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Warnemünde Abstimmen per Kippe

Neue Ascher sollen Warnemünder Strand sauber halten und Raucher zum Mitmachen bei Umfragen animieren

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Nardine Stybel (Küstenunion), Umweltmanagerin Kristin Plühmann und Tourismusdirektor Matthias Fromm am Ostsee-Ascher.

Quelle: Klaus Walter

Warnemünde. Kippen im Sand sind nach wie vor das größte Umweltproblem am Warnemünder Strand. Jetzt sollen neue „Ostsee-Ascher“ helfen: Raucher können darin nicht nur umweltgerecht ihre Zigarettenreste entsorgen, sondern zugleich an Abstimmungen teilnehmen oder Fragen beantworten – einfach durch Auswahl eines der beiden durchsichtigen Kippen-Fächer, die jeder der neuen „Ballot Bins“ genannten Strand-Aschenbecher hat. Die Füllhöhe entscheidet. Welchen Sinn die im ersten Anlauf aufgedruckte Entscheidungsfrage „Möwe oder Spatz?“ haben soll, konnte Warnemündes Tourismusdirektor Matthias Fromm gestern Vormittag zwar nicht so eindeutig erklären. Aber: „Alle Rostocker und Urlauber können weitere Entscheidungsfragen an uns schicken, die wir dann an den Ostsee- Aschern anbringen“, sagte der Tourismus-Chef. So könne man leicht und auf spielerische Art und Weise ein Stimmungsbild zu den verschiedensten Umfrage-Themen gewinnen.

Den Anstoß zur Aufstellung der neuen Mitmach-Aschenbecher gab der Verein Küstenunion Deutschland, der sich seit 2002 unter anderem um dem Müll kümmert, der in die Ostsee gelangt. Unterstützt vom Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) erfassen die Vereinsmitglieder regelmäßig den Müll, der sich im Spülsaum oder im Strandsand findet. „Zigarettenreste sind nach wie vor das größte Problem“, sagt die Warnemünder Küstenunions-Geschäftsführerin Nardine Stybel.

So ließen sich 20 bis 160 Kippen in jeweils 100 Quadratmetern Strandfläche finden – je nach Belegung – und auch noch nach der maschinellen Strandreinigung, die Fromm zufolge jetzt zwei- bis dreimal pro Woche morgens in Warnemünde stattfindet. Grund: Ein Großteil der Kippen falle durch die Siebe der Maschine zurück an den Strand. Problematisch dabei: „Kippen verbleiben zwischen einem und fünf Jahren im Strandsand“, erläutert Nardine Stybel. Dabei würden sich die aus Celluloseacetat bestehenden Filter nicht auflösen, sondern nur in immer kleinere Teile zerfallen, die dann als sogenanntes Mikro-Plastik im Meer landen – und sich letztlich mit fatalen Folgen in der Nahrungskette finden, als Gefahr für Seevögel, Meeresbewohner und den Menschen.

„Daher ist es uns wichtig, die Strandbesucher für dieses Thema zu sensibilisieren und darauf aufmerksam zu machen, was passiert, wenn sie ihren Müll nicht ordnungsgemäß entsorgen“, sagt die Küstenunions-Chefin. Für ihren Verein sei die Sache mit der Aufstellung der Ostsee-Ascher aber noch nicht erledigt. Zum Saisonende wolle man eine „Vorher-Nachher-Analyse“ durchführen und sehen, was die Aktion gebracht hat.

Dass die Abstimmungs-Aschenbecher funktionieren, davon ist die Vereinschefin überzeugt. „Ursprünglich stammen sie aus Großbritannien, wo sie in den großen Städten aufgestellt und gut genutzt werden“, erzählt sie.

Die fünf neuen Ostsee-Ascher sind unterhalb des Teepotts, am Rettungsturm 3 und an den Feuerstellen am westlichen Ende des Warnemünder Strandes zu finden. Schon seit dem gestrigen Morgen sammelte sich darin eine beträchtliche Menge Kippen an, die üblicherweise im Sand und später in der Ostsee gelandet wäre. Bei dem Pilotprojekt können Einheimische und Gäste aber nicht nur durch Einwurf ihrer Zigarettenreste mitmachen, sondern auch durch das Einschicken von Entscheidungsfragen per E-Mail an die Tourismuszentrale. Adresse: strand@rostock.de

Verein schützt die Küste

Die Küstenunion Deutschland e.V. ist die hiesige Landesorganisation der Coastal & Marine Union (EUCC), der größten Nichtregierungsorganisation im Küstenbereich. Die Küstenunion verfolgt das Ziel, die nachhaltige Entwicklung von Küste und Meer und das Integrierte Küstenzonenmanagement zu fördern. Der Verein mit 100 Mitgliedern hat seinen Sitz in Warnemünde. Sie engagieren sich in der Informationsbereitstellung, Beratung und Aufklärung. Rund 1400 Netzwerkmitglieder unterstützen den Verein.

Klaus Walter

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