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Verein hält Rostocks Gärten schön

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Verein hält Rostocks Gärten schön

37 Mitglieder unterstützen Erhalt und Pflege historischer Anlagen / Am Sonnabend war Einsatz im Lindenpark

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Auch der kleine Bruno (zwei Jahre alt) half beim Bau der Insektenhotels für den Lindenpark. Über seinen Einsatz freuen sich Benjamin Jonas (1. v. l.) und die Mitarbeiter vom Amt für Stadtgrün, Kai Lederer (2. v. l.), Papa Michael Gilbricht sowie Katrin Kröppelien. Fotos (3): André Wornowski

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Arbeitseinsatz im Lindenpark: Trotz Minusgraden sind am Sonnabend rund 20 Freiwillige und Mitarbeiter des Amtes für Stadtgrün gekommen, um Müll zu sammeln, Laub zu entsorgen und Gehölze zu schneiden. Der Verschönerungs-Verein Rostock rief zu dem Herbst-Arbeitseinsatz auf. „Sonst sind wir schon im Oktober unterwegs, aber diesmal ging es aus organisatorischen Gründen nicht anders“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Hannes Rother den späten Zeitpunkt.

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37 Mitglieder unterstützen Erhalt und Pflege historischer Anlagen / Am Sonnabend war Einsatz im Lindenpark

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Zweimal pro Jahr räumen die Freiwilligen im Park auf. Im Frühjahr waren 40 Helfer dabei. Diesmal sind es weniger – wohl auch wegen der eisigen Temperaturen. Ralph Drawe, seit zwei Jahren Vereinsmitglied, lässt sich davon nicht schrecken. „Das kalte Wetter ist mir egal. Der Termin steht und los geht’s“, sagt der 48-Jährige. Benjamin Jonas ist sogar aus Hamburg angereist, um zu helfen.

„Das mache ich jedes Jahr. Ich bin in Rostock aufgewachsen und der Lindenpark ist mir wichtig“, so Jonas.

Höhepunkt ist am Sonnabend der Bau von sogenannten Insektenhotels, die als Nist- und Überwinterungshilfe dienen sollen. Hummeln, Bienen und Wespen, aber auch Fliegen, Würmer, Marienkäfer oder Schmetterlinge können hier Unterschlupf finden. Die Insekten selbst dienen wiederum als Nahrungsgrundlage für Vögel. „Weil es zu wenig Insekten gibt, bekommen aber auch Fledermäuse Probleme“, erklärt Katrin Kröppelien vom Amt für Stadtgrün den Hintergrund der Aktion, die erstmals stattfindet und sich vor allem an Kinder richtet. Diese waren diesmal kaum vertreten. Aber immerhin versucht sich der zwei Jahre alte Bruno an der Bastelstation – sehr zur Freude der Grünamtsmitarbeiter und Helfer.

Beim Abbau der Vogelkästen gibt es eine Überraschung: Fünf Mäuse fliehen aus dem Nest. Ein Problem. „Die Mäuse sollten ihre Nahrung am Boden suchen. Aber da gibt es zu wenig für sie. Deshalb klettern sie auf Bäume“, sagt Katrin Kröppelien. Damit nehmen die Mäuse jedoch den Vögeln den Platz weg. Und sorgen für Verunreinigungen, wenn sie zum Beispiel Flöhe und Milben in die Nester schleppen.

Der Lindenpark war 2009 auch Auslöser für die Gründung des Verschönerungs-Vereins. „Anwohner hatten sich über den Zustand der Anlage beschwert und die Stadtverwaltung warb im Ortsbeirat um Hilfe.

Dann haben wir uns gegründet“, blickt der Vorsitzende Hannes Rother zurück. Mitte 2009 gab es 17 Mitglieder, heute zählt der Verein 37. Ihr Anliegen: Sie wollen dem Amt für Stadtgrün helfen, weil es aufgrund von Sparzwängen bei Personal und Finanzen immer weniger in der Lage sei, den Park fachgerecht zu pflegen, so Rother, der von Beruf Landschaftsarchitekt und Gartenhistoriker ist.

Aber auch die anderen historischen Gartenanlagen in Rostock liegen dem Verein am Herzen. „Wir haben uns in die Diskussion um den Klostergarten eingebracht und für eine Versachlichung der Debatte um den Kröpeliner-Tor- Vorplatz gesorgt“, sagt Rother. „Wir versuchen, Schritt für Schritt weiterzugehen.“ Das Vorzeigeprojekt bleibe aber der Lindenpark. „Es ist wichtig, dass wir hier immer am Ball sind“, so der Vereinschef, der hier als Kind das Laufen lernte. „Ich kenne den Park noch als Friedhof. Meine Mutter hat mich hierher zum Spazieren mitgenommen“, erinnert sich der 50-Jährige.

Ein Projekt ist auch die Sanierung gefährdeter Grabmale. „Im November 2009 konnten mit den Grabmalen Ludwig Berringer (1913) und Eugen Geinitz (1925) die ersten beiden Steine aus Mitteln der Ostseesparkasse saniert werden“, so Rother. Weitere Fördermittel und Sanierungen folgten. Zuletzt wurden die Kriegsgräber wiederhergestellt. „Der Lindenpark ist heute in einem deutlich anderen Zustand als 2009“, resümiert der Vereinsvorsitzende.

1836 erstmals gegründet

12 Männer gründeten am 30. April 1836 den „Verein zur Verschönerung der Stadt Rostock und ihrer Umgebungen“. Fünf Jahre zuvor war der erste kommunale Rostocker Friedhof, der heutige Lindenpark am Saarplatz, eröffnet worden. Mit der Einführung einer städtischen Gartenverwaltung stellte der Verein seine Arbeit 1872 wieder ein.

Weil 13 Männer und Frauen den Erhalt und die Pflege des Lindenparks wieder in Gefahr sahen, gründeten sie am 21. Januar 2009 in der Tradition des Vorgängers einen neuen Verschönerungs-Verein.

André Wornowski

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