Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Vandalen treffen immer alle Rostocker

Stadtmitte Vandalen treffen immer alle Rostocker

In Zügen, Straßenbahnen und Bussen gehen die Schäden zurück / Anstieg bei Haltestellen und Automaten

Voriger Artikel
Streit um junge Flüchtlinge in Rostock eskaliert
Nächster Artikel
Fünfjähriger von Auto erfasst

Ob Kunst im öffentlichen Raum, Hauswände, Mülltonnen oder Bahnwaggons – manche müssen einfach alles beschmieren. Fotos (2): Ove Arscholl

Stadtmitte. Alle Rostocker müssen zahlen: Sie werden immer dann zur Kasse gebeten, wenn die Hansestadt aus ihrem Haushalt Schäden im öffentlichen Raum in Ordnung bringen muss.

OZ-Bild

In Zügen, Straßenbahnen und Bussen gehen die Schäden zurück / Anstieg bei Haltestellen und Automaten

Zur Bildergalerie

„Für das Entfernen von Farbverunreinigungen und Schmierereien haben wir im laufenden Jahr rund 2500 Euro ausgegeben“, nennt Thomas Werner, Leiter des Amtes für Kultur und Denkmalpflege, allein die zusätzlichen Kosten für Kunstgegenstände im öffentlichen Raum. Vor allem Plastiken werden beschmiert. Jo Jastrams „Schreiender Hengst“ vor dem Kröpeliner Tor ist wohl das prominenteste Opfer. Das gerade erst vor zwei Jahren ausgestellte Pferd war mit weißen Streifen besprüht worden. Im März konnte es dann gereinigt werden. Rainer Bloch, Experte für Graffiti-Entfernung und Restaurierungen, hat die Reinigung als Sponsorleistung übernommen.

Immerhin: Trotz des Ärgers und der Kosten, „mussten in den Jahren 2015 und 2016 keine Kunstobjekte aufgrund von Vandalismus abgebaut werden“, informiert Thomas Werner.

Auch die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) ist immer wieder von Vandalismusschäden betroffen. „Es passiert nach wie vor“, bestätigt RSAG-Sprecherin Beate Langner. Für die Rostocker Straßenbahn hat sich der Schwerpunkt der Schäden jedoch verlagert. Durch die Videoüberwachung in Bussen und Straßenbahnen sind dort die Schäden deutlich zurückgegangen. In den 53 Straßenbahnen sowie den 66 Bussen der RSAG sind bis zu sieben Kameras pro Fahrzeug an Bord. Die Daten laufen in eine Blackbox auf. Gibt es eine gerichtliche Anordnung, kann das Filmmaterial durch die Polizei gesichtet werden.

Die Kameras haben dazu geführt, so Beate Langner, dass es kaum noch aufgeschlitzte Sitze oder andere Beschädigungen gebe. Dafür haben sich die Aggressionen der Randalierer auf die Infrastruktur verlagert. So werden zunehmend Aushänge für Fahrpläne übersprüht oder die Displays der Automaten zerkratzt.

„Das sind schon sehr robuste Scheiben, doch manche benutzen Werkzeug, um sie zu zerkratzen“, sagt Beate Langner. Die Automaten fallen danach aus, weil sie nicht mehr auf den Fingerdruck reagieren.

Die Ausfallzeiten und die Reparaturkosten treffen die verägerten Kunden und das städtische Unternehmen.

Bei der Deutschen Bahn (DB) gibt es nach wie vor Straftaten mit den Schwerpunkten Vandalismus, Graffiti und Metalldiebstahl. Doch die Straftaten gehen zurück. Die Bahn verzeichnet für Mecklenburg-Vorpommern von 2014 zu 2015 einen Rückgang um immerhin 26 Prozent. „Die Anstrengungen der letzten Jahre tragen Früchte. Mehr Präsenz von Sicherheitskräften und verstärkter Einsatz von Videotechnik zahlen sich aus und machen Züge und Bahnhöfe für unsere Kunden stetig sicher“, sagt DB-Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke.

Ein Grund für den Rückgang sei gerade die weiter zunehmende Ausstattung von Zügen und Stationen mit Videotechnik, so Rischke. Neben den uniformierten Mitarbeitern des Bahn-Sicherheitsdienstes gebe es auch zivile Sicherheitskräfte in Zügen und auf den Bahnhöfen. Der Sachschaden durch beschädigte Automaten beträgt 2015 im ganzen Bundesland rund 100000 Euro. Die DB leert die Automaten jetzt in einem kürzeren Rhythmus und setzt auf Geldkassetten mit Farbpatronen, die bei Manipulation das Geld wertlos machen.

Kameras schrecken ab

27 Kameras zeichnen vor Schulen, an Ampeln oder Museen auf. Es gibt sie auch in Straßenbahnen und Bussen.

1000 Kameras gibt es schätzungsweise in Rostock vor Geschäften, Banken und Behörden. Hotels setzten Webcams ein.

85 Millionen Euro wollen Deutsche Bahn und Bund bundesweit investieren, um bis 2023 den Ausbau von Videotechnik an Bahnhöfen voranzutreiben.

Thomas Sternberg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Die Tafel: „Ohne Transporter geht hier nichts!“

Die OZ hat einen Tag lang die Fahrer der Rostocker Tafel begleitet