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Waldbrand-Gefahr: Höchste Alarmstufe in der Heide

Wiethagen Waldbrand-Gefahr: Höchste Alarmstufe in der Heide

Forstamtschef Harmuth warnt: Rauchen und Grillen im Wald könnten Großfeuer auslösen

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Forstamtsleiter Jörg Harmuth hat für die Rostocker Heide die Waldbrand-Warnstufe 4 festgelegt, die höchst mögliche.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Wiethagen. Jörg Harmuth gönnt den Rostockern sonnige, warme Pfingsten im Freien. Insgeheim hofft der Chef des Stadtforstamtes jedoch auf schlechtes Wetter – vor allem auf Regen. Ein Wunsch aus reiner Vernunft: Denn der oberste Förster der Hansestadt hat für die Rostocker Wälder die höchste Waldbrand-Warnstufe ausrufen müssen. „Es ist staubtrocken – vor allem in den Wäldern der Rostocker Heide“, sagt Harmuth.

OZ-Bild

Forstamtschef Harmuth warnt: Rauchen und Grillen im Wald könnten Großfeuer auslösen

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Rostocks Wald in Zahlen

6000 Hektar Wald gehören in und um Rostock der Hansestadt. Das Rathaus gehört damit zu den fünf größten kommunalen Waldbesitzern in ganz Deutschland.

764 Jahre befindet sich die Rostocker Heide bereits im Besitz der Hansestadt. Die Stadt kaufte das Land damals Fürst Borwin ab.

4Revierförster arbeiten für das Rostocker Forstamt.

Tagelang hat es nicht geregnet. „Und windig ist es zudem“, so der Amtsleiter. Vielerorts in der Heide sei das Gras vertrocknet. „Auch die Nadeln der Kiefern sind trocken.“ Ein Feuer habe in diesem Jahr bereits in den Wäldern der Stadt gelodert. „Das konnten wir zum Glück schnell selbst löschen.“ Im Jahr 2015 gab es gar keinen Brand, 2014 aber gleich acht. Vor allem im Bereich Schnatermann brannte es. „Das waren so abgelegene Stellen, dass wir von einem Brandstifter ausgehen“, sagt der Förster.

Derzeit genüge ein Funke, um einen Großbrand auszulösen. „Und da reden wir nicht nur über offenes Feuer: Eine achtlos weggeworfene und noch glühende Zigarettenkippe kann schon ausreichen.“ Das Forstamt und die freiwilligen Wehren in der Rostocker Heide proben regelmäßig den Ernstfall: Reichen die Tankfahrzeuge aus? Auf welchen Wegen kommen die Retter schnell zum Einsatzort? „Die Zusammenarbeit klappt bestens“, lobt Harmuth.

Die größte Gefahr gehe von rücksichtslosen Waldbesuchern aus: „Wir erwischen immer wieder Menschen, die im Forst oder am Waldrand zelten und ihren Grill anheizen. Das ist aber verboten.“ In den meisten Fälle reicht eine Ermahnung, aber halt nicht immer. Für all jene, die dann gegen diese Verbote verstoßen, kann es richtig teuer werden: „Das geht mit einem Bußgeld von 75 Euro los. Aber in heftigen Fällen haben wir auch schon Strafen in vierstelliger Höhe verhängt. Das hat auch vor Gericht Bestand“, sagt der Forstamtschef.

Verboten im Wald ist nicht nur das Grillen: In der Rostocker Heide ist zudem das Rauchen generell untersagt. Und: Der Wald darf auch nicht befahren werden – weder mit Autos noch mit Motorrädern oder vierrädrigen Quads. In den vergangenen Jahren hatten vor allem Quad-Fahrer den Forst als Rennstrecke missbraucht. „Aber auch da haben wir – zusammen mit der Polizei – hart durchgegriffen. Seitdem ist das kein Thema mehr.“ Denn: Die Quad-Fahrer waren nicht nur für die Förster, sondern auch für viele Spaziergänger ein Ärgernis: „Die Heide ist der Wald der Rostocker. Die Menschen lieben ihren Wald und wollen ihn schützen. Uns sind ganz viele Fotos zugeschickt worden. Mit denen konnten wir die Quad-Fahrer identifizieren“, erzählt Harmuth.

Ein Problem bekommen die Stadtförster indes aber nicht in den Griff: Der Forst werde nach wie vor als illegale Müllhalde missbraucht. „Grünschnitt landet im Forst, aber auch schwere Elektrogeräte.

Und das, obwohl in Rostock jeder seinen Abfall kostenlos auf den Recyclinghöfen abgeben kann“, schimpft Harmuth. Im Jahr 2015 musste das Forstamt fast 6000 Euro allein für Müllcontainer ausgeben – doppelt so viel wie noch im Vorjahr. Insgesamt belaufen sich die Kosten für das Einsammeln der illegalen Abfälle auf mehr als 30000 Euro pro Jahr.

Andreas Meyer

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