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Unternehmer feiern: 25 Jahre Lobby für den Mittelstand

Unternehmer feiern: 25 Jahre Lobby für den Mittelstand

Gestern beging der Unternehmerverband sein Jubiläum / Geschäftsführerin Manuela Balan blickt im OZ-Interview zurück

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Lobbyist für den Mittelstand zu sein ist eine ehrenvolle Aufgabe.“ Manuela Balan

Frau Balan, der Schweriner Verband hat schon letztes Jahr gefeiert, warum hinken Sie hinterher?

Manuela Balan: Nach der Wende wurde zunächst ein gemeinsamer Unternehmerverband für Mecklenburg-Vorpommern gegründet. Es zeigte sich aber schon bald, dass das Land zu groß ist, um von nur einem Verband vertreten zu werden. Also gründeten wir 1991 einen eigenen.

Sie vertreten nicht nur Rostock, sondern auch das mittlere Mecklenburg. Welche Rolle spielt das Umland im Verband?

Balan: Schon bei der Gründung hatte die Region eine große Wirtschaftskraft, vor allem im sogenannten Speckgürtel um Rostock. Inzwischen gibt es erfreulicherweise auch viele gut funktionierende Unternehmen in anderen Städten. Heute haben etwa drei Viertel unserer 500 Mitglieder ihren Sitz in Rostock, ein Viertel im Umland.

Was ist Ihnen aus der Gründungszeit am stärksten in Erinnerung geblieben?

Balan: Aus Berichten weiß ich, dass die Unternehmer in den Anfangsjahren noch sehr unerfahren waren. Sie brauchten viel Hilfe bei Fragen zum Umgang mit Banken oder zum Steuerrecht. Unterstützung und Beratung waren der wichtigste Teil der Verbandsarbeit.

Und wie hat sich das verändert?

Balan: Beratung ist immer noch wichtig, aber wichtiger ist inzwischen geworden, dass wir für unsere Mitglieder stets die Augen und Ohren offenhalten bei neuen Tendenzen und Entwicklungen in der Wirtschaft. Da geht es um Fragen zum Arbeitsrecht, zum Mindestlohn oder zur Unternehmensnachfolge. Große Unternehmen haben dafür meist eigene Personal- und Rechtsabteilungen, wir vertreten aber vor allem kleine und mittlere Unternehmen.

Wie können Sie als Verband helfen?

Balan: Wir arbeiten sozusagen mit einer Schwarmintelligenz: Im Verband haben wir aus jedem Wissensbereich mindestens einen Experten, der sein Knowhow kostenlos zur Verfügung stellen kann. Meist verschicke ich eine Rundmail mit der Frage, wer mir zu einem bestimmtem Thema helfen kann, und innerhalb von zwei Tagen erhalte ich eine Antwort.

Aber sind Sie nicht auch eine Lobby der Unternehmer?

Balan: Lobbyarbeit hat für viele einen negativen Beigeschmack, und vieles, was Großunternehmen auf diesem Gebiet machen, sehe ich auch kritisch. Aber Lobbyist für den Mittelstand in MV zu sein ist eine ehrenvolle Aufgabe. Ich habe viele Unternehmer kennengelernt, die nicht nur Verantwortung für ihre Firma, sondern auch für ihre Mitarbeiter und die Gesellschaft übernehmen.

Sind Sie nur für kleine und mittlere Unternehmen da?

Balan: Anders als die Industrie- und Handelskammer haben wir keine Zwangsmitgliedschaft. Und viele große Unternehmen brauchen unsere Hilfe nicht so dringend, weil sie eben eigene Personal- und Rechtsabteilungen haben. Aber einige große Firmen zeigen durch ihre Mitgliedschaft im Verband ihre Verbundenheit mit der Region und Solidarität mit den kleineren Unternehmen. So zählen das Ingenieurbüro Inros Lackner, der Entsorger Alba und der Energieversorger Eon zu unseren Mitgliedern.

Wie bringen Sie so verschiedene Unternehmen unter einen Hut?

Balan: Der dritte große Pfeiler unseres Verbands ist die Netzwerkarbeit. Bei mehreren Konferenzen sitzen viele Mitglieder mit am Tisch, etwa beim Hanse Sail Business Forum. Zudem arbeiten wir mit der IHK und der Handwerkskammer im Initiativkreis der Wirtschaft sehr gut zusammen.

Interessenvertretung der Wirtschaft

500 Mitglieder hat der Unternehmerverband Rostock-Mittleres Mecklenburg derzeit in etwa. Drei Viertel davon haben ihren Sitz in der Hansestadt, ein Viertel im Umland. Daneben gibt es in MV noch den Verband in Schwerin, der auch den Rest Mecklenburgs vertritt, mit rund 600 Mitgliedern sowie den Unternehmerverband Vorpommern in Greifswald mit etwa 230 Mitgliedern.

Nterview von Axel Büssem

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