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25 Jahre Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle

Warnemünde 25 Jahre Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle

Automatische Messeinrichtung der Warnemünder Meeresforscher liefert wertvolle Daten zum Zustand der Ostsee

Warnemünde. . Seit einem Vierteljahrhundert gibt es die automatische Messstation „Darßer Schwelle“. Seit September 1992 erhebt dieser Vorposten in der Ostsee ozeanographische und meteorologische Daten für die Zustandsbewertung der Ostsee. Empfänger der Messwerte sind das Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), die die Station entwickelt haben und betreiben.

 

OZ-Bild

Wissenschaftler kontrollieren die Station „Darßer Schwelle“

Quelle: Foto: Iow

Die Messstation lieferte beispielsweise die entscheidenden Hinweise auf den sogenannten „Jahrhundert-Salzwassereinbruch“ im Dezember 2014, bei dem sehr große Mengen sauerstoffhaltigen Nordseewassers in die Ostsee einströmten und das Tiefenwasser der Ostsee mit Sauerstoff versorgten.

Bereits in den 1980er Jahren hatten die Warnemünder Ozeanographen am Vorgängerinstitut des IOW an Geräteträgern für den Flachwasserbereich gearbeitet und verfügten über einen Prototyp, der sehr rasch einsetzbar war. Auch eine geeignete Position hatten die Warnemünder bereits erkundet: die Darßer Schwelle. Als letzte große Untiefe vor den Tiefenbecken der Ostsee wurde sie als Schlüsselposition für Informationen zur Salzwasser- und Sauerstoff-Versorgung des Tiefenwassers der zentralen Ostsee identifiziert.

Das BSH, das damals bereits seit 30 Jahren ein „Marines Umweltmessnetz in Nord- und Ostsee“ (Marnet) in den Hoheitsgewässern der Bundesrepublik Deutschland betrieb, war daran interessiert, mit dieser neuen Station das Marnet zu erweitern. Mit Inbetriebnahme der Station „Darßer Schwelle“ wurde so der Grundstein für die bis heute andauernde Kooperation von IOW und BSH gelegt.

Die Station Darßer Schwelle ist eine Geräteträger-Konstruktion, die für die besonderen Gegebenheiten im flachen, gezeitenfreien Wasser entwickelt wurde. Über einem Bodengewicht erhebt sich ein Röhrensystem, das durch den eigenen Auftrieb getragen wird, über die Wasseroberfläche hinausragt und auch bei starkem Seegang ruhig im Wasser steht. Eine Gelenkverbindung hält den Mast beweglich am Bodengewicht. Rund fünf Meter über der Wasserlinie ist eine Arbeitsplattform aufgesetzt.

Die Energie zum Betreiben der Messgeräte sowie zur Datenverarbeitung und -übertragung kommt aus Batterien und Akkumulatoren, die wiederum über Solar- und Windenergieanlagen auf dem Geräteträger versorgt werden. In Stufen zwischen 2 und 21 Metern Wassertiefe misst die Station alle zehn Minuten Wassertemperatur, Leitfähigkeit als Maß für den Salzgehalt, Sauerstoffsättigung, Chlorophyll-Gehalt als Maß für Mikroalgen-Ansammlungen, Trübung und Radioaktivität. In Höhe von neun Meter erfasst die Station Daten über Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Luftdruck, Lufttemperatur, relative Feuchte und Globalstrahlung. Ein einige hundert Meter entfernt am Boden abgesetztes System mit akustischem Strömungsprofilmesser misst Seegang und die Strömungen in verschiedenen Wassertiefen. Alle Messdaten werden vor Ort gespeichert und einmal pro Stunde an IOW und BSH übertragen, dort bearbeitet und über das globale Telekommunikationssystem GTS international in Nahe-Echtzeit zur Verfügung gestellt.

Insgesamt 8760 Datensätze mit allen Parametern stellt die Station jährlich bereit.

Messdaten im Internet unter www.io-warnemuende.de/marnet- darsser-schwelle.html

OZ

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