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Von tricksenden Gehirnen, Tiefseewesen und Feuerbällen

Stadtmitte Von tricksenden Gehirnen, Tiefseewesen und Feuerbällen

Mehr als 240 Beiträge: Rekordprogramm zur „Langen Nacht der Wissenschaften“

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Glasbläser Matthias Auer zeigt, wie Spezialgläser und -kolben angefertigt werden. In vielen Laboren wird die Wissensnacht ähnlich feurig.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Stadtmitte. Gehirne aus nächster Nähe bestaunen, geheimnisvolle Tiefseewesen entdecken und Feuerbälle entfachen – dafür braucht man weder Doktortitel noch Artistendiplom. Ein Ticket für die „Lange Nacht der Wissenschaften“ genügt. Am 27. April locken die Veranstalter um Robert Uhde Wissbegierige mit stadtweit mehr als 240 Beiträgen zur wohl erhellendsten Nacht des Jahres. „Das ist Rekord“, sagt Uhde. Er erwartet mehr als 5000 Besucher.

 

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„„Die ’Lange Nacht der Wissenschaften’ hat sich zum größten Public-Science- Event des Landes gemausert.“Robert Uhde Veranstalter

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„„Bei uns im ’Haus des Meeres’ können Besucher die Welt der Ozeane auf vier Etagen erleben.“Viola von Oeynhausen Institut für Physik

Die Themenwelten sind so vielfältig wie das Leben selbst: Physik, Biologie, Musik und Medizin, Sport und Sprachen – die Wissensnacht bedient jedes Interessengebiet. Und jeden Geschmack: Im Hörsaalgebäude Physik zum Beispiel tischen Jungforscher ihren Gästen Experimente zum Aufessen auf. Der Südstadt-Campus hat ohnehin viele Mitmachaktionen und überraschende Einblicke in petto. In der Anorganischen Chemie gibt es feurige Versuche. Welche optischen Täuschungsmanöver das menschliche Gehirn auf Lager hat, erfahren Besucher im Institut für Biowissenschaften. Wortwörtlich Meer erleben sie im Neubau der Physik: Der präsentiert sich als vierstöckiges Schauhaus zum Abtauchen. Vom Ozeangrund bis hin zum Himmel über den Weltmeeren führt die Entdeckungstour. Warum haben Pinguine weiße Bäuche? Wie bringt man ein Tretboot so richtig auf Touren? Antworten auf solche Fragen liefern Schauvorlesungen. Mit dem Angebot rund ums Wasser habe die Physik „den dicksten Fisch der Nacht an der Angel“ sagt Uhde. Einen, den sich auch Uni-Rektor Wolfgang Schareck gern anschauen würde. Doch er wird auf dem Campus Stadtmitte gebraucht. Auch dort wird es um Fische gehen, allerdings um uralte.

Die Paläontologin Bettina Reichenbacher referiert über fossile Meeresbewohner, die vor zehn Millionen Jahren vor Ostafrika schwammen. Zeitgleich widmet sich die Anatomie Hirnplastinaten. Das Institut zählt zu den Besuchermagneten der Wissensnacht. Vorbeischauen lohne sich aber überall, sagt Schareck. Selbst für ihn. „Ich kenn’ schon vieles und kann doch immer wieder etwas dazulernen. Die Wissenschaft entwickelt sich ja stetig weiter.“

Genauso wie die Veranstaltungsreihe. Die findet zum 14. Mal statt. „Trotzdem ist sie kein alter Hut, sondern ein lebender Organismus, der sich stetig wandelt“, betont Robert Uhde. Und einer der wächst. Von einer Stadtveranstaltung habe sich die „Lange Nacht“ zum „größten Public-Science-Event des Landes gemausert“, sagt Uhde stolz. Dafür nehmen nicht nur Gäste, sondern auch Forscher weite Wege auf sich. Ob Plasmaphysiker aus Greifswald oder Weltraumwetter-Experten aus Neustrelitz – aus allen Landesteilen reisen Wissenschaftler nach Rostock, damit Besucher ihre Arbeit hier buchstäblich begreifen können. Der Erfolg spornt Uhde an. „Ich seh’ bis 2019 ganz viel Wachstum“, stellt er in Aussicht.

Einen Termin in zwei Jahren hat auch Schareck im Visier: 2019 soll es im Kulturhistorischen Museum eine XXL-Schau zur Unigeschichte geben. „Mit vielen Überraschungen“, verspricht der Rektor. Von denen hat auch die „Lange Nacht der Wissenschaften“ jede Menge zu bieten. Start ist um 18 Uhr. Junge Entdecker können schon früher losziehen: Die ersten Veranstaltungen für Kinder beginnen um 16 Uhr.

Sobald der Wissensdurst bei den Großen gelöscht ist, sprudeln für sie im ST-Club Sekt, Selters & Co.: Ab 22 Uhr steigt die After-Science-Party.

Tipps für Nachtschwärmer und Mitwisser

Die „Lange Nacht der Wissenschaften“ wird seit 2004 in Rostock ausgerichtet. In diesem Jahr sind mehr als 240 Beiträge im Programm – so viele wie nie zuvor.

Termin: Donnerstag, 27. April, 18 bis 22 Uhr Programm: unter www.lange-nachtdes-wissens.de

Eintrittskarten: Einzelticket 6 Euro, Familienticket 10 Euro, Gruppenticket 18 Euro, Kinder bis zu 12 Jahren frei, 20 Prozent Ermäßigung im Vorverkauf Vorverkaufsstellen ab 20. April: RSAG Kundenzentrum (Dierkow, Hauptbahnhof, Doberaner Platz, Lütten Klein), Pressezentrum (Neuer Markt), MV-Ticketbox (KTC), Agentur Sphinx ET (Große Goldstraße 7), Tourismuszentralen Rostock (Uniplatz 6) und Warnemünde (Am Strom 59)

Antje Bernstein

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