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Unterschriften liegen noch in der Schublade

Stadtmitte Unterschriften liegen noch in der Schublade

„Für Rostock“ schließt Klage zum Bürgerbegehren nicht aus / Am Standort für das Traditionsschiff scheiden sich die Geister

Stadtmitte. /Schmarl. Vor sechs Jahren sammelte das Wählerbündnis Für Rostock Tausende Unterschriften für die Verlegung des Traditionsschiffes von Schmarl in den Stadthafen.

 

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Wir wollen, dass sich Iga-Park und Tradi ge- meinsam wei- terentwickeln.“Uwe Michaelis, Ortsbeirat Groß Klein

Vor zwei Jahren lehnte die Bürgerschaft ein Bürgerbegehren ab, weil die Unterschriftensammlung nicht rechtskonform sei. Seitdem liegen diese Interessenbekundungen in einer Schublade im Rathaus. „Das Bürgerbegehren von 7000 Menschen darf nicht einfach ignoriert werden“, erklärt Torsten Schulz von Für Rostock. Noch immer schließt er den Gang zum Gericht nicht aus.

An der Frage, Verlegungs des Museums in den Stadthafen, scheiden sich noch immer die Geister. Torsten Schulz übt sich in Geduld und hofft, dass die Entwicklungskonzepte für Iga-Park und Maritime Meile Klarheit über die Zukunft des Traditionsschiffs bringen. „Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass der Stadthafen mehr Besucher für das Schiff generieren würde. Das würde mehr Einnahmen bedeuten und damit eine Entlastung der Stadtkasse“, erklärt Schulz. Von der Bürgerschaft sei das Begehren gleich zweimal abgelehnt worden. „Der nächste Schritt wäre eine Klage gewesen, da an der Entwicklung der Maritimen Meile gearbeitet wird, wollten wir erst einmal die Füße still halten.“

An dem maritimen Konzept für den Stadthafen arbeitet der Maritime Rat seit einem Bürgerschaftsentscheid im Januar auf Hochtouren. „Der Maritime Rat plädiert dafür, im Stadthafen eine Maritime Meile mit einem touristischen Zentrum zu entwickeln. Dabei wollen wir gerne auch das Traditionsschiff integrieren“, berichtet Rats-Sprecher Hans-Joachim Hasse. Für dieses Vorhaben gebe es derzeit in Rostock jedoch keine politische Mehrheit. Deshalb werde versucht, eng mit dem Iga Park zusammenzuarbeiten, um eventuell eine gemeinsame Lösung zu finden. „Das Traditionsschiff ist für das Konzept der Maritimen Meile nicht zwingend erforderlich, ist aus unserer Sicht aber sinnvoll“, so Hasse.

Die Argumente für den Stadthafen als neuen Standort für die „Dresden“ sind nach Ansicht von Dietmar Droese (Linke), Vorsitzender des Ortsbeirats Schmarl, nicht haltbar. „Seit 46 Jahren liegt das Traditionsschiff in Schmarl. Warum wird jetzt plötzlich gesagt, der Standort taugt nicht?“, fragt er sich. Zudem sei gerade erst berichtet worden, dass der Stadthafen versande. „Wie soll man das Schiff dort also unterbringen?“ will Droese wissen. Viel wichtiger als der Standort seien jedoch die Inhalte des Museums. Wenn man weiter das Angebot und das Marketing verbessere, ließen sich auch in Schmarl noch mehr Besucher anlocken. „Meiner Kenntnis nach waren das im letzten Jahr immerhin 47 000“, sagt der Ortsbeirats-Chef.

Auch der Beirat in Groß Klein möchte den Standort des Traditionsschiffs erhalten. „Wir wollen ja gerne, dass sich der Iga-Park und das Tradi gemeinsam weiterentwickeln“, argumentiert der Vorsitzende Uwe Michaelis (SPD). Unabhängig vom Standort funktioniere das aber nicht ohne Fördermittel, ergänzt er. Ob der bereits oft geforderte Bürgerentscheid eine vernünftige Lösung für die Standortwahl sein könnte — auch da ist sich die Stadt uneinig. „Ich halte das für sehr bedenklich, denn Meinungen kann man manipulieren. Und viele Bürger sind nicht sachkundig genug, um das entscheiden zu können“, argumentiert Dietmar Droese. Torsten Schulz ist da ganz anderer Ansicht: „Das wäre eine demokratische Lösung — selbst wenn die Entscheidung dann für Schmarl ausfallen würde. Für die Bürger ist das die einzige Möglichkeit mitzuentscheiden“, sagt er.

Von Nele Reiber

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