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Verein zapft letzte Wasser-Reserven an

KRITZMOW Verein zapft letzte Wasser-Reserven an

Das Wasserrohr in der Gartenanlage „An der Festwiese“ ist marode / Gartenfreunde konnten nur wenig ernten

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Not macht erfinderisch: Gerhard Bock (55) hat eine provisorische Dusche in seiner Gartenparzelle gebaut. Fotos (3): Mathias Otto

Kritzmow. Die 55 Mitglieder vom Kritzmower Gartenverein „An der Festwiese“ gehören zu den wenigen, die sich über den verregneten Sommer freuen. Denn: Wasser floss hier schon länger nicht mehr aus dem Sprenger. Der Grund: Die Wasserleitung war zu marode und kann nicht mehr repariert werden. Seit Anfang Mai muss der Verein ohne Wasser aus dem Hahn auskommen. Nur mit großen Regenwasserbehältern kommen die Gartenfreunde über die Runden.

OZ-Bild

Das Wasserrohr in der Gartenanlage „An der Festwiese“ ist marode / Gartenfreunde konnten nur wenig ernten

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Viele haben sich einen großen Regenwassertank angeschafft.“Torsten Müller (49), Vorsitzender

Seit fast dreieinhalb Monaten können Gemüse und Früchte in dieser Anlage nicht richtig gedeihen. Die eigene Ernte fällt dementsprechend schwach aus. „Wir haben regelmäßig große Colaflaschen und Kanister zu Hause mit Wasser gefüllt und sie zum Garten geschleppt. So konnten wir uns wenigstens waschen und damit Essen sowie Kaffee kochen“, berichtet Vereinsmitglied Gerhard Bock (55).

Mittlerweile hat er sich eine provisorische Dusche in seinem Garten gebaut.

Kerstin Marowka (59) ist noch schlimmer betroffen. Sie hält Gänse und Hühner in ihrer Anlage, die sie täglich mit Wasser versorgen muss. Ein Lichtblick war die Geste von Landwirt Iman Geluk aus Stäbelow. Er hatte den Gartenfreunden einen Tank mit 12 000 Litern Wasser zur Verfügung gestellt. „Damit haben wir die heißen Tage im Juni notdürftig gut überstanden“, sagt Gartenchef Torsten Müller (49). Er und seine Frau Elisabeth (48) haben sich mittlerweile einen 1000-Liter-Regenwassertank angeschafft. „Das haben die meisten gemacht, um das Wasser zu bunkern“, sagt er.

Ein katastrophaler Zustand, meint Müller. Dabei ist das Wasserrohr, das zur Anlage führt, schon seit Jahren sanierungsbedürftig. Immer wieder musste es geflickt werden. Zum letzten Mal platzte die Leitung im Mai. Danach wurde sie stillgelegt. Über das Amt Warnow-West gab es bis dahin ein Vertragsverhältnis mit der Gemeinde. „Uns wurde mitgeteilt, dass wir uns nun selbst um eine neue Leitung kümmern müssen“, so Torsten Müller, der sich mit Eurawasser in Verbindung setzte.

Der Vorsitzende zeigt den dicken Ordner, der sich seit dem Rohrbruch schnell gefüllt hat – mit Anträgen an die Gemeinde, beim Amt und schließlich bei Eurawasser. Er ist verwundert, welch hoher bürokratischer Aufwand nötig ist, um für seine Gartenanlage eine neue Wasserleitung zu bekommen.

Eine erste Begehung mit Mitgliedern der Gartenanlage und Eurawasser-Mitarbeitern gab es Ende Juni. Seit Juli liegt die Zustimmung des Eigentümers des Gartengrundstückes vor, der Landgesellschaft MV.

„Dies und 80 Prozent des Gesamtbetrages, also knapp 5000 Euro, waren Voraussetzung, damit endlich gebuddelt werden kann. Das Geld stammt aus den Rücklagen des Vereins. Beide Vorgaben sind erfüllt“, so Müller. Und trotzdem habe er noch keine Baufirma und Bagger gesehen. Doch so einfach ist das Prozedere nicht, erklärt Eurawasser-Sprecherin Gabi Kniffka. Denn die parallel laufende notwendige Antragstellung lief schleppend, da nur der Grundstückseigentümer den Antrag stellen kann. Am 18. Juli sei durch die Landgesellschaft der Antrag gestellt worden. Auch ein weiterer Antrag zur Auftragserteilung erfolgte zehn Tage später. „Wir liegen im guten Zeitfenster, alle Fristen werden eingehalten. Erst nach schriftlicher Auftragserteilung und der entsprechenden Anzahlung können wir bauen beziehungsweise Aufträge vergeben“, erklärt Gabi Kniffka.

Der Auftrag wurde mittlerweile an die Rohrleitungsbaufirma Köhler Bau GmbH & Co KG vergeben. Ab dem 29. August sollen die Arbeiten beginnen. Derzeit holt die Firma sogenannte Schachtscheine ein, um zu prüfen, wo welche Versorgungsleitungen liegen.

55 Mitglieder

Die Kleingartenanlage „An der Festwiese“ in Kritzmow gehört zum Kreisverband der Gartenfreunde Rostock-Land.

55 Mitglieder zählt dieser Verein. Darunter befinden sich acht Leute, die eine Kleintierhaltung betreiben.

Kleintierhaltung ist laut Rahmengartenordnung des Landesverbandes der Gartenfreunde MV nicht gestattet. Ausnahme: Wenn die Kleintierhaltung bereits vor dem 3. Oktober 1990 betrieben wurde. Dies trifft in dieser Anlage zu.

Mathias Otto

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