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Vom Hörsaal ins Klassenzimmer? Nicht jeder will Lehrer werden

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Vom Hörsaal ins Klassenzimmer? Nicht jeder will Lehrer werden

Am Sonnabend werden 98 Lehramtsstudenten feierlich verabschiedet / 194 Studenten haben das Staatsexamen insgesamt geschafft / Nicht alle starten direkt ins Berufsleben

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Absolventin Anne Mathilde Hantco (26) wird bald ihr Referendariat in Hessen beginnen. An einer Montessori-Schule wird sie die Fächer Mathematik, Deutsch und Musik unterrichten. Die Vorbereitung von Unterrichtsstunden bereitet ihr große Freude. Fotos (3): Pauline Rabe

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Mindestens fünf Jahre intensives Lernen haben ein Ende: 194 Lehramtsstudenten der Rostocker Universität und Hochschule für Musik und Theater (HMT) haben ihr Studium erfolgreich abgeschlossen und das Staatsexamen geschafft. Am Sonnabend findet die offizielle Verabschiedung der Absolventen im Audimax statt.

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Am Sonnabend werden 98 Lehramtsstudenten feierlich verabschiedet / 194 Studenten haben das Staatsexamen insgesamt geschafft / Nicht alle starten direkt ins Berufsleben

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„Danach werde ich Rostock schweren Herzens verlassen müssen“, erzählt Anne Mathilde Hantco. Die gebürtige Thüringerin hat sich während ihres Studiums in der Hansestadt sehr wohl gefühlt. Mathematik, Deutsch und Musik für Grund- und Hauptschule waren ihre Fächer. Nun zieht es die 26-Jährige nach Hessen. „Ich hatte Glück und habe einen tollen Referendariatsplatz an einer Montessori-Schule bekommen.“ Für ihr Referendariat in Mecklenburg-Vorpommern zu bleiben, kam nur bedingt infrage. „Andere Bundesländer sind ausbildungstechnisch besser“, so Hantco. Ihr Studium habe sich die 26-Jährige auch des Öfteren spannender vorgestellt. „Es war nie leicht, einen Platz in interessanten Veranstaltungen zu bekommen.“

Dieses Problem kennt Sandra Stüwe zu Genüge. Die 27-Jährige hat Englisch und Philosophie für Gymnasium studiert. „Das in Regelstudienzeit zu schaffen, war nahezu unmöglich.“ Schuld waren überfüllte Veranstaltungen und sehr hohe Anforderungen. „Ich habe unzählige Hausarbeiten schreiben müssen“, klagt Stüwe. Darunter habe ihr Sozialleben oft gelitten. „Nun gönne ich mir eine Auszeit.“ Die Absolventin möchte für ein Jahr Australien erkunden. „Ob ich danach in den Lehrerberuf einsteige, weiß ich noch nicht.“

Paul Reichetanz ist sich darüber auch nicht sicher. „Ich würde gerne erst mal promovieren“, erzählt der 26-jährige Absolvent. Zur Auswahl stehen dafür Rostock oder Groningen. „Erst mal muss ich jedoch noch mein drittes Fach – Altgriechisch – beenden.“ Mit Latein und Geschichte ist er durch und hat damit seinen Abschluss sicher. „Ich habe gern in Rostock studiert“, erzählt Reichetanz. Auch seine Fächerauswahl habe er nie bereut. „Geschichte leidet bloß unter einer schlechten Organisation.“ Positiv anzumerken sei bei seinen Fächern jedoch, dass die Kurse sehr klein sind. „In manchen Veranstaltungen war ich mit meinem Dozenten allein.“ Das habe ihm intensives Lernen ermöglicht.

„Das fand ich bei uns immer schade“, sagt Stüwe. In vielen ihrer Veranstaltungen saßen mehr als 100 Zuhörer. „Das Studium war dadurch sehr anonym.“ Umso schöner war es, Angebote des Sprachenzentrums oder des Hochschulsports zu nutzen. „Die sind klasse.“ Außerdem verbrachte die angehende Lehrerin ein Semester in Newcastle in England. „Das kann ich jedem empfehlen“, so Stüwe. Es sei unglaublich bereichernd, noch einmal an einer anderen Uni zu studieren. „Hätte ich das Geld gehabt, wäre ich dort geblieben.“

Hantco verbrachte ebenfalls ein Semester im Ausland. „Ich war in Piteå in Schweden.“ Dort lernte die 26-Jährige das erste Mal, richtig auf sich allein gestellt zu sein. „Ich habe dort Freundschaften geschlossen, die bis heute anhalten.“ Mit ihren Freunden in Rostock wird es ähnlich sein. „Ich freue mich, gemeinsam mit ihnen und meiner Familie am Sonnabend meinen Abschluss zu feiern.“

Zusammen mit Reichetanz werde sie in einer Rede noch einmal ein paar witzige Worte zum Studium finden. „Ich finde es schön, dass es die Möglichkeit der offiziellen Feier gibt“, ergänzt Stüwe. Sein Zeugnis innerhalb von zwei Minuten einfach nur abzuholen, sei so unspektakulär.

„Insgesamt 98 Studenten werden zur Verabschiedung mit ihren Freunden und Familien erscheinen“, sagt Antje Nehls vom Zentrum für Lehrerbildung. Neben Reden und Musikbeiträgen der HMT erhalten die besten Studenten jeder Sparte eine Auszeichnung.

Feierlicher Abschluss

194 Lehramtsstudenten haben in diesem Prüfungshalbjahr ihr Staatsexamen erfolgreich beendet.

98 Absolventen nehmen an der offiziellen Verabschiedung teil. Sie bringen Familien und Freunde mit.

9 Semester beträgt die reguläre Studiendauer für die angehenden Lehrer. Die meisten Studenten benötigen jedoch mehr Zeit.

4 Lehramtssparten stehen an der Rostocker Universität insgesamt zur Auswahl: Gymnasium, Haupt- und Grundschule, Regionalschule und Sonderpädagogik.

Pauline Rabe

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