Alles war neu. Hier gab es den Luxus, dass jeder Patient eine eigene Nasszelle hatte“, sagt Lembke. Sie habe in ihrer ersten Schicht Schränke mit Medikamenten und Infusionen bestückt.

Auch Sylvia Hermann erlebte den Umzug mit, arbeitet seit 1992 im Krankenhaus. Die Bad Doberanerin habe es eher als andere gewusst, dass auf den Acker zwischen Bad Doberan und Hohenfelde ein Krankenhaus gebaut wird. „Wir hatten vom gleichen Bauern ein Grundstück gekauft“, verrät sie. Für viele Kühlungsborner sei der Umzug eine Umstellung gewesen, weil sie plötzlich zu Pendlern wurden.

Für den Operationssaal seien neue Instrumente gekauft worden. „Der Oberarzt ist dafür nach Tübingen gefahren“, erinnert sich Sylvia Hermann. Pinzetten, Haken und Co. mussten ausgetauscht werden.

„Eine aufregende Zeit“, so die 58-Jährige. Bis sie sich im Neubau orientieren konnte, habe es natürlich gedauert. War die Röntgenabteilung in Kühlungsborn im Keller, befand sie sich nun im Erdgeschoss. Ein Highlight sei die Physiotherapie mit Wasserbad gewesen. „Wer hatte das schon“, sagt Hermann. Mehr als 70 Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes, vom Roten Kreuz, vom Arbeitersamariterbund, der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes und einiger Umzugsfirmen haben geholfen, schreibt damals die OZ. Den Artikel hat Sylvia Hermann aufgehoben. Heute ist aus dem Kreiskrankenhaus Kühlungsborn mit 215 Mitarbeitern ein Betrieb unter Trägerschaft der Krankenhaus Bad Doberan GmbH mit 249 Mitarbeitern geworden.

Anja Levien

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