Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Unbemannte Vermessung aus der Luft

ROGGENTIN Unbemannte Vermessung aus der Luft

Drohnen im zivilen Einsatz sind gefragt. Peter Zimmermann rüstet Betriebe mit der modernen Technik aus.

Voriger Artikel
Heinkel-Mauer soll ins Museum
Nächster Artikel
„Rostock kreativ“: Hobbymaler stürmen die Kunsthalle

Die Piloten Martin John (r.) an der Fernsteuerung und Vieters Dambrauskas an der Kontrolleinheit führen die Drohne vor.

Quelle: Fotos: Thomas Mandt

Roggentin. Die Drohne surrt auf dem Rasen. Martin John hat die Fernsteuerung in der Hand und lässt den Quadrocopter langsam in die Höhe steigen. Ein spannendes Männer-Spielzeug, das längst zu einem professionellen Helfer im Bau- und Vermessungswesen geworden ist.

„Baubetriebe, Vermessungs- und Ingenieurbüros, ja sogar die Polizei, haben großes Interesse an Drohnen und den hochauflösenden Luftaufnahmen, die die darunter montierten Kameras liefern“, berichtet Peter Zimmermann von Zimmermann-Optik in Roggentin. Seit 1991 vertreibt das Unternehmen moderne Vermessungstechnik und Maschinensteuerung. „Nun haben wir unser Programm um die Drohnen erweitert“, sagt Zimmermann, der bislang jeweils fünf dieser etwa 25000 Euro teuren Geräte im Vermessungsbereich in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Hostein verkauft hat.

Er nennt das Beispiel einer Kiesgrube, die aufgemessen werden muss. „Wenn zwei Vermesser mit üblicher Ausrüstung eine Woche dazu benötigen, hat die Drohne binnen zehn Minuten alles fotografiert, 200 Millionen Punkte im Kasten, die am Computer im Büro ausgewertet werden, um genau zu berechnen, wie viel Kubikmeter Kies auf welchem Haufen liegen“, erläutert Zimmermann die Effektivität der Geräte. Ob die Kartierung schwer zugänglicher Gelände, die Überprüfung von Hochspannungsleitungen oder Offshore-Anlagen, Deponieberechnungen, Unfall- oder Tatortaufnahme — „die Drohne fliegt drüber nach vorher festgelegtem Flugplan und nimmt das Projekt in hoher Auflösung auf“. Ein Foto sage mehr als tausend Worte und erspare viel Dokumentation. Jedes noch so kleine Detail sei im Nachhinein auswertbar, ist Zimmermann selbst begeistert von der neuen Technik.

Die erfordert einen Piloten-Nachweis, den Mitarbeiter wie Martin John und Vieters Dambrauskas vorlegen können. „Die Ausbildung, eineinhalb Tage, wird von uns vermittelt“, betont Zimmermann.

Aufstiegsgenehmigungen müssen für das Fluggerät beim Land beantragt, der Datenschutz natürlich eingehalten werden.

„Drohnen sind stark im Kommen“, weiß Mirjam Sperlich vom Landesvorstand des Bundes der öffentlich bestellten Vermessungsingenieure. Sie selbst arbeite in der klassischen Vermessung und benötige für ihre Aufgabengebiete diese Technik nicht, erklärt die Rostocker Vermessungsingenieurin. „Doch es gibt Bereiche, da kann der Einsatz von Drohnen sehr sinnvoll sein“, sagt Mirjam Sperlich.

Zimmermann hat langjährige Erfahrung in der Branche. Nach dem Studium der Feinwerkstechnik in Jena übernahm er 1985 einen Kundenstützpunkt des Kombinates Carl Zeiss Jena in Rostock und gründete aus dem kleinen Laden in der Doberaner Straße nach der Wende die Firma Zimmermann-Optik, zunächst mit drei Beschäftigten. 1995 war der Umzug ins neue Firmengebäude in Roggentin. Inzwischen sind 15

Kollegen in der Firma beschäftigt, die regelmäßig geschult werden. Die Ausstellungsfläche ist von einst 25 auf 600 Quadratmeter angewachsen. Zur Firma des 51-Jährigen gehören zwei Filialen in Roggentin und Norderstedt, mit denen der Unternehmer etwa 70 Prozent des Marktes im Norden abdeckt.

Die Kundenkartei umfasst inzwischen Tausende Baubetriebe, Ingenieur- und Vermessungsbüros, die mit Präzisionstechnik für die verschiedensten Aufgabenbereiche ausgerüstet werden.

Zimmermann-Optik startete mit drei Mitarbeitern
1991 gründete Peter Zimmermann das Unternehmen Zimmermann-Optik GmbH mit zunächst drei Mitarbeitern. Das Geschäft war aus einem ehemaligen Kundenstützpunkt des Kombinates Carl Zeiss Jena in der Doberaner Straße hervorgegangen, in dem Zimmermann seit 1985 gearbeitet und noch bis 1992 Zeiss-Geräte vom Mikroskop bis zum Nivelier repariert hatte.

 



Doris Kesselring

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
„Betty“ im Belagerungszustand

Seit fast einer Woche ist die alte Orthopädie in der KTV besetzt / Eigentümer und Polizei verhandeln mit Besetzern / Abriss könnte jederzeit starten