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Uni-Klinik hilft jetzt auf allen Weltmeeren

Hansaviertel Uni-Klinik hilft jetzt auf allen Weltmeeren

Rostocker Mediziner unterstützen via Satellit Bordärzte bei Notfällen auf Aida- und Costa-Kreuzfahrtschiffen

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Wir sind in der Tele-Medizin ein Vorreiter weltweit.“Harald Jeguschke, kaufm. Vorstand Uni-Klinik

Hansaviertel. Sonne, Meer und traumhafte Ziele: So stellen sich jährlich Zehntausende Kreuzfahrt- Passagiere ihren Traumurlaub vor. Doch was, wenn der Törn plötzlich zum Alptraum wird – nach einem schlimmen Unglück oder einer schweren Erkrankung? An Land ist medizinische Hilfe meist nicht fern, Hunderte Seemeilen auf dem Meer aber sieht das ganz anders aus. Die Rostocker Reederei Aida Cruises geht deshalb neue Wege, um Passagieren und Besatzungsmitgliedern jederzeit optimale Hilfe bieten zu können: Aida holt bei schwierigen Notfällen auf See künftig die Spezialisten der Rostocker UniMedizin an Bord – zumindest virtuell, via Satelliten-Verbindung in die Uni-Klinik.

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Rostocker Mediziner unterstützen via Satellit Bordärzte bei Notfällen auf Aida- und Costa-Kreuzfahrtschiffen

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Kreuzfahrt-Geschäft made in Rostock

120 Fälle pro Jahr sollen nach Schätzungen von Aida gemeinsam von den Bordärzten und den Medizinern der Rostocker Uni betreut werden.

Insgesamt werden auf jedem Schiff der Flotte pro Woche im Schnitt 140 Gäste im Bordhospital vorstellig.

11 Schiffe gehören derzeit zur Aida-Flotte, die Schwester Costa hat weitere 15 im Einsatz.

Gestern gaben die Reederei und die Uni-Klinik den Startschuss für ein weltweit einmaliges Projekt: „Unsere elf Schiffe verfügen alle über ein eigenes kleines Hospital – besetzt mit zwei Ärzten und bis zu vier Pflegern“, so Dr. Jens Tülsner. Er ist bei Aida für die medizinische Versorgung von Passagieren und Crew zuständig. Und schon jetzt könnten die Schiffsmediziner in vielen Fällen schnelle Hilfe leisten: „Wir sind ausgestattet wie ein kleines Kreiskrankenhaus – mit Röntgen, Ultraschall, Beatmungsgeräten und kleinem Labor.“ Doch in schwierigen und in Zweifelsfällen brauchen die Ärzte an Bord Hilfe von Land – von Spezialisten der Uni-Klinik.

Und das funktioniert so: „Wenn ein Patient beispielsweise die Treppe runterfällt und unklar ist, wie schwer die Verletzung ist, dann machen die Kollegen an Bord ein Röntgenbild. Das wird dann via Satellit zu uns geschickt“, erklärt Professor Karlheinz Hauenstein, Direktor des Instituts für diagnostische Radiologie. Die Aufnahmen sind einige Gigabyte groß, aber dank der modernen Technik binnen Sekunden in der Hansestadt. Die Fachleute dort helfen bei der genauen Diagnose, ziehen im Zweifel noch weitere Spezialisten der Unimedizin heran. „Wir geben dann den Ärzten an Bord eine Empfehlung für die bestmögliche Behandlung.“ Und das rund um die Uhr, sieben Tage pro Woche. Aida-Mediziner Tülsner fügt hinzu: „Entscheidend ist für uns die Frage, ob der Passagier an Bord bleiben kann oder ausgeschifft werden muss.“

Im Schnitt werden in jedem der elf Bord-Hospitäler auf den Aida- Schiffen rund 20 Patienten pro Tag versorgt. „Die Hilfe aus Rostock nehmen wir zwei, drei Mal pro Woche in Anspruch.“ Die Kosten für Behandlung an Bord und die ZusatzHilfe via Satellit übernehme jede Auslandskrankenversicherung.

Zu den häufigsten Fällen, in denen die Spezialisten an Land um Rat gebeten werden, fallen in das Gebiet der „Traumatologie“: Knochenbrüche, Becken- und auch Knieverletzungen. „Bei älteren Patienten sind aber auch Lungen-Probleme nicht selten“, sagt Hauenstein. Wenn ein Senior im Winter in die Karibik reist, sei die klimatische Umstellung ein Risiko. „Wir können aber auf Röntgenbildern sehr schnell erkennen, ob der Passagier eine Lungenentzündung oder halt nur eine einfache Erkältung hat.“

Mit der Kooperation in der Tele-Medizin setzen die Rostocker Partner neue Maßstäbe, sagt Christian Schmitt, der ärztliche Vorstand der Uni. „Wir helfen jetzt Patienten auf allen Weltmeeren.“ Dass sich Aida bei der Suche nach einem Partner für die „Uni vor der Haustür“ entschieden habe, ist kein Zufall: Die Rostocker sind in der Tele-Medizin führend. „Wir waren die Ersten, die eine solche Lösung angeboten haben – für das Krankenhaus in Bad Doberan.“ Mittlerweile liefern die Hansestädter Ferndiagnosen auch für Kliniken in Güstrow, Ribnitz-Damgarten und Schwaan.

Aida will mit dem neuen Service bei den Passagieren punkten: „Wir wollen den gleichen medizinischen Standard wie an Land bieten“, sagt Tülsner und kündigt bereits an, dass die Kooperation nicht allein auf die Kussmund-Schiffe beschränkt bleiben soll: „Wir wollen die Hilfe der Unimedizin auch für die 15 Schiffe unserer italienischen Schwester-Reederei Costa in Anspruch nehmen.“ Harald Jeguschke, kaufmännischer Vorstand der Uni-Klinik, hofft sogar auf noch mehr Kunden: „Vielleicht können wir auch Aidas Mutterkonzern begeistern.“ Die Carnival Corporation betreibt weltweit mehr als 100 Luxusliner.

Andreas Meyer

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