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Walzerkönig spielt in der Stadthalle vor 3600 Fans auf

Südstadt Walzerkönig spielt in der Stadthalle vor 3600 Fans auf

Auf seiner Deutschlandtourne machte André Rieu Station in der Hansestadt

Südstadt. Die Stadthalle ist prall gefüllt. Glücklich sitzt Angelika Stein auf ihrem Platz. Das letzte Mal hatte die Rostockerin nur Restkarten erwischt, nun hat sie es bis in die neunte Reihe geschafft. Ganz nah dran am Star des Abends: André Rieu. Auf seiner Deutschlandtour machte der niederländische Geiger gestern Station in Rostock.

Es ist schrill, es ist bunt und vor allem: Es ist lustig. Rund drei Stunden zelebriert Rieu, der gemeinsam mit seinem eigenen Orchester – dem Johann-Strauss-Orchester – gekommen ist, sein Programm wie eine große Party. Dabei wird deutlich, Rieu ist nicht nur Musiker, sondern vor allem Entertainer.

„Vor 30 Jahren hatten wir unsere erste Probe“ erzählt er mit leichtem Akzent. „Weil wir kein Geld für einen Proberaum hatten, habe ich gefragt, ob wir in der Grundschule meiner Söhne proben könne.

Der Schulleiter sagte ja. Was er nicht sagte, war, dass die Heizung nicht funktioniert“, erinnert sich Rieu und lacht.

Es sind kleine Geschichten wie diese, oder Rieus Mimik während seiner Comedy-Elemente, die er immer wieder ins Programm einrührt – etwa, wenn er den Flötisten mit einem riesigen Schaumstoffhammer scheinbar k.o. schlagen lässt, Zitherspieler Frédéric Jenniges ankündigt und dann den Bühnenarbeiter beklatscht, der den Stuhl bringt, die zeigen, Rieu hat den Schalk im Nacken. Er hat sein Publikum schon beim Einmarsch zu „Seventy-Six Trombones“ aus dem Musical „The Music Man“ von Meredith Willson fest im Griff. Das mag an der schmissigen Musik liegen, denn Rieu lässt sein Orchester neben bekannten Walzern und Märschen mit Vorliebe Film-, Musical- oder Opernklassiker verarbeiten. Es liegt aber auch an der Art der Präsentation: Pastellfarbene, üppige Ballkleider, eine gebogene Video-Leinwand mit Himmel- und Landschaftszenarien – mal Vollmond, mal blutrote Sonne. Fast wirkt es wie eine Mischung aus Musik, Kitsch und Klamauk, die da so sympathisch und voller Inbrunst präsentiert wird. Doch genau die kommt an. Und zwar, weil sich weder das Publikum noch die Musiker auf der Bühne zu ernst nehmen.

Es geht vor allem um eins: „Gemeinsam Musik zu hören und Spaß daran zu haben. „Die Menschen kommen in die Halle und kennen sich nicht, bis sie unsere Musik hören und gemeinsam singen“, sagt Rieu.

Dem stimmt auch Angelika Stein zu. „Die Musik verbindet einfach.“

Stefanie Büssing

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