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Unimedizin eröffnet Zentrum für Forschung am Kleintier

Hansaviertel Unimedizin eröffnet Zentrum für Forschung am Kleintier

Die Rostocker Unimedizin hat gestern die zentrale Forschungseinrichtung für Kleintierbildgebung eröffnet.

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Während der Führung durch das Gebäude sehen die Gäste Ratten nur als Plüschtiere.

Quelle: Claudia Tupeit

Hansaviertel. Die Rostocker Unimedizin hat gestern die zentrale Forschungseinrichtung für Kleintierbildgebung eröffnet. An verschiedenen Anlagen wollen Forscher und Mediziner an Vierbeinern künftig den Verlauf von Krankheiten beobachten. „Zum Beispiel die Veränderungen im Gehirn bei Alzheimer“, sagt Brigitte Vollmar, experimentelle Chirurgin und eine der Hauptverantwortlichen in der neuen Einrichtung.

Ratten, Mäuse und Kaninchen — gezüchtet in der eigenen Zentraltierhaltung — sollen außerdem als Modelle dienen, an denen die Entwicklung von Tumoren nachvollziehbar sei, sagt Nuklearmediziner Bernd Krause. „Wir wollen sehen, wie die Tiere auf verabreichte Substanzen reagieren.“ Die Perspektive aus Sicht des Arztes: Therapiemöglichkeiten prüfen und entwickeln. Aber, so muss er zugeben, es würde Jahre dauern, ehe erfolgreiche Anwendungen bei Tieren tatsächlich bei menschlichen Patienten angewendet werden könnten.

In den Räumen sollen sich neue Tiere zunächst „aklimatisieren“, wie Brigitte Vollmar sagt. Ein Gehäuse, in dem die Tiere eine Narkose verabreicht bekommen, steht ebenso zur Verfügung wie ein Bereich, in dem die Radioaktivität der Proben geprüft wird, bevor die Tieren sie per Spritze injiziert bekommen. Und, so Krause, anders als bei anderen Projekten, bei denen Tiere nach einem Versuch getötet werden, erhielten sie nun mehrfache Untersuchungen.

„Noch schlimmer“, findet das Claus Kronaus, Geschäftsführer des 1979 gegründete Vereins „Ärzte gegen Tierversuche“. „Für Mäuse ist es schon stressig, überhaupt hoch genommen zu werden.“ Ratten und andere Versuchstiere seien zudem manipuliert, um den Zustand „Krebs“ oder „Alzheimer“ zu erzeugen. „Statt Tiere zu quälen, sollte lieber in Alternativen investiert werden, etwa in Computermodelle.“

Doch die Zahlen sprächen gegen eine tierversuchsfreie Zukunft: nur vier bis fünf Millionen Euro stünden jährlich in Deutschland dafür bereit. Die neue Rostocker Anlage hat mehrere Millionen Euro gekostet, finanziert unter anderem vom Land, durch europäische Mittel und mit Geld der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Dass gerade Ratten nicht die größten Sympathieträger sind, sieht Kristina Wagner von der Akademie für Tierschutz nicht als Freibrief, sie für Versuche zu opfern. „Tierschutz ist allgemein gültig“

findet die Biologin.

 



Claudia Tupeit

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