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Verein sucht 800 Rostocker Schätze

Stadtmitte Verein sucht 800 Rostocker Schätze

Für eine Ausstellung zum Stadtjubiläum sammelt die Geschichtswerkstatt Erinnerungsstücke von Bürgern

Stadtmitte. Eine Kaffeemühle, ein Schifferklavier und ein alter Fotoapparat – die ersten Erinnerungsstücke von Rostockern sind bereits bei der Geschichtswerkstatt eingereicht worden. Bis Ende Dezember sollen insgesamt 800 Objekte zusammenkommen, die zum Stadtjubiläum in einer Ausstellung im Kröpeliner Tor auf fünf Etagen gezeigt werden sollen.

„Wir suchen Gegenstände aller Art und in allen Größen. Es können auch Ton- oder Filmaufnahmen sein“, sagt Projektkoordinatorin Anne Paschen. Von real bis digital, schriftlich oder mündlich, akustisch, als Film oder Fotografie: „Wir wollen ein breites Spektrum zeigen. Es können auch Handy-Aufnahmen eingereicht werden.“   Das Hauptaugenmerk liege darauf, dass die Objekte eine eigene Geschichte erzählen oder einen Bezug zur Stadtgeschichte haben.

Paschen hält ein altes Portemonnaie in der Hand. „Das hatte eine Frau bei ihrem ersten Theaterbesuch dabei.“ Daneben liegt auf dem Tisch vor Paschen ein Handtuch zur 750-Jahrfeier von Rostock im Jahr 1968. „Die Frau hat dafür damals sehr lange angestanden und es mit ihrem Lehrlingsgehalt bezahlt.“ 3,25 Mark kostete das Handtuch, das 35 mal 70 Zentimeter groß ist. Ihre Tante hat den Stoff mit ihren Initialen bestickt. „Das Handtuch lag 50 Jahre lang im Schrank, ohne benutzt worden zu sein“, sagt Paschen.

Auch Fotos vom alten Stadttheater und ein ganzes Album zum Bau des Warnow-Hotels sind bei der Geschichtswerkstatt eingegangen. Hinzu kommen Zeitungen, darunter eine Sonntagsbeilage zur 700-Jahrfeier 1918. Ein Prospekt des Elektrizitätswerks der Seestadt Rostock gibt in den Kriegsjahren 1940/41 Haushaltstipp. „Manche Weihnachtswünsche werden sich nicht erfüllen lassen“, steht dort.

Plätzchenbacken sei aber dennoch möglich. Auch der Umgang mit Strom wird erklärt. Ein Stadtplan aus dem Jahr 1948 ermöglicht einen Blick auf das alte Rostock: Südstadt, Biestow, Lichtenhagen und viele weitere Stadtteile gab’s damals noch nicht. In einer blauen Schatulle mit dem Schriftzug „Rostock“ liegen sieben Metallplättchen. Darauf sind unterschiedliche Symbole zu sehen, darunter das Rathaus, der Greif, die Schifffahrt oder die Wissenschaft. „Der Besitzer hat die Schatulle als Auszeichnung zur 750-Jahrfeier Rostocks bekommen. Er weiß aber nicht mehr genau, wofür. Nur, dass er im Großhandel tätig war“, sagt Paschen. Gleichzeitig betont die Projektkoordinatorin an dieser Stelle: „Die Gegenstände, die wir ausstellen wollen, müssen nicht immer etwas mit der Stadt zu tun haben.“

Es gehe um persönliche Erinnerungsstücke von Rostockern. Auch habe es der Verein nicht so sehr auf Fotos oder Zeitungsausschnitte abgesehen. Im Zentrum der Schau sollen eher sogenannte 3-D-Objekte stehen, sagt Paschen. Sie holt als Beispiel eine alte Polaroid-Kamera aus dem Regal.

Das Ziel: Am Ende sollen die 800 Objekte die vergangenen 800 Jahre der Hansestadt reflektieren. Dabei stehe nicht der materielle, sondern der ideelle Wert der Ausstellungsstücke im Vordergrund.

Persönliche Erinnerungen sollen gezeigt und geteilt werden.

„Die Compagnie de Comédie wird die Ausstellungsstücke auch in ein Theaterstück einbinden“, sagt Paschen. Es soll vor dem Kröpeliner Tor, im Klostergarten und vor der Marienkirche aufgeführt werden.

Die Premiere ist zur Eröffnung der Ausstellung im Mai 2018 geplant.

Gleichzeitig sollen Schüler Radio-Interviews mit den Leihgebern führen, die ihre Geschichte erzählen. „Die Gespräche werden aufgenommen und können in der Ausstellung angehört werden“, sagt Paschen.

Zudem wird ein Buch erscheinen und ein literarischer Stadtrundgang angeboten.

André Wornowski

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