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Deutsche Unternehmen überleben durchschnittlich acht bis zehn Jahre

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Deutsche Unternehmen überleben durchschnittlich acht bis zehn Jahre

Rostocker Wissenschaftler haben umfangreiche Daten ausgewertet

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Deutsche Unternehmen werden bis zu ihrer Insolvenz durchschnittlich acht bis zehn Jahre alt. Das hat der Lehrstuhl für Statistik und Ökonometrie der Universität unter Leitung von Professor Rafael Weißbach herausgefunden. Dabei haben die Forscher auf Daten zu Firmeninsolvenzen des Bundesfinanzministeriums zurückgegriffen. Egal, ob die Konjunktur brummt oder eine Flaute die Firmen erfasst: Immer wieder treiben Missmanagement oder eine schlechte Wirtschaftslage Unternehmen in den Ruin.

 

OZ-Bild

Professor Rafael Weißbach untersuchte die Lebensdauer von Unternehmen.

Quelle: Julia Tetzke/uni Rostock

Die Methodik zur Datenauswertung sei kompliziert, sagt Weißbach, der von Haus aus Mathematiker ist. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen lässt sich einfacher berechnen. „Die Geburt wird in einem Register klar erfasst und auch der Tod wird dokumentiert.“ Bei Unternehmen ist das anders. Die Insolvenz sei immer ein besonderer, manchmal unerwarteter Einschnitt. Deshalb haben die Rostocker Wissenschaftler rückwärts gerechnet und das Alter der betroffenen Pleitefirma zur Grundlage genommen.

Dennoch ist die statistische Analyse nicht einfach für die Berechnung der nationalen Insolvenzrate. Gedanklich legten die Forscher die Anzahl der Unternehmen des Landes zugrunde, die binnen eines Jahres insolvent werden. Dann setzten sie diese Zahl ins Verhältnis zu allen Unternehmen, die insolvent werden könnten. „Diese Insolvenzrate steht in engem Verhältnis zur Erwartung des Unternehmensalters“, verdeutlicht Weißbach. Die Erkenntnisse der Forscher sind nicht nur für die Wirtschaft selbst interessant. „Auch Anleger müssen sich über das Risiko einer Insolvenz von Unternehmen im Klaren sein“, verdeutlicht Rafael Weißbach. Seiner Meinung nach müsse auch die Geschäftsführung jedes Unternehmens dieses Risiko im Blick haben, selbst in Verhandlungen mit Banken über Kredite.

Weißbach sieht noch einen weiteren Aspekt. „Jeder Hochschulabsolvent, der nicht im öffentlichen Dienst landet, muss sich Gedanken machen, in welchem Unternehmen er seine Karriere startet.“ Es gelte für Arbeitnehmer, sich immer wieder mit der Frage auseinanderzusetzen: Wird mein erster Arbeitgeber auch mein letzter sein? Deshalb sei die Studie auch ein Fingerzeig, sich ständig zu qualifizieren, um für den Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben, rät er.

Wolfgang Thiel

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