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Uni erinnert an ihre erste Chemiestudentin

Stadtmitte Uni erinnert an ihre erste Chemiestudentin

Stolperstein in Hamburg und Ehrentafel in Rostock würdigen Else Hirschberg / Wissenschaftlerin wurde 1942 nach Auschwitz deportiert

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Studenten und Lehrkräfte am Rostocker Institut für Chemie in den 20er Jahren.

Quelle: Privatbesitz Familie Klosmann-Dyck

Stadtmitte. Zum 600-jährigen Universitätsjubiläum 2019 wolle man die Vergangenheit nicht ausblenden, betont Uni-Rektor Wolfgang Schareck. „Insbesondere in der gemeinsam mit der Stadt geplanten Ausstellung ’Verflechtungsgeschichte’ werden unsere Arbeitsgruppen die Ergebnisse ihrer historischen Recherchen präsentieren“, so Schareck. Dabei wird auch Else Hirschberg (1892-1942) eine große Rolle spielen. Die erste Chemiestudentin an der Universität war eine leidenschaftliche Wissenschaftlerin, die von den Nazis in den Tod getrieben wurde. Am vergangenen Freitag wurde Else Hirschberg in Hamburg ein Stolperstein gewidmet. In Rostock, ihrem Studien- und Arbeitsort, soll sie im kommenden Jahr eine Ehrentafel erhalten.

OZ-Bild

Stolperstein in Hamburg und Ehrentafel in Rostock würdigen Else Hirschberg / Wissenschaftlerin wurde 1942 nach Auschwitz deportiert

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Die Universität Rostock ermöglichte im Wintersemester 1909/10 als letzte Universität in Deutschland Frauen das Studium. Else Hirschberg war bereits 1908 als Gasthörerin an der Uni eingetragen. In den Unterlagen der Universität findet sich eine erfolgreiche Abschlussprüfung für das Jahr 1913. Nach ihrem Chemiestudium hat die gebürtige Berlinerin viele Jahre als wissenschaftliche Hilfskraft im Rostocker Physiologischen Institut gearbeitet. Sie hat die Bibliothek verwaltet, aber auch das chemisch-physiologische Praktikum betreut und 1927 in Berlin eine Hochbegabtenprüfung gemacht, die als Abitur anerkannt wurde und ihr die Promotion an der Philosophischen Fakultät ermöglichte. Nebenbei begann sie 1928 ein Medizinstudium, das Voraussetzung für eine wissenschaftliche Anstellung im Bereich Physiologie war. Bis 1933 hat sie fast 30 wissenschaftliche Publikationen verfasst oder war daran beteiligt.

Else Hirschberg wurde aufgrund ihrer jüdischen Abstammung 1933 an der Universität Rostock entlassen und arbeitete danach als Laborleiterin am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg. Die Flucht aus Deutschland gelang ihr trotz aller Bemühungen nicht mehr, sie wurde 1942 mit ihrer Schwester nach Auschwitz deportiert.

„Diese begabte junge Frau hat die Wissenschaft geliebt. Sie hat als erste Frau an unserer Universität das Chemiestudium absolviert und promoviert. Das Schicksal von Else Hirschberg macht die verheerenden Folgen der Nazidiktatur für die Menschen und die Universität deutlich“, so Wolfgang Schareck.

In Rostock soll an ihrem ehemaligen Wohnsitz in der Schillerstraße 29 im kommenden Jahr eine Gedenktafel angebracht werden.

OZ

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