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Unternehmen machen Mitarbeiter fit

Stadtmitte Unternehmen machen Mitarbeiter fit

Mit diversen Aktionen versuchen Firmen, die Gesundheit zu fördern / Sie stoßen auch an Grenzen.

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Aktive Bewegungspausen gibt es bei Cortronik in Warnemünde schon seit einigen Jahren.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Stadtmitte. Das Kreuzfahrtunternehmen Aida Cruises stellt für seine Mitarbeiter frisches Obst am Arbeitsplatz bereit. Der Kranhersteller Liebherr finanziert seinen Angestellten Seminare zur Rauchentwöhnung. Und die Rostocker Straßenbahn AG schult ihre Führungskräfte im Umgang mit der älter werdenden Belegschaft. „Die Aufmerksamkeit der Unternehmen für das Thema Gesundheit ist markant", sagt Claus Ruhe Madsen, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock.

 

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Die Aufmerksamkeit der Unternehmen für das Thema Gesundheit ist markant. Claus Ruhe Madsen IHK-Präsident

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Gerade in Zeiten der Spezialisierung der Mitarbeiter sei es besonders wichtig, einen niedrigen Krankenstand zu haben. „Wer fit ist, fühlt sich besser und ist leistungsfähiger“, so Madsen. Zusätzliche Leistungen und Zugaben förderten auch die Verbundenheit zwischen Betrieb und Mitarbeitern. „Das ist ein Gesamtpaket: Es geht nicht nur um körperliche Gesundheit, sondern auch um Wertschätzung, Familienfreundlichkeit und Betriebsklima“, betont der IHK-Präsident. Doch Madsen sagt auch: „Es gibt in Unternehmen viele Angebote, die nicht oder nur zögerlich angenommen werden. Wir befinden uns in einen Findungsprozess.“

Laut Marion Josko, stellvertretende Personalratsvorsitzende bei der Ostseesparkasse (Ospa), habe ein Unternehmen nur begrenzt Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeiter. „Ob jemand gesund leben will, ist letztendlich eine persönliche und individuelle Entscheidung“, so Josko. Seien die Angebote jedoch breit gefächert, könne eine große Masse von Mitarbeitern erreicht werden. Gesundheitstage, Hautchecks, Ernährungsseminare oder Massagen – das Thema Gesundheit sei zum Beispiel in der Firmenstrategie der Ospa fest verankert. „Das Bewusstsein für dieses Thema ist gewachsen", stellt Josko fest. „Wir als Unternehmen müssen aber immer dran bleiben und fragen unsere Mitarbeiter, welche Themen sie interessieren.“

Zu den Vorreitern auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge gehört in Rostock der Medizintechnik-Hersteller Cortronik. Die Firma hat bereits den Gesundheitspreis des Bundesverbandes mittelständischer Wirtschaft gewonnen. Zweimal pro Schicht bietet das Warnemünder Unternehmen seinen Mitarbeitern eine „bewegte Arbeitspause“ an – für jeweils 15 Minuten. Ergebnis: Die Produktivität ist gestiegen, berichtet Elvira Wersin, Koordinatorin des betrieblichen Gesundheitsmanagements bei Cortronik. Gleichzeitig sei der Krankenstand von 6,4 Prozent auf 2,7 Prozent im Unternehmen gesunken.

Seit nunmehr vier Jahren gibt es die aktiven Pausen. „Das Ganze ist freiwillig, und es machen immer mehr mit“, sagt Wersin. Acht Stunden lang sitzen die Angestellten am Mikroskop – die Bewegung sei hier eine willkommene Abwechslung. „Die Durchblutung bei den Mitarbeitern wird angeregt, sie fühlen sich frischer und lockerer“, sagt Wersin. Inzwischen gebe es zwei Gruppen im Warnemünder Unternehmen. „Die eine macht Power, die andere eher Stretching.“ Ein neues Projekt sei ein Selbstverteidigungskurs, um Selbstvertrauen und Körpergefühl zu steigern. „Wir arbeiten in drei Schichten und die Frauen müssen nachts alleine nach Hause“, sagt Wersin.

In anderen Unternehmen gibt es verschiedene Sportgruppen, die auch bei Wettkämpfen antreten, wie Fußball, Tischtennis, Laufen oder Drachenboot. Die Rostocker Stadtverwaltung organisiert sogar ein internes Volleyballturnier. Manche Arbeitgeber bezuschussen zudem die Mitgliedschaft in Vereinen und Fitnessstudios. Bedeutung gewinnt auch die gemeinschaftliche Teilnahme an Laufveranstaltungen. 186 verschiedene Unternehmen schickten 2016 Teams zum Firmenlauf in den Stadthafen, berichtet Roman Klawun von der Agentur Pro Event. In diesem Jahr rechnet er mit 500 Teams aus Firmen und Institutionen.

Das Laufereignis werde gezielt genutzt, um im Betrieblichen Gesundheitsmanagement aktiv zu sein, so Klawun. Nicht nur Bewegung und Ernährung sind wichtig. Eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung gehört oft zum Standard. Genauso wie Gleitzeitmodelle oder Teilzeitbeschäftigung. Damit das Thema Gesundheit weiter an Bedeutung gewinne, müsse allerdings auch der Staat mitspielen, sagt IHK-Präsident Claus Ruhe Madsen. Zu viele Maßnahmen würden mit Bürokratie oder Steuer belastet: „Wenn ein Arbeitgeber zum Beispiel seinen Mitarbeitern,die am PC arbeiten, eine PC-Brille ermöglichen möchte, schreibt der Staat vor, dass der Mitarbeiter dazu eine Erklärung vom Augenarzt vorlegen muss, sonst ist ein steuerfreier Zuschuss nicht möglich.“

Teambildungsaktionen, Firmenfeiern, Geschenke und sonstige Anerkennungen der geleisteten Arbeit bereiteten steuerlich auch Schwierigkeiten. „Flexibilität ist gefragt, um viele gute Ansätze umsetzen zu können, sonst nützen auch die besten Absichten nichts“, so Madsen.

André Wornowski

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