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Vor ihrem Tod: Vater schlief mit eigener Tochter

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Vor ihrem Tod: Vater schlief mit eigener Tochter

Amtsgericht erlässt Strafbefehl / Ermittler gingen von Vergewaltigung aus

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Das erste Urteil in diesem Fall fiel im Januar: Das Landgericht Rostock sah es als erwiesen an, dass Christoph U. (28) seine Freundin Anita P. (27) so heftig gegen die Tür der Nachbarswohnung stieß, dass die Polin tödliche Hirnblutungen erlitt. Der mehrfach vorbestrafte Rostocker wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Doch der Fall war damit nicht erledigt. Denn wie die Obduktion der Leiche laut Staatsanwaltschaft ergab, soll Anita P. vor dem tödlichen Streit mit ihrem Freund von ihrem Vater vergewaltigt worden sein. Darauf wiesen DNA-Spuren hin. Der Verdächtige Janusz P. (49) bestritt die Vorwürfe.

Nun hat das Amtsgericht Rostock Strafbefehl gegen den Vater des Opfers erlassen – wegen des Beischlafs zwischen Verwandten. Eine Vergewaltigung konnten die Ermittler dem Mann nicht nachweisen. Er wurde zu vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem muss er eine Geldbuße von 1000 Euro zahlen. Laut Strafgesetzbuch wäre auch eine Verurteilung zu drei Jahren Haft möglich gewesen. „Der Angeklagte war nicht vorbestraft, und wir kennen die Umstände der Tat nicht, weil wir die Tochter nicht mehr befragen können“, erläutert Richterin Gabriele Krüger auf OZ-Nachfrage das Urteil.

Theoretisch hätte es sich auch um eine Liebesbeziehung zwischen den beiden handeln können. Die im Raum stehenden Vorwürfe hätten daher zugunsten des Täters ausgelegt werden müssen, so Krüger weiter.

Von seinem Recht, Einspruch gegen den Strafbefehl einzulegen, habe der Vater laut Amtsgericht Rostock keinen Gebrauch gemacht. Dabei soll er nach OZ-Informationen sämtliche Vorwürfe zur Tat bestritten haben – auch, dass es überhaupt zwischen ihm und seiner Tochter zum Geschlechtsverkehr gekommen war. Wie das Verhältnis zwischen den beiden war, bleibt im Dunkeln.

Die Beziehung zwischen Anita P. und ihrem Freund Christoph U. hingegen soll von Problemen geprägt gewesen sein, wie sich beim Prozess im Januar zeigte. Sie tranken täglich Alkohol, nahmen oft Drogen und zofften sich regelmäßig. Im Juli 2015 endete dies für die junge Frau tödlich: Die 27-Jährige war laut Ermittler am Tatabend an der Wohnungstür ihres Freundes erschienen, um diesen zu besuchen.

Als der 28-Jährige sie nicht in die Wohnung lassen wollte, habe sie gegen die Tür geschlagen. Beide stritten sich laut. Der Angeklagte öffnete die Tür und stieß seine Freundin zur Seite. Dabei sei sie gegen die Wohnungstür des Nachbarn gefallen, stand jedoch nach kurzer Zeit wieder auf.

Die 27-Jährige schlug wieder gegen die Tür, wieder öffnete ihr Freund. Dieses Mal stieß er sie so stark, dass die Frau stürzte und stark blutende Verletzungen am Hinterkopf erlitt. Rund 20 Minuten später verließ der 28-Jährige die Wohnung, so die Ermittler. Er soll die schweren Verletzungen seiner Freundin erkannt haben, sie jedoch ohne Hilfe liegen gelassen haben. Die Frau erlitt einen Schädelbruch und starb noch am Tatort an den Folgen starker Hirnblutungen. Eine Nachbarin fand die blutüberströmte Leiche im fünften Stock.

Christoph U. war zunächst wegen Totschlags durch Unterlassung angeklagt. Die Chancen der Frau, die schweren Schädelverletzungen zu überleben, wären jedoch auch bei sofortiger Hilfe nicht groß

gewesen, entschied das Landgericht. Der 28-Jährige wurde daher wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Der Mann war bei der Tat nach Einschätzung eines Gutachters trotz eines Alkoholpegels von knapp 1,4 Promille voll schuldfähig. Im Prozess legte er ein umfassendes und von Reue getragenes Geständnis ab.

André Wornowski

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