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Waldtag: Kräuterkunde und Bastelstunde

Wiethagen Waldtag: Kräuterkunde und Bastelstunde

Zum 9. Mal fand die Großveranstaltung in der Rostocker Heide statt / Gesundheit war das Thema in diesem Jahr

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Henry Schuldt aus Rövershagen ist zum ersten Mal beim Waldtag in der Rostocker Heide. Er hat aus Naturmaterialien ein paar Fliegenpilze gebastelt. Fotos (4): Johanna Hegermann

Wiethagen. Bewegung an der frischen Luft, gesundes Essen und Lachen: Das alles ist nicht nur gesund, sondern auch das Erfolgsrezept des 9. Waldtages in der Rostocker Heide. „Das Prinzip geht auf. Trotz Strandwetter haben sich viele dazu entschieden, vorbeizuschauen“, sagt Forstamtsleiter Jörg Harmuth erfreut. „Wald und Gesundheit“ ist das große Thema der diesjährigen Veranstaltung. „Es geht darum, dass die Besucher sich selbstständig in der Natur bewegen. Denn diese Landschaft ist genial“, so Harmuth. „Wir sind froh über jeden, der mit Rad anreist.“

Reinhard Tesch ist aus Gehlsdorf nach Wiethagen zum Forstamt geradelt. Den Waldtag und auch das Thema findet er gelungen: „Natur und Gesundheit sind voneinander untrennbar.“ Gerade für kleine Besucher gebe es seiner Meinung nach viel zu entdecken. Und tatsächlich: Zahlreiche Kinder laufen über den Hof vor dem Forstamt. Sie werfen Tannenzapfen, bauen Vogelhäuschen oder basteln Fliegenpilze. Ein solches Pilzpaar hat zumindest Henry Schuldt aus Rövershagen aus Holz und Moos zusammengeklebt. Der Neunjährige ist zum ersten Mal beim Waldtag, doch in der Heide ist er häufiger unterwegs. „Wir gehen oft im Wald spazieren. Bessere Luft gibt es ja auch gar nicht“, sagt seine Mutter Franziska Schuldt.

Gesund sind Henrys Bastelvorbilder jedoch nicht: Fliegenpilze sind hochgiftig. Dass hingegen wilde Kräuter eine heilsame Wirkung haben, davon wissen die Kräuterfrauen zu berichten. „Viele sind gesund und spannend. Vor allem die, auf denen wir täglich herumtrampeln“, sagt Gabriele Kock aus Völkshagen. In dem kleinen Ort bei Marlow liegt auch der Garten, in dem sich die Gruppe des dortigen Dorfvereins um die unterschiedlichsten Pflanzen kümmert. „Wir wollen das Wissen über die gesundheitsfördernden Kräuter erhalten und sie auch nutzen “, fügt die 65-Jährige hinzu. Für den Stand vor dem Forstamt haben sie selbst getrocknete Tees, Fruchtaufstriche aus der Aroniabeere und Waffelteig mit Blüten mitgebracht. „Ringelblume, Kapuzinerkresse, Borretsch, Stockrose, Königskerze“, zählt Kräuterhexe Margot Finck die Zutaten auf. Helmut Reincke aus Hinrichshagen ist begeistert, nachdem er eine Waffel probiert hat: „Sie schmeckt sehr gut und so schön frisch.“ Der 77-Jährige besucht seit Jahren die Veranstaltung in der Heide. Er ist überzeugt: „Sie wird jedes Jahr kompletter.“

Wenn dann doch der größere Hunger ruft, stehen die Mitglieder des Fördervereins „Feuer und Flamme“ bereit. Denn die Unterstützer der Gehlsdorfer Feuerwehr kümmern sich in diesem Jahr um den Wildschweinbraten. „Jeder, der unseren Braten isst, tut etwas Gutes“, sagt der Vereinsvorsitzende Ronny Kluth. Denn der Erlös kommt der Feuerwehr in Gehlsdorf zugute. Doch die ehrenamtlichen Helfer mussten zum Glück nur den Durst der Besucher löschen. „Ein ganz großes Lob an all die Freiwilligen. Ohne sie wäre die Veranstaltung wohl nicht möglich“, betont Kluth.

Während vor dem Forstamt dann die Kettensägen bei der Vorführung ihrer Fähigkeiten brüllen, geht es beim Forst- und Köhlerhof deutlich ruhiger zu. Die Stimmung ist entspannt auf dem Grundstück des technischen Denkmals, das nur wenige Hundert Meter vom Forstamt entfernt liegt. „Es ist so romantisch hier“, sagt Dieter Freitag aus Unna. Er ist mit seiner Frau extra mit dem Fahrrad aus Gral Müritz angereist, wo die beiden momentan Urlaub machen. „Es riecht so schön nach Wald und nach Holzkohle“, schwärmt er. Quelle des Duftes ist der Teerofen, der leise fauchend im Herzen des Köhlerhofes steht. „Der Ofen wird nur vier Mal im Jahr gezündet“, sagt Antje Raschke vom Köhlerhof. In dem Ofen entstehen in dieser Zeit aus Laubholz eineinhalb Tonnen Holzkohle und 100 Liter Teer.

8344 Fußballplätze

5958 Hektar groß ist die Rostocker Heide, die sich von Markgrafenheide bis zum Ostseebad Graal-Müritz erstreckt. Damit passen 8344 Fußballfelder in das Gebiet.

Fürst Borwin III. verkaufte das Waldstück im Jahr 1252 an Rostock. Die Landschaft befindet sich seitdem im Besitz der Hansestadt. Jedem der 200000 Einwohner gehört damit quasi ein Teilstück von 300 Quadratmetern.

Bundesweit zählt Rostock derzeit zu den fünf größten kommunalen Waldeigentümern.

Johanna Hegermann

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