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Viele Storchennester nicht besetzt

Bandelstorf Viele Storchennester nicht besetzt

Ein Drittel der Störche im Altkreis Bad Doberan fehlt noch. Eine Schwedin nistet in Bandelstorf, ein polnischer Jungspund flirtet in Stäbelow.

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Wer erst im Mai anfängt zu brüten, bleibt ohne flüggen Nachwuchs.Dr. Stefan Kroll Storchenbeauftragter für den Altkreis Bad Doberan

Bandelstorf. Die Störche sind zurück. 23 Paare und 14 Einzelstörche hat Dr. Stefan Kroll von der Nabu-Landesarbeitsgruppe Weiß-

 

OZ-Bild

Eine schwedische Störchin hat in Bandelstorf mit einem Partner das Nest hergerichtet.

Quelle: Foto: Doris Kesselring

storchschutz bis gestern im Altkreis Bad Doberan gezählt. Doch viele Nester zwischen Tribsees und Neubukow sind noch leer. „Im vergangenen Jahr hatten wir 46 Horstpaare und zwei Einzelstörche hier“, sagt Kroll. Ein gutes Drittel fehle also noch. Die Vögel könnten wetterbedingt festhängen, vermutet der Storchenbeauftragte für den Altkreis Bad Doberan: „Südpolen versinkt im Schnee, das ist genau die Route unserer aus Afrika heimkehrenden Störche.“ Bis zu 90 Prozent der hiesigen Weißstörche fliege die Ostroute.

Einen kürzeren Weg hat die Störchin auf dem Nest in Bandelstorf gewählt: SVS 1962. Das Tier wurde am 25. Juli 2015 in Veberöd/Südschweden beringt, informiert Kroll. Es gehöre mit großer Wahrscheinlichkeit zu den Westziehern. „Sie ist in ihrem ersten Lebensjahr mit anderen schwedischen Jungstörchen südwestwärts abgezogen, hat vermutlich in Spanien überwintert.“ 2016 habe sich die Störchin in Brandenburg umgeschaut. „Nun ist sie bei uns gelandet.“

Die Freunde des Adebars sind besorgt. Alle Statistiken belegten, dass Storchenpaare, die hierzulande nach dem 25. April zusammenfinden, einen deutlich geringeren Bruterfolg haben als frühe Paare.

„Wer erst im Mai anfängt zu brüten, bleibt ohne flüggen Nachwuchs“, betont Kroll. 2016 war das schlechteste Aufzuchtjahr aller Zeiten in seinem Gebiet. „34 Jungstörche bei 46 Paaren, eine magere Ausbeute“, sagt der Experte, der 2017 auch mit einem „akuten Weibchenmangel“ rechnet. Häufig habe er in den letzten Tagen ein sehr gut ausgebautes Nest gesehen, in dem ein einsamer Storch liegt.

Mancher Vogel habe auch nur kurz die Wohnung inspiziert und sei weitergereist. So verschwanden die zweiten Störche aus Vogtshagen, Kowalz, Kröpelin und Pankelow II wieder. Auch in Ziesendorf wurden zunächst nur kurzfristige Interessenten gesichtet, bevor Mitte der Woche nun ein ernsthafter Nestkandidat gelandet ist. Ob es einer der beiden Störche des Vorjahres ist, wird noch geklärt. Im Nachbardorf Fahrenholz hat die Gemeinde 2016 einen Horst aufgestellt, der ist allerdings noch leer.

Neuansiedlungen seien selten, so Kroll, und Bruterfolge stellten sich oft erst spät ein. Im Bad Doberaner Altkreis hätten sich in den letzten zehn Jahren nur zwei neue Standorte nachhaltig positiv entwickelt: Niendorf und Pankelow II. Das Niendorfer Nest ist seit 7. April wieder besetzt von unberingten Tieren. Die Einwohner hoffen nun nach den Jungstörchen des Vorjahres wieder auf Nachwuchs. In Mönchhagen möchte erstmals das 2011 in Volkenshagen beringte Männchen brüten. Seit dem 5. April ist er zurück, baut fleißig und wartet auf ein Weibchen.

Etwa ein Fünftel der Störche sei beringt, erklärt der Storchenbeauftragte. Am Beinschmuck können Experten die Herkunft ablesen. So hat Kroll feststellen können, dass das neue Männchen in Stäbelow vermutlich ein polnischer Storch ist, zumindest sei er 2013 oder 2014 in Polen beringt worden. Der sehr junge, brutunerfahrene Adebar verstehe sich offensichtlich gut mit Frau Störchin, die schon 2016 in Stäbelow einzog und den Neuen nun in die Gefilde einführt.

Allerdings könnte „der Jungspund“ noch Probleme mit dem Altbesitzer bekommen. Denn ein Storchenmann mit dem Metallring Hiddensee I453 dominierte seit 2011 das Stäbelower Nest und war immer „eine sichere Bank“ für Bruterfolg, wie Kroll mitteilt.

Revierkämpfe seien heftig. „Da werden die Eier rausgeworfen und die Konkurrenten blutig verletzt“, erzählt der Experte und verweist auf einen toten Storch, der 2016 in Thulendorf aus dem Nest geworfen wurde.

Immer weniger Störche

91 Horstpaare mit insgesamt 154 Nachkömmlingen wurden noch im Jahr 2004 im Altkreis Bad Doberan gezählt. 2015 waren es nur noch 51 Storchenpaare, die 67 Jungstörche aufzogen.

2016 war das bislang schlechteste Jahr in der Region: Es gab nur 46 Brutpaare mit insgesamt 34 Jungstörchen. Der erste Storch in diesem Jahr ist am 5. März in Satow eingetroffen. Bis gestern wurden 23 Horstpaare und 14 Einzelstörche im Altkreis Bad Doberan gesichtet.

In vielen Dörfern gibt es ehrenamtliche „Storcheneltern“, die Neuigkeiten melden. Die nimmt der Storchenbeauftragte Stefan Kroll auch unter ☎ 0176 / 31077839 entgegen.

Weitere Infos: stoerche-doberan.de

Doris Kesselring

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