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Uni-Forscher überlisten Pflanzen

Stadtmitte Uni-Forscher überlisten Pflanzen

Wissenschaftler bieten mit neuem Verfahren für Landwirte Alternativen zu Soja-Importen an

Stadtmitte. Mikroorganismen greifen Pflanzen mit ihren Enzymen an, mitunter zerstören sie sie sogar. Doch die Pflanzen versuchen, sich dagegen zu wehren und bilden gegen die Enzyme Abwehrstoffe. Nur bei Starkregen, wenn sich die Mikroorganismen gigantisch vermehren und unter diesen Bedingungen viele Enzyme bilden, funktioniert der Selbstschutz der Pflanzen nicht mehr. Dann knickt beispielsweise das Getreide um. Die Abwehrstoffe reichen also nicht. Wissenschaftler der Agrar-und Umweltwissenschaftlichen Fakultät (AUF) der Universität Rostock nehmen diesen Prozess in Laborversuchen näher unter die Lupe.

„Pflanzliche Abwehrstoffe, die einerseits für das Gedeihen der Pflanzen unerlässlich sind, schmecken andererseits Nutztieren, wie Kühen, Schweinen oder Ziegen, nicht“, erläutert Dr. Mathias Schlegel.

Deshalb sollen ernährungsschädliche Abwehrstoffe ausgeschaltet werden. So gebe es nur schmackhaftes Grünfutter.

Unter Projektleitung von Bassel Ibrahim entwickeln die Wissenschaftler jetzt ein Verfahren, ähnlich dem der Silageherstellung. Dabei werden ernährungsschädliche Substanzen in abgeernteten Pflanzen durch einen Trick, ähnlich wie eben bei Starkregen, ausgeschaltet. „Was die lebenden Pflanzen nicht vertragen, mögen die geernteten auch nicht“, sagt Ibrahim.

Die Forscher konzentrieren sich auf Pflanzen mit hohem Eiweißanteil, wie Ackerbohnen, Erbsen, Lupinen und die tropische Jackbohne. Den zerkleinerten Pflanzen wird ein hoher Wasseranteil von 80 bis 90 Prozent zugeführt. „Das ist genau die Menge, ähnlich einem Starkregen, den die Pflanzen nicht mögen. Der hohe Wassergehalt ist dabei der Nährboden für eine Population von Mikroorganismen, die nötig ist, um eine hohe Enzymflut zu generieren“, sagt Ibrahim.

Es gelang mit dem neuen Verfahren, Alternativen zu Soja-Importen anzubieten. „Das Ersetzen von nur einem Prozent des importierten und teurer werdenden Sojas in Europa kann 40 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß verhindern“, rechnet Norbert Kanswohl, Professor für Agrartechnologie und Verfahrenstechnik, vor.

Wolfgang Thiel

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